Aussenputz Kalkputz oder Kalkzementputz???

04.10.2005



Wir planen derzeit die Sanierung unserer Fachwerkfassade.
Die Fachmeinungen gehen jedoch stark auseinander - ob nun ein Kalkputz oder ein Kalkzementputz "haltbarer bzw. besser" ist. (verschiedene Gefache sollen neuen Putz erhalten, die die Putzflächen sehr hohl klingen)
Was ist nun besser?



Zement



hat an, und in einem Fachwerkhaus, zumindest in der nähe der Holzkonstruktion, nicht zu suchen. Da Zement zeitlebens Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und am Holz anstehen läßt. Außerdem ist ein Kalkzementputz viel zu starr, um langfristig in einem Fachwerkfeld zu halten. Wird nur bald wieder hohl klingen. Immer reinen Kalkputz (meinen Lieferanten findest du unter www.limestone.de) oder Lehmput, zwo möglich, verwenden. Mit lehmigen Grüssen Martin



auf keinem Fall Zement



hallo,
wie sind die Ausfachungen aufgebaut? Lehm? Ziegel, Ducksteine, Porenbeton(!!!). Lehmputz auf Lehmausfachung ist das Beste, jedoch nicht auf der Wetterseite. Kalk auf Lehm braucht einen Haftputz. Kalk auf Ziegel ist OK.
Gestern hatten wir unsere monatliche Sitzung in WR, es wurde auch über Außenputze gesprochen. Manche mischen Leinöl im Kalk, früher hat man Magerquark mit eingemischt.
Es gibt eine Reihe von Rezepturen, die den Kalkputz verbessert. Manche Bio-Farbfirmen und Bio-Putzfirmen haben solche Produkte im Programm.
M.f.G.
J.E.Hamesse





An einer Fachwerkfassade ist im üblichen ein reiner Kalkputz anzubringen. Gründe sind wie oben schon aufgeführt die höhere Flexibilität und somit die Haltbarkeit der Putzplatten gerade in einem stetigen geringfügigen Bewegungen ausgesetzten Haus aus Fachwerk. Dann die Fähigkeit zur Aufnahme und Abgabe (!) von Feuchtigkeit. Trotz allem darf auch hier der Putz nicht an den Balken anschließen, sondern sollte 1-2 mm vom Balken entfernt enden. Mit einer Maurerkelle einfach nach dem Putzen am Balken entlang fahren - der Fachbegriff dafür heißt wohl Kellenschlag. Und der dritte Grund wäre, das aus dem Hausinneren nach außen diffundierende Feuchte durch einen Zementputz gesperrt wird. Dies führt zu einer höheren Feuchte in der Außenwand selbst. Dies senkt die Wärmedämmfähigkeit der Wand in größerem Maße. Und die feuchtere Wand senkt natürlich auch die Lebensdauer des Balkenwerkes.

Alte zwei- bis dreihundertjährige Fachwerkhäuser stehen noch immer, weil dort kein Zement eingesetzt wurde!

Grüße,Frank