Putzart identifizieren - Gipsputz oder nicht?

05.08.2020 liesepetz


Liebes Forum,
ich habe nach ausgiebiger Suche im Netz hier die hilfreichsten Infos zur Identifizierung von Putzarten gefunden, komme aber leider nicht weiter. Bei mir geht es um die Frage, ob ein Innenputz ein Gipsputz ist oder nicht. Dieser wäre nämlich für die angedachte Innendämmung mit Multipor nicht zulässig. Es handelt sich um einen bewohnten Keller mit 36,5er Hohlblock-Kellersteinen in Leichtbeton unbekannter Dichte/Wärmeleitfähigkeit. Außen mit Bitumen abgedichtet, unzugänglich unter einer Terrasse und einem betonierten und gefliesten Hauseingang, sowie zu nahe an einer Außentreppe (Hanglage), um von außen ökonomisch vertretbar dran zu kommen. Darauf sollen innen 5-6cm Multipor. Ich möchte wegen Zeitdruck und unglaublich viel andererer anfallender Arbeit nicht den Putz vorher abschlagen und die Wand neu mit Grundputz begradigen, wenn das nicht absolut nötig ist.
Leider wurde alles anders gebaut, als es in der Baubeschreibung von 1979 steht. Daher bin ich mir auch nicht sicher, ob es sich wirklich um MP75 Gipsputz handelt.
Die Hausmittel "Nagel in Putz schlagen, diesen Befeuchten und 2 Tage warten, schauen ob Rost angesetzt" sowie "Salzsäure drauf und Schaumentwicklung beobachten" haben bei mir im Vergleich von besagtem unbekannten Putz, einmal definitiv Gipsputz (Elektriker Schnellputz), und einmal definitiv Zementputz, absolut keine schlüssigen Ergebnisse geliefert. Alles reagiert ungefähr gleich.
Wie geht es weiter? Gibt es noch andere Methoden, um den Putz zu bestimmen? Wenn eine Probe in ein Labor muss, hat jemand eine Emfpehlung, und was kostet das?
Danke und Gruß,
Liesepetz



Gips ist sehr weiß und sehr fest



Ist der Putz "strahlend" weiß, sehr fest und „kreidet“ er kaum, kann man davon ausgehen, dass es sich um Gipsputz handelt.

Viele Grüße!

Philipp



wo strahlt das Weiße denn am Gipsputz?



Wo genau ist der denn "strahlend" weiß ? Wenn man ihn abschlägt und die Farbe der Bruchkanten anschaut, dann ist er eher sehr hell grau. Heller und weniger grau als ein Zementputz, aber einen Tick mehr als der Elektriker-Gips, den ich verwendet habe. An der glatten Wandoberfläche ist er aber in der Tat strahlend weiß ("Sinterschicht?) und unterscheidet sich in der Farbe deutlich vom Zementputz (aber auch vom (nicht geglätteten oder sonstwie bearbeiteten) Elektriker-Gips, der zur FIxierung von Trinkwasserrohren und Steckdosen verwendet wurde und ebenfalls deutlich dunkler ist, mit einem Stich ins Gelbliche).

Man kann ein rausgebrochenes Teil schlecht zum "Malen" auf der Straße verwenden. Auch beim darüber Reiben mit den Fingern kreidet er nicht. Gleiches gilt aber auch für den Zementputz. Wie gesagt erschwert das trotz optischer Unterschiedlichkeit ansonsten kaum unterscheidbare Verhalten die Einschätzung erheblich... Ich dachte auch schon an Kalkzementputz (weil deutlich heller als reiner Zementputz), aber er reagiert auch nicht auf 12%ige Salzsäure, bzw. nicht anders als der eindeutige Zementputz.

Ich habe mittlerweile bei 2 Laboren angefragt - sind netto 150-190€ ein fairer Preis für die Putzbestimmung? Ich hätte mit der Hälfte gerechnet. Geht ja nur darum, ob Gips drin ist...




Putz-Webinar Auszug


Zu den Webinaren