Rauhfasertapete hällt Lehmdecke vom Runterfallen ab


Rauhfasertapete hällt Lehmdecke vom runterfallen ab

Hallo allerseits.
Meine erste Frage hier als Fachwerk Neuling.
Wir haben seit 1.1. einen Resthof in Erbbaupacht gekriegt. Alles nicht so gelaufen wie erhofft, deswegen renovieren wir recht bedürftig erstmal den in den 70gern 'renovierten' Teil, den wir langfristig auch kernsarnieren werden. Lange Geschichte der Hintergründe... hat was mit Abschreibung zu tun. Aus anderen Gründen müssen wir so bald wie möglich da einziehen. Daher suchen wir im Moment nach einer kostengünstigen schnellen Lösung die Decke im 1.OG zu reparieren.
Ich glaub es ist ne Lehmdecke (siehe Foto), dessen Putz und warscheinlich auch der Lehm durch die Rauhfasertapete zusammengehalten wird. Die komplette Rauhfaser in dem Zimmer und dem daneben hat verstreut Beulen, wodurch ich denke, dass mir der Putz entgegen kommt wenn ich die abmachen.
Oben drüber ist das nicht ausgebaute Dachgeschoss mit losem Stroh als "Dämmung" und evtl. Beton über der Lehmdecke.
Was tun? Können mein Mann und ich als Fachwerk Neulinge das reparieren? Wo liegt man da preislich?



Feuchtigkeit



Moin, moin

sieht so aus, als wäre da Feuchtigkeit in der Decke.
Also zunächst mal nach oben eine Etage höher nachschauen, ob da Regen/Wasser eingedrungen ist oder noch eindringen kann.

Falls ja, abdichten.

Dann würde ich unten mal vorsichtig heizen. Zur Not mit einem Heizlüfter und dann sind auch Luftentfeuchter für 200,- € ihr Geld wert.

Erst nach einigen Tagen der Trocknung (und Stabilisierung der Decke) würde ich vorsichtig (!) die Stellen mit einem Cuttermesser aufschneiden, die sich nach unten ausgebeult haben.
Das Ganze wird dann zunächst wie ein Flickenteppich aussehen. Es wird sicherlich auch Kalkputz dort verwendet worden sein - vermutlich mit Lehm als Unterputz.

Dann würde ich mir zwei Säckchen Kalkglätte im Baustoffhandel besorgen (keinen Kalkputz - die Kalkglätte lässt sich hervorragend auch von Anfängern verarbeiten).

Putzt die defekten Stellen damit zu, eventuell in zwei Gängen. Die Kalkglätte stabilisiert die Decke ungemein gut!

Wenn dann alles trocken ist, können eventuelle weitere kleine Beulen nachgearbeitet werden.

Die Raufaser würde ich dann fleckenweise mit gerissenen (nicht geschnittenen )Stücken ausflicken und dann die Decke streichen.

Der größte Fehler ist es loszulegen nach dem Motto: komm, alles runter ist doch krumm und schief, das machen wir alles neu. Wenn ihr noch keine Erfahrungen habt, ist die beschrieben Methode ein guter Weg, zunächst das Zimmer nutzen zu können.



Re: Feuchtigkeit



Vielen Dank für Ihre Antwort.
Ja, die Stelle im Foto ist ein alter Wasserschaden vom Dachstuhl, der laut Vorbesitzer zu gemacht wurde. Ich werde heute Mal nachschauen wie viele "Beulen" da so sind. Die Kalkglätte vs Kalkputz Info war auch sehr hilfreich. Danke :)



Oder so...



Im Großen und Ganzen ist der Vorschlag von 1zelner nicht schlecht.
Ich befürchte nur dass die Kalkglätte unter den Spalierleisten (die Holzleisten an denen der Putz hängt) nicht halten wird und/oder ohne Ende reißt. Kalkglätte ist nicht gemacht für dicken Auftrag (max. 2-3 mm).
Zwar etwas aufwändiger aber besser ist es zuerst einen Strohlehmputz zwischen und unter die Spalierleisten aufzuziehen und diesen dann mit der Kalkglätte nur dünn zu überziehen.
Ihr könnt den heruntergefallenen Lehmputz auch wieder verwenden, wenn er nicht schimmelverseucht oder sonstwie verunreinigt ist.
Vor allem vor dem Aufziehen des "neuen" Putzes immer den Untergrund anfeuchten, damit er auch gut anhaften kann !!!!!

Gruß,
KHH