Geölter Fußboden - Randleisten ausspritzen, womit?

04.03.2009


Hallo Leute!

Bei uns hat inzwischen ein geölter und gewachster Massivholzboden (früher hies das Bretterboden)Einzug gehalten. Jetzt ist Zeit für Randleisten. Diese werde ich diesmal mit Montagekleber befestigen - ich hab noch die Horrorversuche mit Schrauben und Dübeln vor Augen..:-) Um die leichte Unebenheit des Bodens auszugleichen werde ich die Leisten mit ca 2mm Abstand zum Boden befestigen. Ich habe also umlaufend im Zimmer ein 2mm breite Fuge zwischen Bodenbelag und Randleiste. Dort soll nun irgendein dauerelastischer Dichstoff rein. Nur welcher? Silikon bietet sich ja erstmal an. Oder sollte ich braunen Acryldichtstoff verwenden? Acryl haftet ja anscheinend besser auf Holz, hält das Zeug aber dem Wischwasser stand?

Danke für Eure Mühe, Grüße...



Besser kein Silikon



Tatsächlich ist Acryl bzw. Parkettfugendichtmasse aus dem Fachgeschäft/Großhandel/Parkettleger die bessere Alternative. Diese sind in allen gängigen Holztönen Lieferbar (Anhand einer Musterkarte auswählen). Diese müssen allerdings, da in ihrer Oberfläche porös, nach Durchtrocknung einmal übergeölt werden. Das verhindert ein Anschmutzen durch Wischwasser und Staub... Bei späterer Renovierung des Bodens lässt sich dieses auch leichter entfernen und es gibt keine Haftungsprobleme beim späteren nachölen/wachsen/lackieren.
Ferner besteht die Möglichkeit an den Leisten vor dem Anbringen an der Unterseite(zum Boden hin) ein Dichtband wie Tesamoll o.ä. anzubringen. beugt dann auch Schallbrücken zur Wand vor.



Randstreifen



Parkettleger, die ich kenne, verwenden Spritzkork.

Grüße



Beser kein Silikon (2)



Liegt der Dielenboden auf einer Holzkonstruktion, also Balkenlage und/oder Blindboden ? Dann ist es Ratsam, diese "Schattenfuge" offen zu lassen damit die Luft weiterhin zirkulieren kann.



Versiegelungswahnsinn....



Entschuldigung, daß ich mich einmische.
Warum lassen Sie die Fuge nicht, so wie es üblich ist, offen?
Alles andere sieht doch gefrickelt aus. Nach einiger Zeit können Sie das Fugenmaterial ohnehin heraus puhlen. Mal davon abgesehen, daß die Ausführung immer farblich daneben liegt.
Ich würde eher versuchen, daß die Fuge so gering wie möglich ausfällt.
Gutes Gelingen wünscht,
Bernd Kibies



Also,



eine sichtbare Fuge, noch dazu eine ungleich hohe, war unter Wandleisten nie üblich, und sieht m.E. ziemlich daneben aus. (Unter Wandleisten verstehe ich hier hochrechteckige Leisten geringerer Tiefe. Liegende Wischleisten können Sie auch auf den Dielenboden stiften). Üblich hingegen war, vor hohen Wandleisten noch einen kleineren Viertelstab o.ä. auf den Boden zu stiften. Der hat sich den Unebenheiten hinreichend angepasst.

Eine sauber abgezogene Fuge mit farblich passendem (im Zweifelsfall eher etwas dunkleren) Parkettacryl fällt aus Augenhöhe nicht auf. Keinesfalls hier Silikon verwenden. Wenn bei einem späteren Überschliff Silikon auf dem Boden breitgeschmiert wird, hält dort weder Lack, noch Öl (Silikonpest). Ferner gibt es Wandleisten, die unten eine Gummilippe (allerdings wohl nur in weiß oder braun) haben.

Wandleisten kleben? Wenn der Montagekleber in dickeren Schichten aufgebracht werden muß, hält das i.d.R. überhaupt nicht. Alternative: Heißkleber, Ponal Duo oder hier Silikon, wenn sauber gearbeitet wird. Bei den letzteren beiden gegen die gegenüberliegende Wand spreitzen, da die Aushärtung länger dauert.

