Räume, Blähton Kalkmörtel Vollziegelboden Die, Holzwärmedämmplatten

23.04.2015 Flößer



Hallo Zusammen,

wir sanieren ein 200Jahre altes Haus.
Es gibt keinen Keller und der Standort ist auf Kiesschwemmland. Es steht in erster Reihe an einem Fluß welcher durch eine Kaimauer "im Zaum" gehalten wird.
Bei Schneeschmelze kann jedoch der Grundwasserspiegel sehr schwanken und gewisse Hochwassergefahr besteht auch.

Mein Konzept.

Da es ein paar Feuchte Stellen an der Innenwand (ca. 40-50cm über dem Boden) gibt und um zu verhindern, dass die Tuff-Bruch-Kieselsteinmauer noch mehr Wasser zieht und bei etwaigem Hochwasser das Wasser abfließen kann, würde ich einen offenen Fußbodenaufbau wählen.

Geovlies
150cm Glasschaumschotter
100cm zehmentgebundes Blähglasgranulat oder Blähton
Kalkmörtel
Vollziegelboden

Die Räume im EG werden nahezu nicht bewohnt, sie dienen als Hobbyraum, Speißekammer, ein Raum wird Gästeklo mit freistehender Badewanne und ein Raum wird eine Waschküche.

Beheizt werden sollen die Räume mit einer Wandheizung.
Das Haus wird mit 20cm Holzwärmedämmplatten gedämmt, außer im etwaigen Hochwasserbereich, hier wird auf mineralische Dämmung zurückgegriffen.

Ich hoffe ihr könnt mir sagen ob unser Konzept Sinn macht.
Ich freue mich auf Antworten.

Danke und Grüße,
Jochen



Hochwasserschutz



Nein, es ergibt keinen Sinn.
Der Fußbodenaufbau kann aufschwimmen!





Haben sie auch einen Vorschlag was nach Sinn machen würde?



Fußbodenaufbau



Dazu müsste ich Ihr Haus gesehen haben, ebenso die örtlichen Bedingungen kennen.
Wenn das EG hochwertig genutzt werden soll ist der Fußbodenaufbau nur eine Komponente die es beim Bauen im Hochwasserbereich zu beachten gilt.
Für den Fußboden würde ich folgenden Aufbau favorisieren:
Kiesplanum,Trennlage
Sauberkeitsschicht aus Beton, ca. 5-10 cm stark,
ca. 100 mm Foamglasblöcke in Heißbitumen eingeschwommen,
ca. 35 mm Gußasphalt- Verbundestrich
optional Fliesenbelag.
Innendämmung im unteren Bereich foamglas oder Wedi- Bauplatten, hohlraumfrei aufgeklebt.
Fuge zwischen Dämmung Wand und Foamglas Fußboden abdichten.

Dazu kommen noch ein Haufen Detailpunkte die es zu bearbeiten gilt und auf die ich ohne Kenntnis der Umstände nicht eingehen kann (ELT, HLS, Grundleitungen, Türlaibungen und Anschlüsse, Oberflächenausbildung Gelände, Wasserhaltung...).





Danke für die Antwort Hr. Böttcher.

Ich habe mir erlaubt, ihre Antworten zu kommentieren bzw. Fragen dazu zu stellen.


Kiesplanum,Trennlage
Sauberkeitsschicht aus Beton, ca. 5-10 cm stark
ca. 100 mm Foamglasblöcke in Heißbitumen eingeschwommen
ca. 35 mm Gußasphalt- Verbundestrich
optional Fliesenbelag

Dieser Bodenaufbau ist ja komplett dicht, ist hier nicht eher zu erwarten, dass bei steigendem Grundwasser der Boden schwimmt oder reißt bzw. sich das Wasser andere Wege ins Haus sucht, z.B. über die Wände, die über keine Horizontalsabsperrung verfügen.


Innendämmung im unteren Bereich Foamglas oder Wedi- Bauplatten, hohlraumfrei aufgeklebt.
Fuge zwischen Dämmung Wand und Foamglas Fußboden abdichten.

