Heizsystem?

13.11.2007



Hallo, ich bin neu im Forum und dadurch auch nicht ganz sicher ob meine Frage evtl. schon gestellt wurde.
Wir haben uns ein Bauernhaus Bj 1870 gekauft. Die AUssenwände des Wohnhauses bestehen aus Sandstein außen und Bruchstein innen in Dicken zwischen 40 cm auf West und Südseite sowie 70cm auf der Nordseite. Fragen habe ich schon jede Menge möchte mich aber heute mit der Primären Frage nach dem richtigen Heizsystem begnügen. Das Haus ist nicht unterkellert und der neue Estrichfußboden ist vom Vorbesitzer schon reingemacht worden. Ich habe schon sehr viel gelesen und das hat mehr zu meiner Verwirrung als zu Klarheit beigetragen. Darum versuche ich meine Frage so präzise wie nur irgendmöglich zu stellen.
Unsere Bisherige Entscheidungsfindung hat uns auf ein Heizsystem mit Natursteinheizungen gebracht. Da, 1. keine Rohre mehr zu Verlegen wären; 2. Dieses Heizsystem mit Strahlungswärme funktioniert (was hier im Forum ja auch schon mehrfach für so ein altes Haus als zwingende Lösung vorgeschlagen wurde); 3. dieses Heizsystem die geringsten Investitions- und Wartungskosten hat und 4. optisch einfach sehr schön anzuschauen ist. Den einzigsten Punkt den ich bisher leider ncht befriedigend klären konnte ist die Frage nach den Verbrauchskosten.
Meine Frage lautet nun:
Hat irgendjemand selbst Erfahrungen mit einer solchen Naturstein- (Marmor)heizung machen können und kann aus tatsächlicher eigener Erfahrung sprechen?
Ich möchte bitte keine Grundsatzdiskussion hier eröffnen. Die habe ich schon zur genüge gelesen. Bitte nur eigene Erfahrungsberichte. Wer kann mir dazu etwas sagen? Vielen Dank!



Das ist einfach



Verbrauchskosten = benötigte Wärmemenge * Preis pro Einheit

Das ist übrigens unabhängig von der Art, wie ich die Wärme erzeuge...



Ja genau



das ist die Problematik. Wie verhält sich denn die Wärmebedarfsmenge bei dieser Heizungsart? Nach verschiednen Aussagen hier im Forum sowie auch der Hersteller dieser Heizungen benötige ich ja weniger Energie bei diesem Heizungssystem weil Strahlungswärme = trockene Wände = bessere Wärmedämmung = weniger Wärmebedarf, richtig? oder hab ich da was falsch verstanden. Ausserdem soll ja eine Strahlungswärmeheizung mit einem niedreigen Temperaturwert gefahren werden können bei gleicher Behaglichkeit und das würde ja dann auch keine zu vernachlässigende Bedarfsminderung bedeuten (pro °C ca. 6%). Das sind zumindestens die angeblichen Fakten die ich bisher herausfinden konnte. Und ganau deshalb meine Frage nach einem Erfahrungswert. Kann mir irgendein Besitzer oder Benutzer solcher Heizungen diese Werte auss eigener Erfahrung bestätigen? Viele Grüße



Der



der eine solche elektrisch betriebene Wandheizung hat, wird diese mit hoher Wahrscheinlichkeit immer empfehlen. Die Behaglichkeit und der bauwerkserhaltene Effeekt ist bekannt.

Der Anbieter wird auch kein Argument auslassen die Vorzüge und die Energieeinsparung anzupreisen. Wahrscheinlich wird der regionale Stromanbieter das gleiche tun.

Ob das Heizen mit Strom sich durch günstige Btetriebskosten auszeichnet kann ich mir nicht vorstellen.

Grüße



Strahlungsheizung



So gross wird der Unterschied zur traditionellen Radiatorheizung nicht sein, was Strahlung angeht: auch dort erfolgt zwischen 50 - 80 % der Wärmeaabgabe als Strahlung, hängt natürlich von der Vorlauftemperatur, der Radiatorgrösse und der Plazierung ab.