Grüße

Thomas





@Thomas
Also ich kenne keinen Dielenboden, bei dem die Anschlußfugen zwischen Diele/Parkett und Fußleisten mit einem Fugenmaterial ausgefüllt wurden. Ich halte das für neumodischen Schnickschnack ("sauber muß es zu halten sein etc.") und Parkettacryl in diesem Bereich konterkariert die geölte Oberfläche.
Wenn erhöhte Anforderungen an die Arbeitsplatzhygiene (Behandlungszimmer etc.) gestellt werden, macht das Sinn.
Dann kann man auch Fußleisten mit Gummidichtungen einsetzen.
Aber für einen geölten/gewachsten Boden im Wohnbereich?
Außerdem bezweifel ich, daß es langfristig eine ausreichende Haftung gibt.
Grüße,
Bernd Kibies



@ Bernd



Soweit langfristige Beobachtungen seit Einführung von Acryl möglich sind, haftet es an sauberen Flächen gut. Sicher ist es nicht unbegrenzt elastisch, fällt z.B. oft aus der Rolle, wenn Schüttungen tragende Funktionen für den Boden haben und sich senken. Spezielle Parkettdichtstoffe auf Dispersionsbasis entsprechen den Anforderungen im Bodenbereich besser, als 99cent-Produkte aus dem Baumarkt.

Gerade in der Altbausanierung kommt es oft, wenn Wandleisten verwendet werden, zu größeren Fugen im Anschlußbereich. Wenns der Kunde zahlt, schnitzen wir natürlich auch gern an den Leisten herum - eine optische Beeinträchtigung sehe ich durch Acryl aber nicht.

Unabhängig davon gefallen mir die heute üblichen Wandleisten nicht sonderlich. Ich ziehe liegende Profilleisten vor, oder aber hohe Wandleisten mit vorgesetzten kleinen Profil. Da sind die Fugen halt nicht so das Thema.

Grüße

Thomas





@Thomas
Die handelsüblichen Fußleistem sind oftmals grauenhaft.
Eine mögliche Ausführungsart wäre aus meiner Sicht z.B. auch eine massive Vierkantleiste (2m/2cm), Holzart und Oberfläche wie Boden,
die offen, mit entsprechend schönen Schraubenköpfen, von oben auf den Boden geschraubt wird. Damit wäre das Befestigungsproblem zur Wand nicht gegeben, allerdings dürfte der Boden auch nicht nachgeben, was eigentlich aber gegeben sein sollte.
Grüße
Bernd



Selbstverständlich...



...muß man auch differenzieren. Das "Acrylieren" kommt aus der Parkettlegerei, wo die makellose Fläche das Ziel ist.

Um so "rustikaler" hingegen eine Dielung ist, umso fraglicher wird Acryl, ganz klar.

Die liegende Leiste, auch als Vierkant, warum nicht, hat schon Vorteile und ist das Übliche uber viele Jahrhunderte. Hohe Leisten bzw. Wandbretter tauchen im Barock in Schlössern auf, in der Gründerzeit auch in reicher ausgestatteten Villen. Mit den dürftigen Standard - Lättelchen 16 x 50mm, Vorderkante abgerundet, haben Sie nichts zu tun.

Grüße

Thomas





Hi,

meine Meinung:

Diese Leisten grundsätzlich mit geeigneten Schrauben/Nägel an die Wand befestigen und auf keinen Fall mit irgendwelchen Dichtstoffen hier herumschmieren. Mit dem Dichtstoff wäre das dann auch eine "Wartungsfuge".

Grüße,
Peter



Lieber Peter,



das ist doch nur Theorie (Wartungsfuge).

Und Nägel / Schrauben will halt nicht jeder Kunde. Im Altbau mit bröseligem Wandaufbau hält mancher Dübel eben nicht, das Loch ist aber dummerweise schon in der Leiste...

Auch wenn's den Naturfarbencodex glatt verfehlt, ein Strang Silikon auf der Rückseite der Leiste hält da deutlich besser und ist mitunter außerdem die preiswertere Wahl.

Grüße

Thomas



Also...



...mich stört bei mir der an manchen Stellen eben vorhandene Spalt zwischen Sockelleiste und Parkett echt nicht. Bei einem Dielenboden wäre mir der gleich dreimal wurschd.

Gruß Patrick.

P.S.: Kleben???? An die Wand???





