Zementputz auf Sandsteinsockel jetzt im Winter abschlagen?

27.11.2008



Wir sanieren im Moment das Erdgeschoss eines 100 jährigen Hauses (wie sich durch Zeitungsfunde im Boden jetzt herausstellte).

Der Sandsteinkeller ragt ca 80 cm über den Erdboden, er ist ca 1955 an der Wetterseite, mit einem Zementputz verputzt worden
Die 20 Jahre vermieteten Räume, waren an mehreren Stellen über Fußbodenniveau feucht.
Beim Heraussreißen des teilweise morschen Dielenbodens zeigte sich, dass die Holzbalken unter den Dielen ca 20cm in die Außenwände (36er) eingelassen waren und zwar genau im Übergang Sandstein- und Ziegelmauerwerk.
Dort haben wir jetzt tiefe Löcher.
Die Holzbalkenenden waren sehr nass.

meine Fragen:
Würde es helfen den Zementputz außen an der Wetterseite jetzt (im Winter) abzuschlagen, um ein Trocknen der Wände zu beschleunigen oder warte ich besser bis zum Frühjahr?

Im Moment sind in der EG- Wohnung die Heizkörper entfernt,
sollten wir besser ein Trocknungsgerät aufstellen?


mit freundlichen Grüßen
lila



je früher der Zementputz weg ist



umso schneller können die Sandsteine abtrocknen. Auch im Winter gibt es gute Trocknungstage. Ob sich jedoch jetzt ein zusätzlicher Entfeuchter lohnt,wage ich zu bezweifeln. Der Trocknungsprozeß dauert sowieso sehr lange, 1/2 Jahr muß man da schon einkalkulieren.



zement und sandstein



Mir hat ein Sachverständiger vor kurzem sehr vehement abgeraten, einen Zementputz, oder auch nur einen zementhaltigen Putz auf Sandstein aufzubringen: Zement zersetze den Sandstein. Dies würde zwar Jahrzehnte dauern, der Sandstein würde sich durch eine chemische Reaktion vollständig zersetzen und nur noch loser Sand übrigbleiben. Die Folge: handelt es sich um eine Fundamentmauer, sind die Folgen natürlich katastrophal.
Informiere sich mal in dieser Richtung. Es könnte sein, dass Du beim Abschlagen des Zementputzes eine üble Überraschung erlebst.
Gruß
Stephan





Also ich würd den Putz jetzt drauf lassen. Auf die paar Wochen kommt es nun nicht mehr an.
Sie bekommen den neuen Putz eh nicht mehr drauf.
Alles was erreicht wird ist dass das Mauerwerk nun völlig ungeschützt Regenwasser aufnimmt. Und das ist ohne Zementputz bedeutend mehr als mit marodem Putz.
Und wer kann schon genau sagen wie das Mauerwerk unterm Putz ausschaut. Nachher haben Sie jede Menge Fehlstellen die eventuell Ameisen oder dergleichen über den Winter zum Einzug animieren.

gruß





Hallo Herr Schröters,
eigentlich dachte ich daran den Sandsteinsockel in Zukunft unverputzt zu lassen um Feuchte von unten abtrocknen zu lassen -
oder sollte dort unbedingt wieder verputzt werden (Wetterseite) und wenn ja, mit was?
Grüße
lila





zunächst mal sollte die Feuchte -Ursache ermittelt und abgestellt werden.
Die Auflager der Deckenhölze führen zu einer Schwächung des Außenmauerwerks(punktuell). Hierdurch entstehen Kältebrücken. Eventuell durch Kondensatausfall anfallende feuchte wird hier vom Holz aufgenommen und kann in diesem Beereich schlecht oder garnicht verdunsten!
Die Balkenauflager wären also hier ebenso zu überprüfen wie die Frage nach einem Sockeputz(Dachüberstand vorhanden? Rinnen und Wasserführung alles IO? etc.)
Bitte entschuldigen Sie das ich Ihnen nicht aus dem Lameng ne Antwort geben kann. Ich weis leider zu wenig. Und sag ich Ihnen nun etwas explizit zu Ihrer Baumaßnahme so aus der ferne ist es durchaus Möglich das meine Empfehlung sich Vorort als Falsch oder überflüssig herausstellt.

An besten Sie lassen mal nen Fachunternehmer Antanzen und sich einen Sanierungvorschlag unterbreiten(Angebote sich Kostenfrei) und Fragen gezielt den Unternehmer ob und warum das und das und jenes gemacht werden muß, soll. Danach sollten Sie dann besser eine Entscheidung finden können.

gruß



Zementputz



Gibt es zwischen dem verputzten Sandsteinsockel und dem Erdgeschoßmauerwerk darüber einen Absatz?
Wenn ja, wie weit springt dieser Absatz heraus, ist die Fläche abgeschrägt, mit etwas belegt wie Fliesen oder ist nur ein einfacher Zementschlag drauf?
Ein Foto davon wäre hilfreich!

Viele Grüße





Guten Morgen Herr Böttcher,

(das mit dem Bild klappt heute leider nicht mehr ,da muss ich mir von meiner besseren Hälfte helfen lassen)

Der verputzte Sockel springt 4,5 cm vor, die Neigung beträgt ca 0,7-1 cm. Er liegt auf der Südseite des Doppelhauses.
Der Dachüberstand ist auch nicht besonders groß.