Wenn Sie bisher Öl hatten, können Sie den Bedarf in kWh wie folgt ausrechnen:

1 L Öl entspricht 10 kWh Energie; da bei Öl aber etwas Verlust ist (z.B. durch den Schornstein), sollte man je L Öl etwa 8 kWh Strom rechnen. Ansonsten würde ich bei Ihrer Bauweise mal 25L Öl (also 200 kWh Strom) je qm und Jahr anneehmen (da kann ich abber auch grob falsch liegen).

Viel Information (übrigens nicht immer positiv) zu Natursteinheizung finden sie im Forum http://www.haustechnikdialog.de/

dort im öffentlichen Forum mal "Natursteinheizung" in die Suchfunktion eingeben. Auch mal "Marmorheizung" probieren.

Viel Glück
stt



Das



wäre neu das ein normaler Radiator einen so hohen Strahlungsanteil erzeugt.

Grüße



Radiator



Was heisst eigentlich das Wort "Radiator" auf Deutsch?

Das Gegenstück (mit hohem Konvektivem Anteil) heisst doch "Konvektor".

Grüsse

stt



Entschuldigen Sie, Herr Fröhlich, dass ich das ich das mal so ergänze



Die pauschale Formel "Strahlungswärme = trockene Wände = bessere Wärmedämmung = weniger Wärmebedarf" = Quatsch

Das wird in diesem Forum zwar hin und wieder mal behauptet, eine qualifizierte und vor allen Dingen für wenigstens einen konkreten Fall quantifizierte Aussage, hat mir niemand geben wollen oder können.
Gleichzeitig steigt bei erhöhter Wandtemperatur (und nur dann ergäbe sich eine Trocknungseffekt in den ersten cm der Wand) der Wärmetransmissionsverlust erheblich (das wird bei der Argumentation immer beharrlich unter den Tisch gekehrt).

Trockene Wände wollen wir alle haben, wenn die feucht sind ist was oberfaul. 70 cm Wand dagegen von innen über die Ausgleichsfeuchte hinaus so zu "trocknen", dass sich ein Einspareffekt ergäbe, dies zu bewerkstelligen halte ich für äußerst problematisch.

Das einzige, was man u.U. anführen mag, dass ein mögliches niedrigeres Raumtemperaturniveau bei Heizungen mit höherem Strahlungsanteil Heizkosten spart (100%ige Strahlungsheizungen gibt es nicht).



wikipedia



schreibt:
Radiatoren sind Wärmeübertrager (Wärmetauscher). Ist der Anteil der Wärmeabstrahlung an der Wärmeabgabe aufgrund des Aufbaus und der Umgebung gering, so wären die Bezeichnungen Konvektor oder Heiz- bzw. Kühlkörper treffender. Die Bezeichnung Radiator für Heizkörper ist regional unterschiedlich gebräuchlich.



Lustig



Hallo Herr Meurer

ja, Wikipedia habe ich auch sicherheitshalber zu Rate gezogen. Das bringt mich zum schmunzeln. NUn, Radiator heisst "Strahler", nicht wahr?


Wichtig ist für Herrn Martin F. aber doch v.a. die Antwort von Herrn Göb, nicht wahr?

Grüsse
stt



Elektroheizung



Wir haben beim Neubau eines Hauses eine Elektrofussbodenheizung eingebaut.Meine Tochter ist damit sehr zufrieden, zumal man ja auch extra Heizstromtarif beziehen kann. Ich Wohne auch in einem alten Fachwerkhaus mit einer nur 14 cm Mauerstärke, aber mit einem Keller aus Sandstein, welcher sich manchmal voll Wasser saugt, da keine Horizontal sperre vorhanden ist. Für Feuchte Schimmel anfällige Stellen gibt es einen neuen Putz Hygrosan.



Heizen mit Strom...