@Thomas
Der Naturfarbenkodex darf natürlich durchbrochen werden.
Anschlußfugen mit Acryl in einer bestimmten Größe oberhalb der Fußleiste sind ja okay. Verklebungen mit Silikon sind manchmal problematisch, dafür muß der Untergrund geeignet sein, ansonsten löst sich auch schon mal der Oberputz. Ganz praktikabel ist dann, dann müssen allerdings Wand und Leiste gerade sein, eine Klebemontage mit Heißkleber und Montagekleber/Silikon. Der Heißkleber härtet schnell aus und sorgt für die erste Haftung, die nach späterer Aushärtung von Montagekleber/Silikon übernommen wird.
Grüße
Bernd Kibies





Ne, das ist keine Theorie,- zumal die Materialien ja auch "arbeiten"...

Aber wie schon geschrieben,- das ist meine Meinung... :-)

Praktische Grüße,
Peter



Natürlich...



...ist das Arbeiten des Holzes auch praktisch relevant. Aber hier?

Was könnte denn hier ungefähr passieren? Unter der Voraussetzung, daß die Dielen mit der passenden HF eingebaut wurden, spreizt die HF durch die Jahreszeiten ca. 4%. Bei der ja eher stärker arbeitenden Fichte, hier mal 200mm breit, wäre im Mittel ein "Arbeiten" von 2,3mm zu erwarten, im durch Befestigungselemente ungehinderten "Rumliegen". Da die Diele ja sicher 2x befestigt ist, arbeitet sie nach links wie rechts gleichmäßig, also 1,15mm. Dieser Wert verringert sich durch die Hemmung des "Arbeitens" duch Nägel bzw. Schrauben weiter erheblich.

Es bestehen sicher keine Zweifel daran, daß ein durchschnittliches "Arbeiten" von vielleicht 0,8mm problemlos von einer richtig gezogenen Acrylfuge kompensiert werden kann. Selbst wenn man berücksichtigt, daß ein geölter Boden geringfügig mehr arbeitet, am Rand vielleicht ein tangential geschnittenes Brett liegt und die Holzfeuchte etwas mehr als erwartet schwankt, wird das die Acrylfuge kompensieren.

Und wenn nicht? Duch eine Wartungsfuge im Außenbereich läuft, wenn gerissen, Wasser = Schaden. Bei unserer Fuge passiert gar nichts, wenn sie bei einer Feuchtespitze reisst. Später nimmt das Brett in etwa wieder seine alte Lage ein. Wer nicht mit der Lupe herbeikommt, wird keinen Riss sehen.

Das sollte jetzt keine Ladatio auf das Acryl sein :-)

Grüße

Thomas



@ Bernd



Die Kombination von Schmelzkleber und Silikon hat sich auch bei uns schon auf Problemwänden bewähren müssen. Ziemliche Pamperei, aber wenn's hilft...

Grüße

Thomas





Thomas,

was Du da schreibst ist Unsinn!
Bitte schau Dir mal die Verarbeitungsrichtlinien dieser Materialien an. Außerdem gibt es nicht nur "Schwund/Quellen" beim "Arbeiten" zu berücksichtigen und Nägel/Schrauben hemmen das sicher auch nicht...

Grüße,
Peter



@ Peter



Wenn ich hier Unsinn geschrieben haben sollte, dann ist ein Satz wie: ..."Nägel/Schrauben hemmen das sicher auch nicht..." von einem offensichtlich Holzkundigem verwendet, nix als butterweicher Mist. "Sicher"??? Schreib doch über Dein Wissen in Sachen Holzböden, statt Vermutungen. Die Beobachtung, daß Dielenböden im jährlichen Feuchtewechsel oft weniger arbeiten, als sie es lt. Holzfeuchte dürften, ist Dir vermutlich auch schon untergekommen, ich bin mir dessen sicher. Als Erklärung dafür fällt mir nur die Befestigung auf dem Boden ein.

Allgemeine Fuchtelei mit "Verarbeitungsrichtlinien" ärgert mich. Was meinst Du denn genau damit?

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

ob Du mir`s glaubst oder nicht,- aber ich schätze Dich und Dein Wissen wirklich und finde Vieles auch sehr gut, was Du schreibst. Natürlich stimme ich nicht in allem mit dem überein was Du schreibst, aber das macht es ja auch interessant, oder? Ich schreibe i.d.R. weniger über Vermutungen und möchte auch nicht ellenlange Texte in den Foren einstellen.

