erhöhte Radonwerte durch Fußbodenheizung ??

15.03.2011



Hallo,
unser neues Haus ist nicht unterkellert. Die Bodendecke besteht aus Streifenfundamenten und 15cm Stahlbetondecken. Im Estrich darüber verlegt ist eine Fußbodenheizung. Ich habe jetzt schon viel über Radon gelesen und den sog. Kamineffekt. Kann es Ihrer Meinung nach zu einer erhöhten Radonkonzentration durch eine eingebaute Fußbodenheizung kommen ? Bin wirklich sehr beunruhigt.
Juliane



Radonbelastung



Wo steht Ihr Haus?
In der Region um Gera und Aue, im Hunsrück, im Fichtelgebirge, im bayrischen Wald, im Nordschwarzwald, im Koblenz- Neuwieder Becken?
Wohnen Sie in Sachsen oder Thüringen in einer ehemaligen Bergbauregion?

Wenn nicht, brauchen Sie sich keine Gedanken um austretendes Radon zu machen, jedenfalls nicht mehr als der Rest der Deutschen.

Viele Grüße



Radon



Hallo Juliane



Radon ist ein LEICHT radioaktives Gas, welches in fast allen Regionen mehr oder weniger intensiv aus dem Boden austritt.
Gefährlich ist Radon im Normalfall nicht, es sei denn, es handelt sich um ein altes unterkellertes Haus in einer intensiven Region. Wenn dort der Kellerboden undicht ist, kann sich das Radon im Keller sammeln und durch geöffnete Treppenaufgänge in höhere Etagen getragen werden (das ist DEin Kamineffekt)
Der Ausbau des Kellers sollte nicht zu Schlafzimmern erfolgen, es sei denn, Du willst Deine Schwiegermutter einquartieren...

In Deinem Fall besteht keine Gefahr, Stahlbeton ist fast undurchlässig und vermutlich liegt auch noch eine Folie unter der Heizung.

Wenn Radon Dein einzigster Grund zur Beunruhigung ist, hast Du jetzt keinerlei Probleme mehr...


Andreas





Hallo,
vielen Dank schon einmal für die beiden Antworten, ihr konntet mich etwas beruhigen. Das Haus ist Baujahr 2004 und liegt im Süden von Rheinland-Pfalz.
Die Fußbodenheizung ist also nicht relevant für erhöhte Radonwerte ? Estrich kann Risse bekommen etc, erhöhte Diffusion ?
Grüße von Juliane



...



Hallo Juliane,

die Fußbodenheizung allein ist nicht verantwortlich für mögliche Radon Belastungen, sondern viel mehr die radioaktiven Isotope im Boden. In Thüringen und Sachsen z.B. geht die Gefährdung von den dort vorkommenden Uranschiefern aus.

Bemüh mal Google oder wende dich an die örtlichen Umweltbehörden bei Dir zu Hause. Dort wirst Du Einblick in entsprechendes Kartenmaterial bekommen, aus dem Du das grundlegende Gefahrenpotential für Dich ableiten kannst.

Grundsätzlich schließe ich mich aber eher der Meinung hier an, daß Thema Radon nicht zu ernst zu nehmen.
Ich erinnere mich noch gut daran wie damals bei mir zu Hause in Thüringen, kurz nach der Wende eine Kartierungsaktion zur Radonbelastung durchgeführt wurde. Zu DDR-Zeiten war das Thema Radon praktisch unbekannt, aber na ja, das hatte eher einen anderen Grund. Um sich des Ausmaßes der Belastungen bewusst zu werden wurden damals über die Schulen so genannte Radonfallen verteilt, die im Keller in belüfteten und unbelüfteten Räumen aufgestellt werden sollten. Quintessenz war, daß bei normaler Belüftung quasi nie „kritische“ Werte erreicht wurden, solange das Gebäude nicht direkt auf einer ehemaligen Schutthalde stand.
Radonbelastungen sind Teil der natürlichen Radioaktivität um uns herum, und der Beitrag zu möglichen Krebserkrankungen wird meiner Kenntnis nach sehr kontrovers Diskutiert.

Gruß aus Berlin,
Stephan



und



Radon in geringen Mengen soll sogar eine heilende Wirkung haben.
Die Diskussion wird aber immer in beide Richtungen laufen.
Wie sagt da immer ein Berufsstand: Es ist gut, daß wir mal darüber gesprochen haben.
Momentan ist die Diskussion ja mal wieder sehr aktuell - wegen Japan. Über die Strahlenbelastung durch die ersten beiden Atombombenabwürfe und die oberiordischen Tests nach dem 2. Weltkrieg redet aber keiner, alle fangen erst mit Tschernobyl 1986 an. Das davor ist doch schon politisch als natürliche Strahlung eingestuft. Man wundert sich nur über die vielen Krebskranken in der heutigen Zeit. Und da gehört Radon in bestimmten bergbaugebieten wieder in die Öffentlichkeit. Aber auch die alten Halten. In Sachsen wurde sogar am geplanten Baustandort eines Kindergartens erhöhte Strahlenwerte durch aufgefülltes (Halden-)material gemessen. Bauvorhaben wurde abgeblasen. Gut so. War aber eine private Initiative, die alles ins Rollen brachte.