Putzen richtig lernen ohne Ausbildung möglich?




Hallo zusammen,

wir sind jetzt erstmal soweit fertig mit unserem Häuschen und verputzt habe ich Teilflächen auch mit Rotband, Kalk/Gipsputz und Kalkzement.

Natürlich nicht Querbett, sondern immer dem Raum entsprechend.
Daher weiß ich auch, dass sich das Zeug alles unterschiedlich Verarbeiten lässt und sich unterschiedlich verhält.

Was meiner Meinung nach allein schon den Beruf Stuckateur mit 3-jähriger Ausbildung berechtigt.

Nächstes Jahr möchte ich das Gästezimmer vollständig neu mit Rotband (ist gesetzt, nicht diskutabel) verputzen.

Gibt es nicht genau für so "spezielle" Verputzarbeiten (ein Anwendungsfall, ein Material) irgendwelche Kurse, damit man das Gefühl besser erhält?
Theoretisches Wissen bekommt man ja zu Haufe, aber ich denke da mehr an das Lehrer/Schüler Prinzip, so dass man mich auch mal korrigiert etc.

Ich finde außer die Baumarktkurse der DIY Akademie absolut nichts im großen weiten Internet.

Vielen Dank vorab.



Übungsfläche



Wem willst Du denn Deine "Lehrlingsarbeit" unterjubeln ? Ein Lehrling geht mit den Facharbeitern mit und lernt erst mit dem Auge und dann auf kleinen Flächen, die der Lehrmeister dann zur Not ausbessert. Wenn Du das Material schon gewählt hast, dann schau doch mal bei dem Hersteller, ob der etwas für seine Kauf-Kunden anbietet. Oder biete Deine Hilfe einem anderen Beuherrn als Handlanger an. Ich habe übrigens Jahre gebraucht, bis ich (im Nachgang muß ich so ehrlich sein) mit meinen Putz-Ergebnissen zufrieden war. Und Gipsputz käme mir mit 35 Jahre Berufserfahrung nicht ins eigene Haus - das ist auch nicht diskutabel :-)



Verputzen



Es fängt schon mit dem Terminus an.
Zum Putzen nimmt man Lappen (nein nicht den Volksstamm) und zum Verputzen die Kelle.

Gruß



Terminus



und welche Kelle - die vom Koch :-)

.... Das ist umgangssprachlich schon in Ordnung, jedenfalls erwartet seine Frau nicht, dass das Zimmer hinterher sauber ist :-)



Warum Rotband???



Die Begründung würde mich interessieren.
Hast du einen Alt- oder Neubau?

Was spricht gegen Kalk- oder Lehmputz, der doch gerade bei Laien Vorteile hat?

Andreas Teich



(Ver)putzen



Hallo,

ja putzen wollte ich den Raum nicht und eine Küche soll es nicht werden, also brauche ich weder Kochlöffel noch Lappen. :-)

Bei Knauf hab ich leider nichts gefunden, vllt. kommt da ja nochmal was.

Ich weiß nicht genau auf was sich unterjubeln bezieht, aber werden soll es unser Gästezimmer.

Unser Häuschen liegt so um die 1900, also eher die Richtung Altbau. An den Wänden klebt ein Sand/Zement-Mix.

Den Rotband will ich nehmen, da er sich am einfachsten Verarbeiten ließ und ich einen Bekannten habe, der für ne Baudekorationsfirma (Warum auch immer Dekoration..., aber so heißen die ja fast alle) arbeitet und die ausschließlich Rotband nehmen.
So hab ich zumindest ein Backup, wenn ich es überhaupt nicht hinbekomme.

Ich hab ja schon überlegt, ob ich da ein Praktikum machen kann, aber das kann ich mir nicht leisten, da ich ja selbst arbeiten muss.