Wir dürfen eine Außendämmung anbringen und würden auf Ständerbauweise zurückgreifen.
Was ist die Meinung hierzu?

Die ELT wird oberhalb von 1.5m ausgeführt.

Generell ist unsere Philosophie, das Haus stand bis vor mitte des zwanzigsten Jahrhunderts mitten im Schwemmland, hat schon diverse Male Wasser gesehen und wenn es wieder soweit kommt, wollen wir es nicht aussperren sondern gezielt eintreten und auch wieder abfließen lassen.

Grüße,
Jochen



Hochwasserschutz



Bei Außendämmung sieht das etwas anders aus, die Details müssten vor Ort geplant werden. Vernachlässigen Sie das nicht sonst saugen sich die Wände mit Wasser voll. Ziegel haben einen Porenraum der über 10% liegt.

Ich habe Ihnen genau deshalb diesen Aufbau vorgeschlagen damit
a) das Wasser wenn es kommt hereinlaufen kann ohne viel Schaden anzurichten,
b) der Boden nicht aufschwimmt
und c) damit es schnell wieder herauslaufen kann.
Dafür habe ich wasserdichte, nicht saugfähige Materialien gewählt.
Was denken Sie wie lange es dauert bis der Vollziegelboden wieder trocken ist? Da ist es mit einmal drüberwischen nicht getan.
Eine mit Wasser vollgelaufene Dämmschicht dämmt nicht mehr. Wie soll die unterhalb des Fußbodens wieder austrocknen?
Der Wasserstand kann, bedingt durch Qualmwasser, viel länger in ihrem Fußbodenaufbau stehen ohne das sich Wasser an der Oberfläche zeigt. Dafür ist der Bodebelag lange Zeit noch dauerfeucht.





Das mit der Austocknung des Ziegelbodens leuchtet mir natürlich ein. Das ist auf jedenfall zu überdenken. Sind offenporige Terrakotafließen ein Alternative?

Die Dämmschicht (Glasschaumschotter) sollte aber nach zurückgehen des Wasser doch wieder austrocken bzw. er nimmt ja gar kein Wasser auf und deshalb ja auch der nach oben offene Aufbau.

Der Grund warum ich ihren Vorschlag in Frage stelle ist die aufwendige Herstellung und die Verklebung mit Heißbitumen, ich würde gerne auf sämtliche mineralölhaltigen Baustoffe verzichten.



Fußboden, Hochwasserschutz, Grundwasser



Gibt´s sonst keine Meinungen?



Hochwasserschutz



Weder Gußasphalt noch Heißbitumenkleber enthalten Minaralöl.
Solange Ihre Dämmschichten im Wasser liegen ist deren Dämmwirkung gleich 0.
Bei Blähglasgranulat und Zement fast 0; auch wenn der Wasserspiegel wieder fällt, da die Feuchte aus dem Mörtel und das Haftwasser am Granulat erst einmal irgendwo hin verdunsten muss. Das dauert und sorgt für eine hohe Luftfeuchte in den Räumen.

Das war jetzt übrigens mein letzter Beitrag, ich muß mich für meinen Vorschlag nicht rechtfertigen.
Eine exakte Ausführungsanleitung ist er ohnehin nicht, dazu fehlen die ganzen Details die es noch zu lösen gilt.





Danke Ihnen Hr. Böttcher.

Meine Intension war es keineswegs Sie dazu zu bringen sich recht zufertigen, ich war/bin lediglich der Meinung, dass es sich hier um ein Diskussionsforum handelt.



Hochwasserschutz



Sehen Sie,
ich wollte Ihnen helfen und nicht über Mineralöl, Gott und die Welt diskutieren.





Alles klar. Ich hoffe Sie und die anderen Forumsteilnehmer würden sich trotzdem weiter zu meinen Konzepten äußern.

Alternativaufbau?

Geovlies
330mm Glasschaumschotter

130mm Leichtbeton (Blähtoneinschlüsse) Rohdichte >1,1 (gegen das Aufschwimmen)

10mm Kalkmörtel
10mm Sandsteinplatten


Danke und Viele Grüße,
Jochen