Raumbuch + Dokumentation Farbschichten

14.07.2010


Hallo,

hat schon mal jemand ein Raumbuch geführt? Wie aufwändig ist das?
Und was kostet es erfahrungsgemäß, wenn ein Experte die Putz-/Farbschichten untersuchen und dokumentieren muss? Wie lange dauert das? Gibt es dafür Zuschüsse von der Denkmalbehörde?

Fragt
Friederike





Hallo,
zuerst einmal geht es um den Umfang der Dokumentiert werden soll. Eine Wand, ein Raum, ein ganzes Haus und danach richten sich auch dementsprechend die Kosten und deren Zeit.
Bei den Zuschüssen ganz einfach beim Denkmalamt nachfragen, das ist von Ort zu Ort und von Zeit zu Zeit verschieden.

MfG



Ganzes Haus



Bei mir ist es ein ganzes Haus, zwei Etagen mit je 100 Quadratmetern. Ca. 50% unterkellert, dazu noch der Dachboden. Das Haus ist über 200 Jahre alt. Viel dürfte vom alten Putz nicht mehr da sein, da häufig renoviert wurde. Alte Türen und Fenstern sind aber noch vorhanden.

Mfg



Raumbuch



Hallo,
ist eine ganze Menge an Haus was Dokumentiert werden soll, aber eine Preisansage ist aus Erfahrung so nicht ermittelbar.
So aus Interesse: Wer wünscht die Dokumentation und aus welchen Grund? Ist das Haus von ausgewöhnlichen historischen Wert?

MfG



Raumbuch und baugeschichtliche Dokumentation



Hallo,

so lieb und teuer mir das Haus ist, so war mir der außergewöhnliche, baugeschichtliche Wert des Hauses (immer von der Familie bewohnt und für einen Handwerksbetrieb genutzt) nicht bewusst und aufgrund vieler Renovierungen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass noch Wandzeichnungen oder Putze aus dem 19. Jahrhundert zu Tage treten. Die Untersuchung wird aber von der Oberen Denkmalbehörde gefordert, das Raumbuch empfohlen.
Mfg





Hallo Friederike,

In der Regel werden die geforderten Untersuchungen ganz oder in großen Teilen von den Denkmalbehörden getragen. Besprechen Sie das mit Ihrem Sachbearbeiter. Der soll Ihnen auch Adressen der Leute geben, die die Untersuchungen hinsichtlich der Forderungen des Amtes ausreichend erfüllen können.

Diese schauen sich das Objekt an und geben ein Angebot an die Denkmalschutzbehörde ab, was die Untersuchung kostet und in welchem Umfang, Farbe, Putz, Altersbestimmung von Hölzern, usw. diese durchgeführt wird. Die Untersuchung wir durch die Denkmalschutzbehörde beauftragt, Sie stellen das Gebäude für den Zeitraum der Untersuchung zu Verfügung.
Im Denkmalschutz muss man immer miteinander, nicht gegeneinander arbeiten. Nicht jede Forderung ist im Übrigen begründet.

Wenn dann Arbeiten im Haus durchgeführt werden sollen brauchen Sie für jeden Eingriff eine denkmalrechtliche und bei größeren Eingriffen auch eine baurechtliche Genehmigung. Ohne Planer werden Sie das dann kaum bewerkstelligt kriegen. Dieser Planer erstellt auch das empfohlene Raumbuch, in dem eine exakte Zustandsbeschreibung des Istzustandes enthalten ist, Bilder hiervon und eben auch eine Maßnahmenbeschreibung bei einem Umbau.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Bauantrag gestellt



Hallo Herr Kornmayer,

vielen Dank für die Informationen.
Mit der unteren Denkmalbehörde bin ich seit anderthalb Jahren im guten Gespräch; der nun von meinem Architekten (der Erfahrung mit der Sanierung von Fachwerkhäusern hat) eingereichte Bauantrag war schon im Vorfeld bezüglich einiger grundsätzlicher Fragen besprochen worden; es hatten zwei Vorort-Termine stattgefunden. Wir gingen eigentlich davon aus, dass wir in Kürze anfangen könnten. Die Erfordernis einer baugeschichtlichen Untersuchung hat sich erst diese Woche durch einen Termin mit der Oberen Denkmalbehörde ergeben. Die Liste der Experten habe ich eben bekommen. Nun schaun wir mal wie lange das dauert.

Mit freundlichen Grüßen



Wir haben uns beeilt...



...und die bauhistorische Untersuchung ist abgeschlossen, der Bericht fertig. Es ist also mit einigem Engagement von Architektem und beauftragtem Gutachter innerhalb eines Monats zu schaffen. Die Erkenntnisse sind interessant, aber nicht weltbewegend. Die Höhe des Zuschusses durch die Denkmalbehörde steht noch nicht fest.
Das zur Information von Friederike




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