Verputzen lernen



ist ein Klassischer Lehrberuf .
man kann alles auch ohne Ausbildung irgendwie lernen aber ob das Besser ist entscheiden andere..

das sich eine Firma Baudekorationsfirma nennt ist wohl darauf zurückzuführen das derjenige sich im Stehenden Gewerbe um nen eintrag in die Handwerksrolle drücken will..(mutmassung)

das hat meistens Finanzielle gründe ...

man kann doch überall heutzutage Lehmgestaltungsseminare Buchen in denen auch speziell auf Oberflächengestaltung als Schwerpunkt wert gelegt wird,die veranstalter haben dann da auch , völlig losgelöst von Baustellenbedingungen , die zeit einem Wissen zu vermitteln.

was auf ner Baustelle so nicht zu machen ist weil kein Bauherr stellt sein Projekt gern als Übungsfläche zur verfügung...

nimm dir n stück Fermacell oder gipskarton,, mach n Putzmuster und dann kannste ja mal testen mit Rotband wenn du meinst. so schwer ist das nicht.

wichtig ist immer alle nicht zu verputzenden Bauteile vor schmierereien ausreichend zu Schützen:)

gutes gelingen wünscht Flakes..



Ausführung als Anfänger



Weder Rotband noch Kalk noch Kalkzement ist einfacher auszuführenund kann schief gehen,wenn mann kein Geschick/Ahnung hat. Der klassische Kalk(Kalkzement)Putz hat den Vorteil, dass er sich längere Zeit noch Verarbeiten lässt. Gips (im Rotband enthalten) soll eine schnellere Erhärtung sichern und hat dann aber in der Empfindlichkeit auf möglichen Schimmelbefall große Nachteile. Aber viel Erfolg. Wenns nicht gelingt - abhacken und neu. Irgendwann wirst Du uns verstehen :-)



Naja



Naja also ich fand es mit dem Rotband schon am leichtesten.
Der Gips/Kalk war ne Katastrophe, der war ja schon hart, wenn man ihn draufgeworfen hatte.
(Ich übertreibe hier bewusst ein wenig)

Und den Schimmel-Joker würde ich hier auch mal ganz gerne stecken lassen.
Mit der Theorie des Verputzen habe ich mich (einschließlich Normen) ausreichend befasst.

Dann halte ich mich an der Methode "Versuch macht Klug".

Abha(c)ken passt hier wirklich mal gut :-)



Verputzen als Anfänger



Am sichersten bekommt man ebene Flächen hin wenn wie früher bei Kalk-/Kalkzementputzen üblich, im Abstand von 120-150 cm senkrechte Putzstreifen angeworfen und diese dann mit der Wasserwaage senkrecht abgezogen werden
oder Putzschienen an die Wand setzen und jeweils nach Erhärtung die dazwischenliegenden Bereiche Verputzen und über die Schienen abziehen.

Zumindest bekommt man so ebene Flächen hin und kann nach und nach durch das Verputzen von kleineren Bereiche ganze Wände fertig stellen.
Putzoberfläche nicht glätten, nur eben verreiben, damit der nachfolgende Putz besser haftet.

Anschließend müßte dann ein Feinputz aufgezogen werden, damit die Oberfläche einheitlich aussieht.
Lehmputz ist für den Anfang am einfachsten, da reversibel.

Andreas Teich



Spitze !



Da bist Du ja besser als ich,ich habe die ganze Theorie noch nicht gelesen ..."Mit der Theorie des Verputzen habe ich mich (einschließlich Normen) ausreichend befasst."



Putzen für Anfänger



Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Eine Firma zu beauftragen und selbst mithelfen, das ist die günstigste und vom Ergebnis her gesehen die beste Lösung.

2. Selbst Hand anzulegen und mit dem Ergebnis zufrieden zu sein.

Die Ausbildung daurert nicht umsonst 3 Jahre



Vielen Dank für die Mühe



Also erstmal vielen Dank für die vielen Beiträge. Das hier der Lehmputz bei den meisten (vllt. allen) der Favorit ist, ist mir klar. Auch das dann der Gips noch vom Kalk überholt wird.

Worum es mir ging, was wohl nicht richtig rüber gekommen ist, dass ich glaube, dass ich nicht das richtige GEFÜHL habe, wann ich z.B. mit Reiben anfangen soll oder ganz banal, welche Konsistenz (abgesehen von den Vorgaben auf den Säcken) die richtige ist, um es an meine Wand zu werfen.

