Sandsteinwand 80cm dick verputzen / begradigen

23.07.2008



Hallo,
ich suche nach einer Möglichkeit die Erdgeschoßwände meines Hauses inne nzu begradigen. Es handelt sich um ca. 80cm starke Sandsteinwände.
Erste überlegunbg war Rigips (is aber wohl nicht so toll)
Zweite Überlegung: Verputzen (mit was?)
Bei den Wänden sind keine Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit oder sonstige Feuchtigkeitsprobleme!
Es soll auch keine Dämmung erfolgen (werder aussen noch innen).

Für hilfreiche Antworten wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Thomas





Hallo,

da können Sie sich aussuchen, ob Sie als Putzer oder als Bildhauer arbeiten wollen:
Ich würde die Tätigkeit als Steinmetz vorziehen, zur Arbeitserleichterung aber zunächst mit dem Elektro-Breitmeißel vorarbeiten. Dann können Sie interessante Strukturen in Ihren Sandstein schlagen.

Verputzen wäre schade drum und außerdem teuer.
Aber es geht: in mehreren Lagen, jede nicht dicker als 2 cm, die ersten Lagen nur zum Auffüttern und immer in reiner Kalktechnik arbeiten.

Bei beiden Varianten reden wir allerdings nicht über den Wärmeschutz !

Grüße





Hallo,

kommt insgesamt auf das 'Schadensbild' an:
Sind nur einzelne Steine im Verbund besonders hervorstehend,
so kann man mit dem großen Trennschleifer (230mm) und
einer Diamantscheibe (Angebotsweise beim Discounter ab ca 10 €) die Erhebungen wegschneiden/schleifen.
Neigungen, Ein- und Ausbauchungen kann man so nicht behandeln,
also akzeptieren oder unter Putzschichten verstecken.

Der Breitmeißel ist bei verbrauchtem Mörtel nicht ohne,
in der Nähe der Fensterlaibungen o.ä. würde ich den nicht verwenden.

Beim Verputzen kann man je nach benötigter Maximaldicke
bei der untersten Putzlage auch etwas hydraulisches zufügen,
habe mit Weißkalkhydrat und Traßkalk 2 zu 1 gute Erfahrungen gemacht.

Teuer ist das eigentlich nicht,
wenn man Sand vom Baustoffhändler nimmt,
und normales Weißkalkhydrat.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ein Stapel Scheiben für 10 Euronen...



...oder eine gute für 50 aufwärts. Selbiges gilt für den Winkelschleifer dazu.

Gruß Patrick.





Beim Winkelschleifer habe ich einen grünen Bosch,
allerdings empfehle ich unbedingt einen mit Anlaufstrombegrenzung,
das ist sonst echt nervig,
wenn die Sicherung beim Einschalten fliegt.

Der 'kleine' Bosch ist übrigens gestorben,
Wicklungsschluß, Reparatur unmöglich.
Wurde durch 'billig' ersetzt, der geht.

Was die Trennscheiben angeht,
habe das Spektrum vom 10€ bis 100€ durch.
Wenn man viele, hochwertige Schneidvorgänge nach Vorschrift ausführt,
ist eine hochwertige Scheibe aus dem Profibereich lohnenswert.
Schneidet wie durch Butter, hält ewig,
ist etwas dicker und auch seitlich beschichtet,
was das Verkannten verhindert,
und auch das weiche Metall der Scheibe schont.

Wenn man aber Oberflächen auch 'beschrubbt', schleift usw,
also das Gerät nicht vorschriftgemäß verwendet,
dann empfehle ich die Verwendung der günstigen Scheiben,
da grämt man sich sich nicht so beim draufhalten.

Die Staubentwicklung ist exorbitant,
also die üblichen Vorkehrungen treffen
(Kopftuch, Mundschutz, Gehörschutz, Handschuhe).

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



moment



danke für die antworten, aber ich glaube die überschrift wurde falsch verstanden.
Ich beabsichtige nicht die Wand 80 cm dick zu verputzen, sondern es handelt sich um eine Wand die 80cm dick ist.
Die Ausgleichsdicke beträgt ca. 6-8cm und ich bräuchte nur hilfe wie ich diese verputzen könnte (im Bezug auf den Putz und Gewebe etc.). Gibt es evtl. so etwas wie einen atmungsaktiven Haftgrund (da teileweise noch Lehm an den Sandsteinen ist).

Gruß
Thomas



Sandsteinwand 80cm dick verputzen / begradigen



Hallo Thomas,

bevor ich Dir eine nützliche Antwort geben kann, muss ich erst selbst ein paar Fragen zur vorhandenen Situation stellen.

