Zementputz auf Vollziegel-Sockel?

04.04.2010



Hallo nochmal.

Ich setze mich immer noch mit der Sanierungsbeschreibung unseres MFH auseinander, welches von ca.1900 ist.

An der Probeschachtung ist festgestellt worden, dass die Gründung Vollziegel auf gestampftem Lehm ist.
Das Haus steht am Hang mehr oder weniger in einer teildurchlässigen Lehmgrube.
Der Keller ist nass, aber wahrscheinlich wegen eines fehlerhaften Falltonrohres.



Der Sanierungsvorschlag des Architekten lautet, freischachten bis auf Gründungsebene, Ziegel mit einem Sperrputz (Zementputz?) mit Dickbeschichtung versehen, anschliessend eine Anfüllschutzplatte (perimeter oder so), davor zur Kontrolle eine Drainage in Kies mit Kontrollschacht und Pumpe.

Jetzt lese ich hier, dass Zement für alte Häuser nichts ist. Oder gilt das im Sockelbereich nicht?

Was mir nicht ganz klar ist, die Feuchtigkeit war nur in einem Raum. Wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen oder sollte man, wenn man aufschachten lässt, das gleich so nach der Empfehlung machen lassen?

Insbesondere die Dickschicht ist nicht ganz billig.





Hallo,

ich würde dem Zementputz einen Kalk-Zementputz vorziehen. Der wird nicht so spröde und neigt daher weniger zum reißen.
Ob eine Dränage Sinnvoll ist hängt vom Lastfall am Objekt ab. Auf jedem Fall ist eine Dränage mehr als ein in Kies versenktes Rohr.
Abgesehen davon ist das einleiten von Dränwasser genehmigungspflichtig.


Grüße aus Schönebeck



Zementputz



Hallo,

dass war die Methode die bis in die 80er Jahre gültig hatte.
Lassen Sie bitte die Finger von allem was schwarz ist (Dickbeschichtung) und von Zement sowie Drainagen.

Fugen Sie stattdessen die Fugen ordentlich fest aus und versehen Sie den Sockel mit einer Dichtschlämme, z.B. von Remmers, wobei Sie sich streng an die Werksanleitung halten.

Grüße



Dichtschlämme



Danke für den Hinweis. Der Architekt ist schon älter aber das die Methode nur bis in die 80er so aktuell war hat er mir nicht mitgeteilt.

Auf meine Nachfrage hat er nun auch gesagt, dass die Drainage nicht unbedingt notwendig ist er sie aber aus "Sicherheitsgründen" setzen würde. Sie wäre - sofern benötigt - viel billiger zu drainieren als erneut aufzuschachten?!?!

Ich werde den Vorschlag mit der Dichtschlemme und dem Ausfugen weiterleiten.
Das kann natürlich sein, dass das kostenmässig sehr intensiv wird, da es sich um eine Länge von 16m und eine Tiefe von fast 3meter handelt.
Die verwendeten Ziegel haben in Vergleich zu heutigen Steinen ein eher sehr kleines Mass, d.h. es gibt viele Fugen.

Dichtschlämme sagte mir garnix. Ich habe danach gegoogelt und bin jetzt etwas verwirrt. Dichtschlämme scheint ein Kunststoff-Zementgemisch zu sein, einkomponentig aushärtend. In der einen Anleitung steht, das hinterher ein Bitumenanstrich angebracht werden soll, in der anderen, dass bei Ziegel vorher verputzt werden soll.

http://www.bybest.de/tm/TM_StoMurisol_DS.pdf

http://www.heimwerker.de/heimwerker/heimwerker-beratung/bauen-und-renovieren/bauwerke-sanieren/bauwerke-abdichten/dichtschlaemme-abdichtschlaem.html

Gut, es wird im Internet viel Unsinn geschrieben, nur es geht mir weder ein, warum ich auf Ziegel einen Putz brauche, noch warum der Bitumenanstrich nach der Dichtschlämme dann noch notwendig wäre?