Zu Deinen Anmerkungen:
Parkett-Acryl –Dichtstoff lassen nur sehr wenige Bewegungen zu (meist nur 5-10% der Fugenbreite) und von daher halte ich diese Vorgehensweise eher ungeeignet. Jedes Schwinden/Quellen dieser Böden bringen ja nicht nur Breitenänderungen, sondern auch Formveränderungen (Schüsseln, Verzug…) mit sich und nicht zu vergessen die bauliche Beanspruchung und Benutzung.
Weiteres Problem ist, dass auch Dreiecksfugen beim Verarbeiten vermieden und unbedingt die Verarbeitungsrichtlinien bei diesen Produkten eingehalten werden sollte.

Wenn Dich das Thema mehr interessiert, dann lass uns doch einfach mal telefonieren,- auch zwecks dem "Arbeiten"... :-)

Grüße,
Peter



@Matthias...



...der ja auch das eigentliche Anliegen hier hat und nun auf Grund der "Kompetenz" - Schlachten nun gar nicht mehr weiß wie er es Anstellen soll. Ich habe tagtäglich seit über 15 jahren mit diesen und ähnlichen Themen zu tun und kann weder eine Allgemeingültige Methode zur Fuge noch zur Befestigungsart geben, ohne die genauen Gegebenheiten gesehen zu haben.Jede Wand und jede Art von Leiste gibt letztlich vor was zu tun ist um Nachhaltig den besten Nutzen aus der Sache zu ziehen, eben um Zufrieden damit zu sein.
Meine Meinung(Erfahrung)zur Fuge habe ich oben bereits schon beschrieben und ergänzt. Was du machst hängt von Deinen Ansprüchen ab.
Zur Befestigung empfehle ich bei Massivholzleisten das, wenn auch Aufwändige, dübeln und schrauben als dauerhaft sicherste Lösung (bei Verwendung der geeigneten Dübel und Schrauben), die Vorteile liegen auf der Hand..Evtl. die Schrauben versenken und Löcher kitten.
Eingeschränkt auch das Kleben mit einem nicht aufschäumenden guten Montagekleber mit hoher Anfangshaftung (evtl. mit Stahlstiften bis nach Durchärtung fixien). Vorraussetzung ist eine Tragfähige Wand ohne sandenden Putz oder Tapeten(reste)und keine stark verzogenen Leisten auf Grund der Spannungen.
Für furnierte Leisten und nicht so dicke (max 15mm), gerade Weichholzleisten gilt obiges ebenso. Bei ausreichend starken (gut 15 m), und festem Putz mit Druckluft anschießen (Flachkopfnägel >10mm in die Wand!) hat sich auch schon bewährt.

Nun gehe nach Deinem Bauchgefühl nach all diesen Tips.
Du wirst auf jedenfall um eine eigene Erfahrung reicher werden. So long.



Oha:



"Kompetenz" - Schlachten"

versus

"Harmonie verblödet"

Ein kontroverser Meinungsaustausch ist eben keine Kompetenzschlacht. Wenn wir alle ständig einer Meinung wären (gräßlich), gäbe es dieses Forum nicht (obergräßlich).

So, und jetzt bin ich den restlichen Freitag mal ausnahmslos ganz meiner Meinung:-)

Grüße

Thomas





:-)
Jo! +





Hallo Leute!

So denn,

habt tausend Danke für Eure z.T. sehr umfangreichen Antworten. Dass Ihr Euch hier wegen meinen Leisten in die Haare kriegt, wollt ich echt nicht und hab ich auch nicht voraussehen können. Seid doch bitte wieder friedlich:-)

Zu meinen Leisten nur soviel: Die Wand ist neu verputzt und doch recht gerade(also Maurergerade halt:-)) Meine Leisten sind Eigenbau aus dem Überbleibsel des Dielenbodens. Die Dinger sind 2cm dick und 5cm hoch, alseits gefast, zweimal geölt und einmal gewachst. Ich hab sie jetzt mit Montagekleber an die Wand gepappt. Hält super, wenn ich da an meine früheren Dübel-Schrauben-Versuche denkt wird mir glatt übel... Ich werd wohl jetzt die Fuge offen lassen weil ja der Boden auf einer Balkendecke aufgebaut ist und diese ständig in Bewegung ist. Evtl. geben sich auch die weiblichen Familienmitglieder damit zufrieden. Mal schaun, Argumente hab ich jetzt ja genügend...

Vielen Dank für Eure Mühe