Putzaufbau Innenputz mit Gewebe auf altem Gipsputz

01.10.2014



Hallo,

wir sanieren gerade unser kleines Haus, und jetzt ist der Innenputz an der Reihe.

Das Haus ist zwar "nur" 50 Jahre alt, aber im Dachgeschoss bestehen die Wände aus Fachwerk, ausgemauert mit Bimsstein.

Wände und Decke haben den alten Gipsputz drauf, jetzt durchzogen von Schlitzen für die neue Elektro- und Wasserinstallation.

Wie sieht hier ein sinnvoller Putzaufbau aus? Wir möchten überall Gewebe spendieren, aber welcher Putz ist denn dafür geeignet auf dem alten (natürlich vorher grundierten) Gipsputz? Toll wäre etwas kalkhaltiges, wegen der schimmelhemmenden Wirkung. Ich habe aber schon gelesen, dass Kalk- auf Gipsputz schlecht geht.

Was wäre denn möglich und sinnvoll?

Würden uns riesig über Eure Tips freuen!

Viele Grüsse

Klaus



Gipsputz



Zwei Möglichkeiten sehe ich:
1. Sie belassen den alten Gips(Kalk)putz und bessern Ihn aus, also Schlitze schließen, Fehlstellen ausbessern usw. Dann mit Flächenspachtel überarbeiten. Keine Grundierung, keine Gewebearmierung.
2. Sie entfernen den Putz komplett und Verputzen neu mit einem Kalk- oder wieder mit einem Kalkgipsputz. Die Frage die sich stellt ist ob das unbedingt sein muß.

Was ist mit dem energetischen Status des Hauses?





Hallo,
das Haus hat einen 6cm Vollwärmeschutz und neue Fenster. Ist sicher nicht der neueste Stand, aber reicht uns aus.
Den alten Putz zu entfernen ist uns zu aufwendig.
Wir hatten einen Gipser da und er hat uns geraten, im DG (beim Fachwerk) auf jeden Fall Gewebe einzubetten, und im EG möglichst auch.
Also doch besser ohne Gewebe? Ich bin jetzt völlig verwirrt.

Was unseren Wunsch nach etwas Kalk angeht: Habe gestern das Datenblatt vom Rotkalk Filz gelesen, und da steht drin, dass alte Gipsputze als Untergrund taugen.

Viele Grüsse

ein ratloser Klaus



Innenputz



Früher haben Innenputze im Prinzip rissfrei viele Jahrzehnte überstanden. Wenn der Untergrund sich nicht bewegt, also das Fachwerk sich nicht durch Risse im Putz abzeichnet, warum dann Gewebe einbetten (gut, der Putzer verdient daran). Selbst wenn es nach dem Reparieren bzw. Spachteln und Schleifen zu kleinen Haarrissen kommen sollte kann man die leicht beseitigen.
Ich habe in meinem Dachgeschoss Gipskarton an den Dachschrägen, die Fugen sind auch nicht bewehrt und reißen nicht. Wenn sich im Putz ständig Risse abzeichnen und immer wieder neu auftreten dann haben Sie ein schwerwiegenderes Problem.
Die 6 cm sind in Ordnung, da würde ich grundsätzlich nichts machen. Allerdings sollten Sie bei einem Bad mit Fachwerkaußenwand über eine dampfdichte Innendämmung der Außenwand nachdenken.



Rotkalk



Das genannte Produkt wird in die Putzgruppe II eingeordnet, ist also Kalkzementputz. Dies wird definiert als 2 Raumteile hydr. Kalk / 1 RT Zement / 9-11 RT Sand (<4mm).
Das heißt nicht, dass das Produkt für Deine Zwecke ungeeignet ist, aber es ist halt kein Kalkputz. Ich fühle mich an eine Tütensuppe mit der Bezeichnung „Hühnersuppe“ erinnert, bei der sich nach Lesen des Kleingedruckten herausstellte, dass da lediglich 3% Hühnerfett enthalten sind.

Wie soll es denn mit den Wänden dann weitergehen? Wenn ohnehin tapeziert werden soll, ist einfaches "Ausbessern" allemal ausreichend, ansonsten halt die beiden Möglichkeiten lt. Georg Böttcher...





Hallo und erstmal danke für die schnelle Hilfsbereitschaft!

