MDF mit Grundierfolie als Lehmputzträger

03.02.2013



Hallo,

ich bin gerade beim Ausbau meiner Wohnung und würde in einem Zimmer gerne eine halbhohe Trennwand/Möbel kombination bauen.
Dabei soll der Korpus mit Lehmputz beschichtet werden, nun frage ich mich als Schreiner welcher Holzwerkstoff eignet sich dafür am besten? Mein Ergebniss: MDF mit Grundierfolie beschichtet.
Ich denke die meisten werden wissen was das ist aber trotzdem grob umrissen: Eine normale MDF-platte mit einer dünnen Streichfähigen Beschichtung die das Saugen und auch den Durchschlag verhindert. Wenn ich diese mit einer Grundierung (Casein?) bestreiche müsste das doch gehen oder?
In der Fläche habe ich keine Stöße und die Ecken sind auf gehrung fest verleimt.
Was meint ihr?

Danke schon mal!



Mit Verlaub ...



... das ist eine absurde und schadensträchtige Kombination.

Zum einen die Frage: welchen Mehrwert soll ein Lehmputz als "Finish" auf einem MDF-Korpus darstellen?

Zum anderen: Lehmputze haften nur mechanisch auf dem Untergrund, d.h. durch "verkrallen" mit einer möglichst rauhen Oberfläche: Die Grundfolie ist aber das genau Gegenteil davon, nämlich a...glatt.

Wenn Sie den Lehmptuz vielleicht sogar kurzzeitig an´s Halten bekommen, wird er Ihnen nach dem antrocknen wieder flächig vom Korpus fallen.

Ich habe eine ähnliche Situation in einem Neubau vorgefunden: dort hatte man die gesamten Gipskartonwände mit einer Papierkaschierung beklebt und dann mit einem dünnen Lehmputz versehen. Der natürlich nach kurzer Zeit wieder von den Wänden kam. Dann wollte man wissen, woran es liegt und was man da machen könnte.

Meine Empfehlung: alles wieder zu entfernen, weil es der absolut verkehrte Aufbau gewesen ist und den GK als fertige Wandoberfläche akzeptieren.

Also: nehmen Sie Abstand von Kunstgriffen, die wirklich nicht funktionieren.

Oder wählen Sie ein Material, das wirklich als Putzträger geeignet ist z.B. Heraklith (zementgebundene Holzwolle-Leichtbauplatte) auf dem MDF-Korpus.

Abgesehen davon ist der Lehmputz an den Ecken sehr stoßempfindlich. Sie müssen dann "handgeschmeichelte" Kanten modellieren.

Wenn´s denn passt und gefällt ...





Ich kann die Antwort meines Vorschreibers nur unterstützen. Grundierfolie ist ein relativ gering mit Melaminharz imprägniertes Papier, das teilweise einen dünnen Lackfilm aufweist. Als Untergrund für Lehmputz denkbar ungeeignet.

Die Sauerkrautplatte oder Weichfaserdämmplatten funktionieren dagegen sehr gut.



In diesem Fall



würde ich als Putzträger, stauss Ziegeldrahtgewebe vorschlagen.
Dieser Putzträger lässt sich auch dreidimensional formen und es fällt kein verschnitt an.

Grüsse Thomas



Oder



es wird eine dünne Lehmplatte auf der Fläche befestigt die dann dünn verputzt werden kann.

Grüße



oder



Lehmplatten Beschichtung hört sich gut an... entkoppelt Holz und Lehmputz...
Es geht aber auch mit einer groben Grundierung(conluto oder vergleichbare) für Lehm-Feinputze. Die Lehmbeschichtung darf aber nicht stärker als 8-10 mm sein. Der Aufbau würde wie folgt sein:
MDF + Grundierung + 2-lagiger Feinputz inkl. Gewebeeinlage + Anstrich mit Lehmfarbe o.ä.

Das Gewebe kannst Du schön um die Ecken legen und so mehr Stabilität erreichen.



Alternativ dazu



gibt es eine Tonplatte von emoton, die ca. 12 mm stark ist und dementsprechend mit emoton Feinputz verputzt werden kann.
Wobei der Untergrund immer Verträglichkeit überprüft werden sollte.


Grüsse Thomas



Trockenbauplatte



Es gibt mit der PAVACLAY von Pavatex eine Trockenbauplatte, die m.E. geeignet wäre, da sie offenbar direkt wie eine Bauplatte benutzt werden kann, somit also auch ein einschichtiger Aufbau und nicht MDF+irgendwas möglich wäre.
Lässt sich direkt verputzen. Schau doch mal bei Pavatex ins Datenblatt, ob es für den gewünschten Zweck von der Stabilität her ausreicht.



Es gibt zwar die Pavaclay Platte,



wobei man aber auch dazusagen muss, dass dies Platte nicht mehr in Deutschland vetrieben wird. Also kann es sich schwierig gestalten kleine Mengen zu organisieren.

Grüsse Thomas