sandenden Zementputz verfestigen ohne Einsatz von Chemie

03.01.2013 J. Spatz



Hallo liebe Fachwerker,

an unserem Fachwerkhaus gibt es einen Anbau aus den 60ern. Mit den traditionellen Fachwerkbaustoffen ist das sanieren ja relativ einfach (Lehm mit Lehm, Kalk mit Kalk und Holz mit Holz renovieren). Im Anbau habe ich es jetzt mit "modernen" Baustoffen zu tun und stehe vor den entsprechenden Problemen. In dem zu sanierenden Raum ist das Bad untergebracht.

Der Wandaufbau:
Bimsbetonsteine (brüchig) mit Kalkmörtel (weich) gemauert, darüber magerer sandender Zementputz (stabiler als die Mauersteine), darüber Dispersionsfarbe und Fliesen.

Die Dispersionsfarbe und die Fliesen samt Kleber sind mittlerweile unten. Die neuen Wasseranschlüsse sind verlegt. Jetzt möchte ich die Wände neu verfliesen und verputzen.

Meine Frage ist: Wie mache ich aus dem sandenen Zementputz einen tragfähigen Untergrund ohne die chemische Keule der handelsüblichen Tiefengründe? Oder geht das garnicht?

Ich wünsche Euch noch ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Viele Grüße
Dorothea



Alles was bröckelt...



... muss runter, ab und weg...

sh



hallo



sandende untergründe kannst du nur mit Tiefengrund verfestigen
aber auch nur wenn der wirklich nur sandet und sich nicht mit nem besen von der Wand kehren lässt.
stellen sie sich aber bitte das fliesenlegen nicht so einfach vor, jeder untergrund erfordert andere maßnamen, dann sind abdichtungen im bereich Dusche und Wanne nötig.
es sind viele arbeiten notwendig die viel raum für fehler lassen. gerade für laien ist auch ein absolut gerader untergrund empfehlenswehrt ich glaube nicht das sie diesen mit ihren beiputzversuchen ereichen.
ich würde ihnen empfehlen entweder alles ab und nen ordendtlichen lehrenputz mit kalkzementleichtputz oder gipskartonplatten anzubringen.
auserdem ist in tiefengrund nicht mehr Chemie wie im Putz auch :-)

mfg alex



Moin Dorothea,



ich bin auch gerade an so einem Bad dran....

Was hast du für ein Problem mit Tiefgrund?

Willst du den Fliesenspiegel so lassen?

Es gab hier mal den Hinweis auf Kaliwasserglaslösung zur Putz-Verfestigung - ich kenne aber das Mischverhältnis nicht.

Gruss, Boris



hallo,



erstmal würde ich festellen ob das absanden wirklich überall nur oberflächlich ist,danach sollte man überlegen ob es sinnvoll sein könnte solch alten putz nur oberflächlich festigen zu wollen (!!!)...ist es natürlich nicht,denn was nutzt die oberfläche wenn darunter alles munter weiterrieselt?...rein garnix würde ich behaupten...nee,überlegen sie ob es sich nicht vielleicht besser darstellen ließe wenn sie einfach diesen alten putz runternehmen und einen neuen aufbringen...das ist ein wenig mehr arbeit die aber nachhaltig mehr einbringen wird...gruß



Putzfestigung?



Mir hat man auch Wasserglas für einen ähnlichen Zweck empfohlen, woraufhin ich mir gleich einen Kanister bestellte.
Zum Mischungsverhältnis gibt es je nach Zweck verschiedene Angaben, allerdings bin ich nach Lektüre dieses Artikels

http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege/Warum-die-festigende-Wirkung-von-Wasserglas-%C3%BCberwiegend-Nachteile-hat/1997117109304

wieder von Wasserglas abgekommen, zumal verlässliche Angaben über die genaue Art der Anwendung dürftig sind und im Fraunhofer-Bericht auch und gerade bei Mischung von kontraproduktiver Wirkung berichtet wird.

Grundsätzlich könnte Staubkalk eine Alternative sein, wenn man ihn bekommt (ich warte noch auf eine Antwort von Fa. Solubel).

Für viel wichtiger halte ich die Klärung der Frage, ab wann ein Putz wirklich hin ist und auf jeden Fall runter muss, bzw. ob manche Altputze nicht ohne Grund eine eher magere Mischung haben, die zwar etwas sandet, wenn man dran kratzt, aber ansonsten noch ewig halten könnte.



wen



nur die Oberfläche sandet habe ich gute Erfahrung mit
1. gründlich Annässen
2. Verreiben von dünner Kalk/Zementschlämpe mit einem Filzbrett, mehrmaliger Auftrag an einem Tag - wand darf dabei nicht austrocknen.

so eine Art Tiefen-Imprägnierung mit Bindemittel, ob das in ihrem Fall reicht, kann ich nicht sagen:

Der Test ist aber fast kostenlos.





Hallo,

wenn weiter Fliesen geklebt werden sollen, machen alle Kalkrezepte keinen Sinn.
Es geht am festigen kein Weg vorbei, wobei Kaliwasserglas eine bewährte Möglichkeit ist. Ich empfehle Verdünnung mit Wasser 1:1.

Grüße



Fortschritt



Erst mal vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe die Wände jetzt mit einem Maurerhammer bearbeitet und alles lockere abgeschlagen. Wobei sich gezeigt hat, dass der Putz zwar sandet, wenn man mit der Hand darüberstreicht, aber sonst sehr fest ist. Nur über und unter dem Fenster lies er sich mit einem Meisel abschlagen.

Die Idee von Olaf mit der Festigung mit Bindemittel werde ich mal Testen, allerdings nur mit Zement ohne Kalk.

Ich denke im Grunde ist der Putz tragfähig die alten Fliesen ließen sich ja auch nur mit roher Gewalt entfernen.

Ich werde Euch mein Ergebnis berichten.

Viele Grüße und Erfolg bei Euren Projekten#
Dorothea