So wie ich es jetzt nach dem letzten Beitrag verstehe, wäre die bauwerkstypische und zeitgemäße Konstruktion ein Kalk-Zementputz oder eine mineralische Dichtschlämme nach einer Neuverfugung ohne davorliegende Dränage aber mit Anfüllschutzplatte.

Die Dränage würde kosten, aber nicht schaden.

Mal sehen was das kostenmässig ändert.





Hallo,

das alles was Schwarz ist nur bis in die 80er Jahre seine Gültigkeit hatte ist falsch, ich nehme an Herr Beckmann meint Teerprodukte, diese wurden zu der Zeit noch reichlich verbaut, heute dürfen sie nicht mehr eingesetzt werden.
Kunststoff Modifizierende Bitumendickbeschichtung (KMB) ist heute in der Bauwerksabdichtung Stand der Technik.
Eine Bauwergsabdichtung nur durch verfugen des erdberührten Mauerwerk wird sicher nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

Auch die Dichtungsschlämmen von Remmers bestehen überwiegend aus Zement.

Dränagen die nicht ordentlich geplant, ausgeführt und gewartet sind können das Gegenteil von dem bewirken als das wofür sie eigentlich gedacht sind.


Grüße aus Schönebeck



KMB



Dickbeschichtung stand auch in der Sanierungsbeschreibung. Danke für den Hinweis, dass das nicht Bitumen ist.

Insoweit diskutieren wir scheinbar hier nur Nuancen:

- Die Fugen sollen verfüllt werden, mineralisch oder durch Putz. Dieser mit Elastomeren Anteilen, also Kalk oder Polymer.
- Davor kommt eine Dickbeschichtung oder mineralische Schlämme mit Dichteigenschaft.
- Anfüllschutz
- sofern benötig Dränage.

Also liegt der Archi doch nicht ganz daneben.
Das gibt mir etwas mehr Zutrauen.

Danke





KMB = Kunststoff Modifizierende Bitumendickbeschichtung

Bis auf die Dränage ist der Sanierungsvorschlag OK.


Grüße aus Schönebeck



Putz auf Sockel ?



Hallo,

mit "schwarz" meine ich auch KMB !
Die Regeln für die sachgemäße Anwendung sind nicht nur für Selbermacher zu kompliziert.
Zwar ist KMB neben Schlämme als gleichberechtigter Stand der technik anerkannt aber eben nur unter engen Voraussetzungen, die Sie eben kaum erfüllen können.

Grüße





Hallo Herr Beckmann,

1. Geht es hier um die Vertikalabdichtung erdberührter Bauteile.
2. Sind Dichtungsschlämme erst seit März diesen Jahres per DIN geregelt. KMB schon über viele Jahre.
3. Ist die Verarbeitung von Dichtungsschlämmen nicht unkomplizierter als die von KMB, der Teufel steckt im Detail und das sind die Vorarbeiten die bei beiden Abdichtungen über deren Funktion entscheiden.

Grüße aus Schönebeck



Fundamentzustand



Ich habe die freigeschachtete Stelle heute nochmal angesehen. Nicht dass wir uns falsch verstehen. Die Gründung erfolgte direkt mit Ziegel auf Lehm.
Die Fundamente sind ab der zweiten Reihe ordentlich gemauert, aber keine "Sichtmauer" wie ein Ziegelau mit Sichtmauerwerk. Die Zeigel stehen schon mal weiter vorne und hinten und die Fugen sind auch nicht wirklich gleich gross.

Das auf eine Ebene auszufugen weiss ich nicht ob das möglich ist.
Was ist denn der Nachteil an einem elastomerputz (Kalk Zement oder polymer) mit anschliessender KMB Beschichtung?
Risse sind nirgendwo zu sehen.





Wegen dem Missverständnis:
Sockel ist oberhalb des Gelände.

Sie wollen nicht den Sockel Abdichten sondern die Mauerbereiche die in der Erde stecken.

Den Egalisierungsputz brauchen beide Systeme, einen Anfüllschutz brauchen auch beide Abdichtungen.
Bei gewissenhafter Ausführung Funktionieren sie auch beide.

Vor- oder Nachteile...

...Glaubenskriege!

Grüße aus Schönebeck