Kalk-Zement-Putz auf Ziegel-/Bruchsteinwand

12.09.2009



Hallo,
lasen wir gerade unsere Ziegel-/Bruchsteinwand(Nord-Aussenwand) verputzen.
Wir haben den alten Putz abgeschlagen, die Steine sind mit Kalk-Mörtel aufeinander gesetzt. Wir haben extra eine Baufirma beauftragt, die Erfahrung in der reastaurierung von Altbauten hat. Bei der Besichtigung vor Ort hat der Firmen Chef auch einen kompetenten Eindruck gemacht. Nach dem Abschlagen ist die Wand mit einem Sandstrahlgerät bearbeitet worden. Jetzt musste ich feststellen, dass Kalk-Zement-Putz aufgetragen wurde. In diesem Forum habe ich schon öfters gelesen, dass man eher zu reinem Kalk-Putz greifen soll. Kann es jetzt zu Problemen kommen? Was macht der Kalk-Zement-Putz (Haben die Maurer selber angemischt) mit dem Stein? Wie lange hält der Putz im Vergleich zu dem reinen Kalk-Putz. Der Handwerker hat gesagt, ohne Zementanteil würde der Putz gar nicht halten.
Wer kann weiterhelfen? Muss der neue Putz wieder runter?
Und ich wollte keine Farbe auftragen, eigendlich nur etwas was den Putz Wasserabweisend macht. Ach ja, über dem Verputzden ist eine Ziegelsteinwand. Kann ich die auch Wasserabweisend machen oder ist es besser Farbe aufzutragen.
Danke für die Antworten
LG
Bernhard Siebken



Außenputz



Nicht das Material macht es, sondern die Abstimmung der einzelnen Putzschichten hinsichtlich der Härte auf den Untergrund und die Bewitterung des Putzes.
Fragen Sie Ihre ausführende Firma nach dem angewendeten Putzaufbau und lassen Sie sich schriftlich die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik nachweisen, diesen Beweis sind sie Ihnen schuldig.

Viele Grüße



Reihenfolgen des Aufbaues



Danke für die Antwort.
Den Aufbau des Putzes kann ich so wiedergeben:
- Sandgestrahlt
- Vorgeworfen mit Esrichsand/Zement.
- Als letztes den Kalk-Zement-Putz, in einer Schicht.
Gibt es da, eine allgemein anerkannten Regeln der Technik? Kann ich irgend wo nachlesen?
Muss die Firma mir den Nachweis geben?

Gruß



Man bekommt meist



was man bestellt!

Wenn nichts anderes vereinbart ist, macht der drauf was er will und er für richtig hält!

Ich halte nichts von zementären Putzen - aber rechtlich werden Sie keine Chance haben, wenn es nicht anders schriftlich festgehalten wurde!

sorry

FK



Ich will ja nichts



rechtlich klären.
Bei dem Angebot stand ja drin...Kalk-Zement-Putz.
Wie soll ich als Laie wissen was richtig ist oder nicht?
Oder was besser ist, Zement Putz oder Lufkalkputz? Ich muss mich da auf die Fachleute verlassen oder das was die vorschlagen. Wenn mir der Chef von der Baufirma, Lufkalkputz vorgeschlagen hätte, hätte ich den vieleicht auch genommen. Es war drei Firmen da und keiner hat etwas von Lufkalkputz gesagt.
Ich wollte ja nur wissen, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist...oder nicht, was nach der Meinung anderer Fachleute, richtig ist.

Sorry
B.S.



Außenputz



Es gibt
"Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton",
der Herausgeber ist der Industrieverband Werkmörtel e.V.
Hier sind die allgemein anerkannten Regeln zusammengefasst.
Sie finden dort z.B. auf der Seite 35 Putzsysteme für den Außenputz (entspricht Tabelle 2 der DIN V 18550).

Für Fassaden ohne besondere Anforderung kann ein Unterputz der Druckfestigkeitskategorien CS I, CS II oder CS III eingesetzt werden, die Mörtelgruppe ist P I oder P II.
Für den Oberputz sind angegeben die Druckfestigkeitskategorien CS I, CS II und CS III, Mörtelgruppen PI und PII.
Können Sie mit diesen Angaben etwas anfangen?
Nein.

Nur soviel:
Ein PII (Kalkzementputz) kann je nach Sorte und Art eine Druckfestigkeitskategorie CS II oder CS III haben.
CS II bedeutet eine Druckfestigkeit von 1,5 - 5 N/mm², CS III von 3,5 - 7,5 N/mm².
Die Kategorie CS II kann sowohl mit einem PII als auch mit einem PIII (Zementputz) erreicht werden.
Die von meinem Kollegen Kurz hochgeschätzte Fa. Solubel gibt für Ihren Sockelputz PI (Kalkputz) ebenfalls Druckfestigkeitsklasse CS II an.
Noch mal_:
Es kommt NICHT darauf an, ob Zement drin ist oder nicht, sondern welche Festigkeiten der Putz aufweist,wie der Untergrund beschaffen ist, wie der Untergrund vorbereitet, die Wetterexposition, die Ebenheit der Fassade ist und ob bei Aufbau des Putzes die Regel:
- weich auf hart- eingehalten wird.
Danach richtet sie der Aufbau des Putzsystems.

Da ich weder den Untergrund, noch das Gebäude noch dessen Bewitterung noch die technischen Angaben der verwendeten Putze kenne, kann ich nichts dazu sagen, ob der gewählte Putzaufbau richtig ist.
Niemand kann das ohne diese Angaben.

Viele Grüße