... ist teuer und meines Erachtens unsinnig.

zum Vergleich:
Ein Altbauhaus für eine Familie benötigt um seinen Wärmebedarf zu decken Beispielsweise 3000 Liter Heizöl, das entspricht einer Energiemenge von 27 000 kwh. (Wirkungsgrad, da wir im Altbau noch einen alten Kessel haben 95%)
Öl koste ca. 66 Cent, Tendenz stark steigend, also Kosten von ca. 2000 € p.a. zuzüglich Wartungskosten von 250 € p.a.
Eine Strommenge von 27 000 kwh kostet bei einem Strompreis von 20 Cent 5400 € (Wirkungsgrad fast 100%, Wartung = €, was natürlich nicht ganz real ist)
In Stückholz entspräche diese Wärmemenge ca. 20 Raumeter Hartholz (gerechnet mit einem Wirkungsgrad vo 80%, hier sind allerdings je nach Kessel auch 90% drin, also wirds günstiger) Holzpreise variieren regional Stark, aber 80 € ist zur Zeit ein Durchschnittswert, also wären es hier 1600 € p.a. zuzüglich Wartungskosten von 250 € p.a.
Pelletpreise kenne ich nicht, sollten irgendwo zwischen Heizöl und Stückholz tendieren.
Zusammenfassend:
Öl: 2250 € p.a.
Strom: 5400 € p.a.
Holz: 1850 € p.a.



Heizen mit Strom



Unsinnig? - Kommt drauf an: Direkt verheizt stimmt das, über eine Wärmepumpe verheizt kostet das aber nur ein Drittel bis ein Viertel!

Ölheizung mit 95% Wirkungsgrad - sehr optimistisch, mit viel Glück sind es bei Altanlagen 85% - und der Jahresnutzungsgrad liegt bei Altanlagen um traurige 60%, bei richtig ausgelegten Neuanlagen etwa 85%. 15-40% verpuffen also "wirkungslos".



Also,



zunächst mal vielen Dank für die Beiträge.
@JFB: den Wirkungsgrad von 95% also 9KWh pro Liter Öl finde ich auch etwas sehr optimistisch. Allerdings weiß ichs nur von Gas und da erwirtschaftet man meines Wissens nach mit einem Liter Flüssiggas 6KWh Heizenergie.
Strompreis mit Heizstrom liegt aber auf jeden Fall nur bei 12ct im Mittel (9,4NT 13 HT) d.H. Kosten für heizen mit Strom würden sich dann, bei den angenommenen 27000KWh auf 3240€ belaufen. Der Ölpreis steht bei uns hier zu Zeit schon auf über 70ct/Liter. Gas liegt auch etwa so. Also Gas mit 6KWh/Liter entspricht dann bei 27000KWh 3150€ + Wartungskosten 250€ = 3400€ + nach 15 oder 20 Jahren einen neuen Brenner.
Kann man dieser Rechnung so zustimmen? Dann schaut die ganze Sache nämlich schon ganz anders aus. Für mich als Laien zumindestens. Habe ich da vielleicht etwas übersehen oder nicht bedacht?
Die Alternative Holz werden wir in jedem Fall nutzen, aber in Form eines Kachelofens evtl. mit Wassererwärmung. Pellets kommen nicht in Frage, da kein Raum für Lagerung vohanden ist.



Ich gebe es zu...



... das Rechenbeispiel ist schon stark vereinfacht, mit Schwankungen und Unbekannten. Beim Heizen mit Strom hat man eben höhere Betriebskosten, die jedoch durch geringere Investitionskosten eigentlich ausgeglichen werden. Als diese Marmorplattenheizungen vor einigen jahren auf den Markt kamen, war ich mit einer Schar von Kollegen bei einer Einführungsveranstaltung, letztendlich konnten sich die Dinger bis heute nicht auf breiter Front durchsetzen. Ich denke das eigentliche Problem liegt darin, daß zur Stromerzeugung gigantische Mengen an fossilen Energieträgern verheizt (Wärme) werden, die mit geringem Wirkungsgrad Strom erzeugen (die genauen Zahlen finden sich irgendwo im Web), der dann wieder in Wärme verwandelt wird.
Alledings (ich wiederhole mich) demgegenüber sind die Investitionskosten für Stromheizung im Wohnhaus vergleichsweise gering, auch wenn ökologisch fragwürdig.
Die Idee mit dem Kachelofen ist übrigens sehr lobenswert...
so wie alles was von fossilen Energieträgern wegführt. Amen



Das



Wäre es nicht günstiger mit Holzvergaserkessel oder eine Wärmepumpe?