Aufparrendämmung bei Denkmalschutz - geht oder geht nicht??




Hallo,

wir wollen den Dachboden unseres 300 Jahre alten Häuschens ausbauen. Da unser Dachstuhl supergut erhalten ist, möchten wir gerne die schönen alten Balken sichtbar haben und Aufsparren dämmen. Damit könnten wir auch umgehen, zwischen die total verschieden starken und unterschiedlich verlaufenden Sparren Dämmung zu basteln und zu verkleiden. Unser ganzes Haus ist nicht isoliert, so dass wir jetzt nicht 20cm starkes Dämmmaterial verwenden wollen...

Die Behörden lehnen dies jedoch strikt ab. Das wurde uns im Vorgespräch sehr deutlich gesagt.
Hat das schon mal wer umgesetzt bzw. genehmigt bekommen? Gibt es dafür sachliche Gründe oder gehts da ums Prinzip?

Danke Euch im Voraus



Moin Ramona,



lehnen die nur die Dämmweise oder den gesamten Ausbau ab?

Was schlagen die stattdessen vor?

Gruss, Boris



Gegenvorschlag?!



Hallo Boris,
der Ausbau wird grundsätzlich genehmigt und auch eine entsprechende Dämmung - bis dahin also großzügige Übereinstimmung zwischen Bauherr und Behörde.

Die Dämmung soll allerdings nur zwischen den Sparren und Verkleidung von unten erfolgen. Obenauf darf dann nur gelattet und neu eingedeckt werden... Wir haben nur leider keine maßhaltigen Sparren haben, sondern geviertelte Bäumchen und krumme Äste.

ramona



wenn



selbst der Dachstuhl verstärungsbedürftig wäre, dann doch gleich Beilagen beidseitig anschrauben (6x16-20) und dann dazwischen dämmen (keine Steinwolle/Glaswolle). So bleiben wenige Zentimeter der alten Balken sichtbar und man gewinnt an Dämmhöhe.



Moin Ramona,



so ein "Dämmsandwich" obenauf bleibt natürlich an der Dachkante von unten deutlich sichtbar und lässt sich nur mit breiten Brettern kaschieren. Also erstmal verständlich, dass die was dagegen haben.

Ich schätze mal, wenn ihr die Vorgabe berücksichtigt, die Sparren trotzdem von innen sichtig lasst, hättet ihr man gerade 10cm Dämmstärke, richtig?

Hast du ein paar Bilder?

Gruss, Boris



versuchsweise fotos



Hallo Boris,
hier ein paar Fotos - bin ja der Meinung, dass, wenn es gut gemacht und verkleidet ist, gar nicht soo auffällt...
Eine Verschalung auf den Sparren mit z.B. 2 cm Brettern und 4 cm Dämmmaterial + Dachlatten wären schon richtig viel Dämmung für unser Domizil.
Grüße ramona



versuchsweise fotos



Hallo Boris,
hier ein paar Fotos - bin ja der Meinung, dass, wenn es gut gemacht und verkleidet ist, gar nicht soo auffällt...
Eine Verschalung auf den Sparren mit z.B. 2 cm Brettern und 4 cm Dämmmaterial + Dachlatten wären schon richtig viel Dämmung für unser Domizil.
Grüße ramona



bei



einem ausgebauten und beheizten Dachgeschoss mit nur "2 cm Brettern und 4 cm Dämmmaterial + Dachlatten" fangen die Probleme erst so richtig an. Bisher hattet ihr ein Kaltdach, was gut durchlüftet war - Nun sollte man schon ein wenig nachdenken und der Innengestaltung nicht Vorrang vor bauphysikalischen Schwerpunkten geben. Denn es geht nicht nur um die Dämmung im Winter - auch im Sommer sollte das DG noch nutzbar sein.



richtig,



deswegen wird das ja auch ein Fachbetrieb letztendlich ausführen. Ich habe nur ketzerisch laienhaft laut gedacht :)

Mir geht es aktuell darum herauszufinden, was aus denkmalpflegerischer Sicht gegen eine Aufsparrendämmung spricht, ob es da Möglichkeiten, Erfahrungen und Anregungen aus dem Forum zu gibt.

VG ramona



Halbe - halbe



Hallo

erstens wäre die Aufsparrendämmung bauphysikalisch weniger problematisch (Minimierung der Leckstellen)

zweitens versuchen mit denen zu reden und Kompromisse zu finden

ein Teil aufs die Sparren einen anderen drunter …

Schalung 25 mm dreifach oberhalb … Konter- und Lattung drüber …

… man muss nur wollen … und können

"Dämmung" im "klassischem Sinne halte ich hier wie dort für kontraproduktiv … Masse hat klasse

Bei Fragen Mail

Florian Kurz
www.slow-house.de



halbe-halbe..



..die Idee finde ich ja mal richtig charmant :) .. hört sich auch nach einer guten Gesprächsbasis mit der Behörde an.

Was wäre denn Deiner Meinung nach produktiv für unser Vorhaben?

VG ramona



Masse hat Klasse



Das meine ich!

keine Gespinste oder Absaufundzukunftsbauschutterzeugnisse …

Masse und Temperierung

nachhaltig, geldbeutelschonend, langfristig

Wie alles am Bau:

Planen, denn der "liebe Gott" steckt im Detail!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Aufsparrendämmng..



..ist im Denkmalbereich oft nicht erwünscht ,u.a. da sich das in der Ansicht des Ortgänge - Dachabschluß überm Giebel - in teils erheblich erhöhter Stärke bemerkbar macht .

Mit Unterdeckplatten aus Holzweichfaser lassen sich das Profil in Grenzen halten .
Zwischenparrendämmung darunter und Unterseitenausgleich und Erhöhung der Dämmstärken durch zB. angelaschte Bohlen könnten ein verträglicher Kompromiß sein .

Ich empfehle auf diffusionsoffene Konstruktionen zu achten.

besten Gruß
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.zimmermeisterin.de