Auch die Hinweise auf den Lehrberuf finde ich überflüssig, da ich diese Problematik bereits bei meinem Eröffnungsthread erwähnt habe. (Man könnte es quasi als Spam bezeichnen.)

Wie gesagt, die Theorie mit Putzschienen und Co ist mir bekannt und habe ich auch angewendet.

Also werde ich jetzt für´s Gefühl mit die genannten Muster (Danke) aus Resten bauen und einfach ein bisschen Üben bis ich halbwegs zufrieden bin. Auch nehme ich mir nochmal den Lehm zu herzen und schaue es mir zumindest mal live an.

Vllt. auch mal anders rum, Fehler welche ich gemacht habe, die man sicher durch Erklärungen an einem WE vermieden hätte.
- Batzenabstand bei der Befestigung der Putzleisten, meiner war zu groß, so dass die Leiste "geschwungen" hat
- Beim ersten mal Glätten wollte ich den weichen Putz glätten, hab mir also alles wieder rausgezogen
- Das erste Mal Putz an die Wand werfen war so 20% Wand 80% Boden, weil ich die Bewegung nicht konnte bzw. kann (Aktuell bin ich bei 70% Wand 30% Bode)

Das Gefühl und die Erfahrungen kann man natürlich nicht an einem WE erlernen, aber grob abgesteckt bekommen, wo der Hase hinläuft denke ich schon.



Übung



Alles klar,aber da muß jeder durch. Bei den Frage nach der Konsistenz kommt es auch auf den Untergrund an - im Altbau ist der meist zu trocken und muß angenässt werden. Die meisten Anfänger putzen zu "trocken" Zeitpunkt Reiben: denmußman immer gefühlsmäßig an de Wand austesten -da kann es schon unterschiede durch Putzstärken geben.Es kann vorkommen,daßman erst nach Stunden nachreiben kann(Kalkputz).
Putzschienen nehme ich nie -da die sich immer abzeichnen. Als Anfänger eher Putzlehren einen Tag eher aufputzen (Kalkputz). Oder die Fläche mit einer großen Richtlatte (2m) regelmäßig prüfen. Das meiste macht ohnehin der Aufzieher beim Abstoßen und verschleppen - so die Begriffe hier bei uns. Das Verreiben und filzen ist nur für den Feinschliff. Der Aufzieher ist das Hauptarbeitsmittel! Und zum Gefühlmit der Kelle - Die Größer der Dreieckskelle kann schon entscheidend sein. .... Als ich das erste Mal eine Decke mit meinem Kumpel/Mitlehrling geputz hatte, kam am Nachmittag der Lehrmeister vorbei, sah an die Decke und dann unters Gerüst und meinte nur: den Estrich machen wir extra ! ..." Also das hat jeder von uns durch - deshalb waren wir ja Lehrlinge. Kopf hoch und weiter üben - am eigenen Haus kann man sich das leisten. Als Handwerker beim Kunden nicht !! Deshalb wirst Du auch kaum eine Lösung für Deine Bitte nach "fremden" Übungsfächen finden.



üben üben üben...



wenn der Putz nicht wirklich hängen bleiben will gibt es mehrere Möglichkeiten.
Technik: Immer schön aus dem Handgelenk werfen dann klappts auch mit dem Unterdruck also mit Scmackes aber trotzdem mit Gefühl. Etwas seitlich stellen beim anwerfen und keinen Schwarzenegger nachahmen! Dann siehst Du nicht nur geküsst aus sonder der Rest der Umgebung ebenfalls.
Konsistenz: Putz dicker oder dünner einstellen( mach direkt 3 kleine Mischungen mit unterschiedlicher Festigkeit.
Beim Lehm ist es wirklich einfach - wenn es nichts wird dann ist es leicht zu reparieren. Bei Lehm das Gitter in die Oberfläche des Unterputzes nicht vergessen.
Wenn es gar nicht klappt mit dem Kompressor und der Handputzspritze (ca. 230 €) den Putz an die Wand "husten". Die Konsistenz muss hier nur dünner sein.

VG Hüpenbecker