Ökologisches Pilotprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung in Quedlinburg

17.05.2004



Für die Profis/Gewerbetreibende unter den Mitgliedern der Community:

Hier wird ein Fachwerkhaus mit ökologischen Baustoffen unter wissenschaftlicher Begleitung saniert.

Hier der Artikel des Quedlinburger Kreisblattes (9/04) im Wortlaut (leider nicht als Bild, kann ich technisch nicht):

Das um das Jahr 1780 errichtete Einzeldenkmal Lange Gasse 7 - ein dreigeschossiges, durch jahrelangen Leerstand und Feuchteeintrag massiv geschädigtes Wohnhaus konnte durch den Einspruch des Sanierungsträgers der Stadt, engagierter Denkmalpfleger sowie weiterer Interessenvertreter vor dem Abriss bewahrt werden.
Im August letzten Jahres (2003) wurde mit den umfangreichen Sanierungsmassnahmen begonnen. Aufgrund seiner exponierten Lage, Kubatur und zukünftigen Nutzung als Mietshaus eignet es sich besonders gut, um im Rahmen eines Modellvorhabens ein alternatives energetisches Konzept aus umweltfreundlichen, substanzschonenden und bauphysikalisch verträglichen Wärmedämmvarianten verbunden mit einem jeweils angepassten Heizsystem zu konzipieren. Hierzu werden moderne Prüf- und Messverfahren in einem Langzeitfeldversuch zur Ermittlung des bauphysikalischen Verhaltens der unterschiedlichen Wandaufbauten sowie zur Verbrauchs- und Folgekostenerfassung unter Einbeziehung des subjektiven Nutzerbefindens angewendet.

Umweltfreundlich und substanzschonend bedeutet: Einsatz von Baustoffen, welche aus nachwachsenden, heimischen Rohstoffen hergestellt werden, Einsatz von recyclebaren Baustoffen bzw. die Wiederverwendung alter Materialien und Bauteile, um eine sensible Sanierung der historischen Bausubstanz gewährleisten zu können.
Vor diesem Hintergrund konnte seitens der Stadt und in Abstimmung mit dem Sanierungsträger eine erhöhte Förderung aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" bereitgestellt werden. Als Projektförderer für die wissenschaftliche Begleitung und Umsetzung konnte darüber hinaus durch das Fachwerkzentrum Quedlinburg die Deutsche Stiftung Umweltschutz gewonnen werden.

Somit nennt sich das Bauvorhaben seit Mitte Dezember 2003 offiziell : "Ökologisches Pilotprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung"

Die Sanierung der Langen Gasse 7 erfolgt in Zusammenarbeit verschiedener Partner. Neben dem Bauherren, der Wohnungswirtschaft Quedlinburg, vertreten durch die BauBiCon Sanierungsträger GmbH sind das Architektenbüro Jerx-Grasemann sowie das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V. an diesem Pilotvorhaben massgeblich beteiligt. Des weiteren sind Spezialisten für die schallschutztechnische, bauphysikalische und messtechnische Beratung in das Projekt eingebunden.

Das ungewöhnlich Projekt versucht, bei der Sanierung des Fachwerkhauses neben den konventionellen Ansprüchen auch denkmalpflegerischen und ökologischen Anforderungen zu genügen. Die Verbindung von Ökologie und Denkmalpflege soll nicht als Widerspruch wahrgenommen, sondern zum Vorteil für das Gesamtgefüge entwickelt werden.

Die erhoffte Modellwirkung beruht auf fachlich überzeugenden, wirtschaftlich realisierbaren und vor allem übertragbaren Lösungen für ähnliche Bauvorhaben dieser Grössenordnung.
Daher kommt der wissenschaftlichen Begleitung eine Schlüsselrolle zu. Die Erfahrungen und Ergebnisse, die aus der Planung, Umsetzung und weiteren messtechnischen Begleitung sowie deren Auswertung gewonnen werden, sollen Architekten und Planern in Form eines Bauteilkataloges für ausgewählte Wand- und Deckenaufbauten zur Verfügung gestellt werden.
Besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Kostenvergleich zwischen umweltfreundlichen und konventionellen Sanierungsmassnahmen unter Einbeziehung der laufenden Instandhaltungs- und Betriebskosten gewidmet.



Nachricht



Ist da ein Anspruch an eventuellen Fachfirmen gefragt oder nur als Info für Mitglieder in dieser Plattform gedacht.

Gebe unter Umständen einmal genauere Info's rüber, über Ansprechpartner und Ähnliches.

Grüße zum Feiertag von den Lehmigen aus der Lausitz.



Ansprechpartner?



Sehr geehrte Fr. Möller,
dieses Projekt hört sich sehr interessant an, stehen Ihnen mehr Informationen z.Bsp. über Ansprechpartner zur verfügung? Den gerade bei solchen Problemfällen, wie Feuchte in diesen alten Haus, wäre bei wissentschaftlicher Beobachtung der Einsatz einer Marmorheizung, um den Wirkungsgrad von Strahlungswärme zur natürlichen, gesunden Wohnraumtrocknung zu ermitteln, sehr interessant.



Der Artikel war als Info gedacht



und nach einigen Recherchen habe ich im Text einige massgeblich Beteiligte gefunden und die Adressen ermittelt:

- Deutsches Fachwerkzentrum Quedlinburg
Blasiistrasse 11
06484 Quedlinburg
Tel: 03946 - 81 05 20

(Stadt Quedlinburg, vertreten durch die)
- BauBeCon Quedlinburg
Word 3
06484 Quedlinburg
Tel.: 03946 - 77 93 6

- Deutsche Bundesstiftung Umwelt
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel.: 0541 - 96 33 0
Fax: 0541 - 96 33 190
internet: www.umweltstiftung.de

Bauherr der Maßnahme ist

- Wohnungswirtschaftsgesellschaft mbH Quedlinburg
Rathenaustrasse 10
06484 Quedlinburg
Tel.: 03946 - 96 50 0
Fax.: 03946 - 96 50 32
internet: www.wowi-qlb.de

Architekt:

- Architektenbüro Jerx-Grasemann
Adelheidstrasse 10
06484 Quedlinburg
Tel.: 03946 - 21 00
Fax.: 03946 - 9 11 19
internet: www.abq.de
abq-Architektenbuero@t-online.de

Ich fand das Projekt auch hilfreich und informativ für alle Profis hier im Forum, deshalb die Mühe den Artikel einzutippen.