Wände und Decken sollen nicht tapeziert werden. Wir wollen eine gefilzte/geriebene Oberfläche mit 0,7 oder 1mm Korn. Und da dann direkt streichen.
Wir möchten prinzipiell Schimmel vorbeugen und deswegen liebäugeln wir mit dem Rotkalk.
Auf Euren Rat hin:
Wenn wir das Gewebe weglassen: würde es funktionieren, wenn die Schlitze mit Gipshaftputz verschlossen werden und die Wände auch damit verspachtelt werden - und dann sozusagen als Oberputz der Rotkalk Filz drüberkommt?
Das wäre dannn Rotkalk Filz auf altem Gipsputz, der mit neuem Gipshaftputz verspachtelt ist. Funktioniert das?
Ich hoffe ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt...

Viele Grüsse Klaus



Ihr wollt



also die angenehmen Vorteile eines Kalkputzes??
Is doch ganz einfach, macht ´nen Kalkputz drauf ;-)).
Alles was lose ist, entfernen. Die Schlitze und Fehlstellen aussetzen und egalisieren, Die gesamte Fläche mit ´ner Kaseingrundierund behandeln, einen Vorspritz aufbringen und mit Kalkmörtel, ca 15 mm dick verputzen, und anschliessend ordentlich streichen(z.B. Latexfarbe, auawaia ;-)). Gewebeeinlage zur Vermeidung von Rissen ist sinnvoll.
MfG
dasMaurer
(Putzen is ganz einfach, Pampe anne Wand, und solange draufrummachen, bis alles grade un schön is)



Gipsputz Kalkputz Gipskalkputz



Vielen Dank für die hilfsbereiten Antworten!

Auf Gewebe überall können wir verzichten, das ist schonmal hilfreich!

Nur bei der anderen Frage bin ich auch nach einigen Stunden Recherche immer noch ratlos, sogar noch mehr verwirrt als vorher.

Und zwar geht es um die Frage, welchen Oberputz nehmen, nachdem die Schlitze mit Gipshaftputz verspachtelt und grundiert wurden.

-Gipsputz geht immer. Hat halt keinen Schimmelschutz.

-Kalkzementputz ist wohl gut gegen Schimmel, aber auf Gipsuntergrund eigentlich nicht geeignet? Was mich verwirrt: Rotkalk Filz ist laut Hersteller ausdrücklich dafür geeignet.
Link zum Datenblatt: http://www.knauf.de/wmv/?id=2088"]http://www.knauf.de/wmv/?id=2088

-Was ist mit Gipskalkputz, z.B. MP75 G/F? Laut Hersteller auf jeden Fall auf Gipsunterputz geeignet, aber was ist von dem zu halten? Vor allem im Bezug auf Schimmelneigung.

Hoffe, Ihr könnt noch ein bisschen aufklären...

Viele Grüsse

Klaus



Gips - oder Kalk



Tach auch und ei guude wie aus Hessen.

Ich würde mich nicht all zu sehr verrückt machen - ist kein Hexenwerk die Verputzerei. Der Untergrund muss fachgerecht hergestellt sein.
So ein Paar Bilderchen wären hier schön gewesen.

Diesen Putz MP75 G/F habe ich schon als Verputzer verarbeitet. Ist in Eurem Fall wohl auch der für den Laien die beste Wahl. Alles Andere wäre einfach besser den Fachmann genauestens über die Untergründe schauen zu lassen.
Grundiert eure Untergründe mit nem Quarzgrund (könnt ihr auch selber herstellen mit QuarzSand und nen Eimer Farbe) und ihr seit mit diesem Produkt auf der sicheren Seite.

Nach nem Tag Trocknungsgszeit des Quarzgrundes - gehts los mit dem Verputzen - Wand für Wand.

Kein Hexenwerk.

Grüßt euch die Ideenwerkstatt.



Vorspritzer auf Gipsputz



Um Gottes Willen keinen Vorspritzer auf alten Gispputz. Der Vorspritzer ist viel härter als der Gipsputz (Regel wich auf Hart) und ist auf Zementbasis (Etringitbildung).
Rotkalk Filz kann nach entsprechender Grundierung problemlos aufgetragen werden. Man kann die Wände auch vorher mit Rotkalk Fein überziehen. Allerdings nach entsprechender Grundierung, damit der Gispputz vom Kalkputz "getrennt" ist.

Ganz so einfach wie beschrieben ist es in diesem Fall doch nicht.





Danke nochmal für Eure Beiträge!

Habe mich jetzt nach langem Hin und Her für folgenden Putzaufbau entschieden:

Schitze im alten Gipsputz mit einem Gips(haft)putz verschliessen und verspachteln - ohne Gewebe.
Dann alles grundieren.
Als Oberputz einen Rotkalk Filz Kalkzementputz drauf. Laut Hersteller auf altem Gipsputz geeignet (siehe oben) - auch wenn mich das wundert.

Müsste doch so passen? falls nicht, meldet Euch doch kurz - habe das Material noch nicht bestellt!

Viele Grüsse

Klaus