An der Westseite war der Sandstein noch nie verputzt.
( Auch da war die Wand feucht, aber seit letztem Jahr ist der Kanal der Straße und die Dachrinne erneuert worden. Sehr langsam zeichnet sich im Keller eine Besserung ab)

Gruß
lila





Oh Mist, ich habe vergessen zu erwähnen, dass der Absatz nur mit dem Zementputz belegt ist.
lila



Zementsockel



Nun, dann hätten Sie schon mal einen der üblichen Verdächtigen.
Durch solche Absätze wird Wasser, das an der Fassade bei Regen herunterläuft in den Absatz geleitet. Genau dahinter befinden sich die Deckenbalken.
Dazu kommen noch die kapillare Verteilung des Spritzwassers (inklusive Hundepisse und Auftausalz) durch den Zementputz.
Aufsteigende Kapillarfeuchte kann man nach meiner Erfahrung bei Sockelmauerwerk aus Naturstein vernachlässigen.
Auch ich halte die Abnahme des Zementverputzes für sinnvoll, da das darunterliegende Mauerwerk anscheinend als Sichtmauerwerk ausgeführt wurde.
Ein Problem sehe ich ebenfalls im Abschlagen des Putzes. Zerstörungen durch Zement sind nicht zu befürchten, eher Schalenbildung durch Frost und Salzeintragungen. Je nach Festigkeit des Steines und des Verputzes kann die Schale auch im Stein ausgebildet werden.
Sehr fester Zementverputz kann beim Entfernen zum Abtrag auch der Steinoberfläche führen.
Vorher sollte Sie unbedingt an mehreren Stellen Probeflächen von einigen cm² freilegen, um die Haftung des Putzes und die Oberflächenbeschaffenheit des Steins nachzuprüfen.

Viele Grüße





Vielen, vielen Dank für ihre Mühe Herr Böttcher,

ich werde morgen versuchen den Putz etwas abzuschlagen,
hoffentlich habe ich Glück und der Sandstein hält das aus.

Wie könnte ich den Absatz selbst sinnvoll schützen ?
Mit einem Blech ?

Der Putz des ganzen Hauses müsste eigentlich herunter, was aber im Moment finanziell einfach nicht geht.
Bis dahin bräuchte ich eine Zwischenlösung (evtl. sogar bis zur Höhe der Fenster im Erdgeschoss), die ich selber durchführen kann.
Grüße
lila



Zementputz etwas abgeschlagen- Sandstein darunter feucht



Ich habe heute schon versucht etwas von dem Zementputz abzuschlagen (ca 50 x 30 cm), der Sandstein darunter war ziemlich feucht.
Der Putz sitzt allerdings fast überall bombenfest - ohne maschinelle Hilfe wird das Abschlagen fast unmöglich sein.

Meine Fragen:

Was mache ich mit dem Absatz und dem Putz über dem Ziegelmauerwerk bis zum Fenster (ca 1m hoch)?

Ich brauche aus finanziellen Gründen eine Zwischenlösung die ich weitgehend selbst durchführen kann.

Herr Schröter hat übrigens Recht mit den Kältebrücken, man sieht diese Stellen von außen deutlich, -dort ist der Putz (über dem Ziegelmauerwerk) ganz marode.
Die Balken wurden aus der Mauer entfernt und die Löcher müssen nach einer Trocknungszeit (Dauer??) wieder vermauert werden.
Grüße
lila





Ich bleib dabei.
Der Putz sollte zumindest über den Winter dranbleiben.
Der nasse Sandstein läuft Gefahr durch Frostsprengung in den nächsten Wochen Schaden zu nehmen.
Über dem Absatz, den Georg erfragt hat sollte ein Blech zur Wasserführung angebracht werden.
Und das möglichst bald.



Feuchtes Mauerwerk



Hallo, durch die vielen Ratschläge kommt man leicht durcheinander, nach dem Motto, viele Köche verderben den Brei und man ist hinterher genauso schlau wie vorher. Der beste Tip war eigentlich, sich einen wirklichen Fachmann zu holen, der einen seriös berät. Aber aufpassen, nicht jeder ist seriös, also möglichst auch über ihn erkundigen. Zu dem feuchten Mauerwerk nur kurz: Ist ein Mauerwerk total durchfeuchtet, trocknet es von selbst n i c h t mehr aus. Da hilft auch kein aufstellen eines Trocknungsgerätes im Raum oder abschlagen des Putzes und Sonne. Dieses Mauerwerk m u s s mit einem Kondenstrockner getrocknet werden. Das heisst Löcher müssen gebohrt werden, Sonden kommen in diese und man kann zuschauen, wie sich das Wasser im Sammelbehälter des Kondenstrockengerätes sammelt. Der Aussenputz kann zunächst dran bleiben. Auf diese Weise ist man dem Problem auf angemessene Weise begegnet. Sollten Sie beabsichtigen neue Holzbalken in das nun trockene Mauerwerk zu legen, dürfen diese auf keinen Fall wieder eingemauert werden, wie man dass früher tat. Unter den Balken kommt eine Feuchtigkeitssperre (meist Bitumenpappe) und der Balken wird "luftumspült" eingelegt. Dass heisst,mindestens 2 cm Luft zwischen Stein und Holz lassen. Es empfhielt sich, zuerst die Arbeiten im Innenbereich zu erledigen. Im Außenbereich arbeitet es sich im Frühjahr angenehmer. Wenn der Sockel vorsteht, wäre eine Blechabdeckung (Zinkblech)von Vorteil, die sollte aber ein Fachmann herstellen. Vor all diesen Maßnahmen empfhielt es sich zu prüfen, ob im Mauerwerk Aufsteigende Feuchtigkeit vorhanden bzw. feststellbar ist. Da führen entsprechende Firmen kostenlose Messungen der Feuchtigkeit durch. Da kann es sein, dass auch noch eine horizontale Feuchtigkeitssperre notwendig wird. Das kostet zwar einiges, hilft jedoch nachhaltig.