1. Um was für einen Sandstein handelt es sich?
Damit meine ich:
a. Sind die Steine Großformatig, also ab ca. 30 x 30 cm und größer oder mehr Kleinformatig?
b. Ist die Oberflächenstruktur mehr grob oder fein?
2. Wie dick wird der Putz an seiner tiefsten Stelle und wie dick wird er im Mittel?
3. Wie sollen die Wandflächen nach Fertigstellung genutzt werden?
a. Sollen sie gestrichen, oder ehr tapeziert werden?

Bis später
Ralf



Hallo Ralf,



Die Sandsteine sind kleiner als 30x30cm, von der Oberflächenstruktur sowohl grob als auch fein.
An der dicksten Stelle wird der Putz ca. 7cm an der dünnsten 1,5-2cm (im Mittel etwa 4cm). Die Wände sollen danach gestrichen werden und ein kleiner Teil in der Küche wenn möglich gefließt.

Gruß
Thomas



Vorgehensweise für Ausgleichsputz auf Sandstein



1. Untergrundvorbereitung wie folgt:
Wandfläche leicht annässen
Wenn die Wandfläche nach einer Zeit etwa Matt-Feucht geworden ist, Vorspritzmörtel nicht Flächendeckend mit einer ca. 40-60%igen Flächenabdeckung anwerfen.
2. Nach etwa einem Tag Trocknungszeit 1. Putzlage in einer Schichtdicke von nicht mehr als 20-30 mm auftragen und horizontal mit einem groben Straßenbesen oder so gut aufrauen. Mischungsverhältnis: ca. 3 Teile Kalkhydrat CL 90 / 1 Teil Portlandzement und 12 Teile Gemischtkörniger Sand Körnung 0-4 oder besser noch 0-8 mm.
3. Nach einer Trocknungszeit von ca. mind. 2 Wochen Wandfläche leicht anfeuchten und 2. Putzlage mit dem gleichen Michungsverhältnis (vieleicht ohne Zementanteil)
MV: 3Kalk, 10-12 Teile Sand)in einer Schichtdicke von nicht mehr als 20 mm auftragen und aufrauen wie vor.
4. Nach entsprechender Trocknungszeit wie vor, eine 3. Putzlage (eventuell für die bessere Verarbeitung mit Körnung 0-2 mm)aufbringen mit einer Latte zuziehen und nach entsprechendem ansteifen, mit dem Traufelrücken leicht aufrauen oder mit dem Reibebrett reiben.
5. Nach ca. einer guten Woche einen Feinputz in einer Schichtdicke von ca. 2-3 mm auftragen und nach Ansteifung mit dem Schwammbrett (Filzscheibe) abreiben.
Mischungsverhältnis: ca. 3 Kalkhydrat und 9 Teile Feinsand Körnung 0-1 mm.
Zur Info: Die Normgerechte Trocknungszeit für mineralisch Putze beträgt bei optimaler Witterung ca. 1 Tag pro mm Auftagsdicke.
Tipp: Für die leichtere Verarbeitung können Sie vor dem Putzauftrag sogenannte Schnellputzschienen Lot- und Fluchtgerecht an die zu verputzenden Wandflächen anbringen. (z.B. Putzprofil der Mark Protektor Nr. 1105)

Das ganze ist natürlich auch mit Werktrockenmörtel aus dem Baumarkt möglich. Ist für den Laien auch zu empfehlen.

Viel Spaß bei der Arbeit

Gruß Ralf



Innenputz



Das war die korrekte Beschreibung für den Putzaufbau.
Mein Vorschlag als Alternative:
Versuchen Sie nicht, gegen Ihr Haus zu kämpfen und mit Krampf aus einem alten Haus innen den Charme einer 80- ger Jahre Sozialwohnung herauszuholen.
Nehmen Sie die Wand so wie sie ist, zeigen Sie den Charakter und das Baualter eines Hauses.
Tragen Sie den Putz so auf, wie es bei solchen Wänden immer gemacht wurde, als ca. 10 - 15 mm starke Putzbekleidung, die der Oberfläche der Wand folgt und nicht dem Richtscheit und der Wasserwaage.
Dazu genügen die Schichten Nr. 1, 2 und eventuell 5 nach dem Vorschlag von Ralf Sachs.
Im Bereich der Fliesen können Sie einen ebenen Spiegel putzen, wenn Sie sich die Verlegung im Dickbett nicht zutrauen.
Das ist übrigens auch billiger und geht schneller.

Viele Grüße