Außenputz

21.09.2006



Hallo Gemeinschaft,

Wir wollen vor dem Winter einziehen, vorher aber eine Giebelseite (ca. 50m²) Isolieren und verputzen. (Die anderen Seiten des Hauses schaffen wir im Moment weder geldlich noch zeitlich.)

Das Haus ist z.Zt. komplett mit einem Kunstharzputz (Aussage Gipser) verputzt. Die zu verutzende Seite hat einige kleine Lücken zwischen Fachwerk und Putz, also kalt im Winter.

Was soll ich tun?
1. Den alten Putz entfernen: schaffe ich zeitlich nicht.
2. Die Seite nicht verputzen: wird im Winter recht kalt.
3. Den Putz lassen, Dämmung und neuer Putz drüber: erscheint mir nicht wirklich sinnvoll.

Hat jemand eine Idee?
Kennt jemand eine Firma im Raum Heidelberg, Mannheim, die keine Polystyrolplatten oder ähnliches verwendet?

Danke und Gruß

Matthias





Hallo,
wenn Ihnen Ihr Haus lieb ist und Sie langfristig keinen Neubau an der Stelle planen, sollten Sie den dampfdichten Bauchemieputz, wohlmöglich mit Dispersionsbeschichtung, schnellstens abhauen und gegen einen Kalkputz austauschen.
Wie nun ein möglicher Wandaufbau an ihrem Haus mit einer WD aussehen kann, lässt sich nur schwerlich hier klären. Dafür
sollten Sie sich schon entsprechende Fachleute vor Ort gönnen. Den Stukkateur oder Putzer nennen Sie Gipser? Warum? Haben Sie im Innenbereich einen Gipsputz aufgebracht? Wäre dann auch nicht so gut.
Schöne Grüße
Bernd Kibies



Der Gipser, Herr Kibies,



heißt bei uns einfach nur so, fragen sie mich nicht warum.

Danke für Ihre Antwort, wobei Sie am Kern meiner Frage etwas vorbei geht. Mein eigentliches Problem ist der nächste Winter. Denn, wie erwähnt schaffe ich es vor dem Winter nicht, den Putz zu entfernen, will aber trotzdem meinen Energieversorger nicht unnötig mit meinem Geld belasten.

Also klare Frage: wie überbrücke ich den Winter möglichst warm?

Herzliche Grüße von der Bergstraße

Matthias Stangl

P.S. Eine Rückmeldung möchte ich Ihnen bzgl. Ihrer Antwort geben. Inhaltlich mag sie völlig korrekt sein (ich kann dies nicht beurteilen, da ich kein Fachmann bin). Hätte ich aber zu Beginn meiner Umbauphase gelesen, dass ich den Putz SCHNELLSTENS entfernen muss, damit mein Haus keinen Schaden nimmt, hätte mich das in Aufregung versetzt. Heute denke ich mir, einen Winter wird das Haus schon noch aushalten.
Unbeschadet dessen bin ich über jede Antwort froh und weiß sehr wohl, dass die Sie IHRE Zeit für MEINE Frage opfern. Vielen Dank dafür.



Moment mal



Wenn Sie lediglich verputzen wollen, um weniger zu heizen, können Sie sich die Mühe sparen. Diese Heizperiode wird Sie nicht weniger kosten, nur weil Sie 2cm Putz aufbringen.
Falls Ihr "Gipser" recht hat und der Putz Kunstharz ist, sollten Sie bei der nächsten Gelegenheit Ihr Haus davon befreien.
Ist hinter dem komplett verputzten Wandbereich auch noch Fachwerk?
Wie ist denn genau der Wandaufbau innen am Fachwerk und der vom Dach und welche Heizung steht zur Verfügung?
Falls also lediglich Gefache verputzt wurden sowie ganze Fachwerke hinten(?) und Sie Kunstharzputz drauf haben, rate ich zu Lösung 2., nämlich nichts machen und im Sommer alles runter und sauberen Kalkputz aufbringen. Dämmung ist abhängig vom Dach-, Decken-, und Wandaufbau und will gut überlegt sein.

Alles Gute





Lieber Herr Stangl,
sicherlich wird Ihr Haus den nächsten Winter mit dem Kunstharzputz noch überstehen. Ich wollte damit nur sagen, daß Sie diesen Putz nicht noch Jahre drauf lassen. Kurzfristige Dämmmaßnahmen sind mir leider nicht bekannt, da ich immer auf Nachhaltigkeit bedacht bin. Diese Maßnahmen sollten natürlich immer auf den Bestand abgestimmt sein. Würde ich den kennen, könnte ich mich vielleicht dazu äußern.
Gerne zitiere ich mich auch selber:
„Pauschal lässt sich zu einer Dämmung aber nichts abschließend sagen, die Örtlichkeiten sind immer zu berücksichtigen, ansonsten können diese Aussagen in die falsche Richtung führen. Detaillösungen sind leider in einem Forum nicht zu realisieren und sollten mit einem Fachplaner vor Ort geklärt werden.“
Ich verstehe Sie so, daß Sie es in diesem Jahr nicht mehr schaffen den Putz abzuschlagen.
Evtl. beschränken Sie sich in diesem Jahr nur noch auf Reparaturmaßnahmen, so daß Sie im nächsten Jahr ganze Bauteile angehen.
Hakt eigentlich Ihre Tastatur? Frage nur, weil einige Worte sind in Großbuchstaben geschrieben.
Für Unterfangen wünsche ich Ihnen Gutes Gelingen
Bernd Kibies



Lieber Herr Schubert und lieber Herr Kibies,



Herzlichen Dank für Ihre Antworten.

Sie haben recht, ich werde bis nächstes Jahr nichts unternehmen und im nächsten Jahr in aller Ruhe eine gute Lösung suchen.

Ich dachte halt, vielleicht hat jemand schon ein ähnliches Problem temporär gelöst und einen Winter besser überstanden.

Mein Tastatur hat tatsächlich einen Fehler Herr Kibies. Allerdings betrifft dies nur die Taste "p". Das mit den Großbuchstaben scheint mir äußerst suspekt zu sein. Ich werde darauf achten ;-))

Liebe Grüße von der Bergstraße und ein schönes Wochenende

Matthias Stangl



Auch ich bin kein Freund



von Kunstharzputzen und würde diese im Normalfalle auch entfernen.
In ihrem Fall ist die Situation jedoch von der bauphysikalischen Seite her vermutlich kein Problem. Ohne Außendämmung liegt der Taupunkt in ihrer Wand zwischen Fachwerk und Kunstharzputz. Wird von außen eine ausreichende Dämmung (siehe EnEV) aufgebaut rückt die alte Putzschicht im Wandaufbau nach innen und bildet dort eine Dampfbremse, die weit genug nach innen liegt um keine Schäden zu verursachen.
Eine Diffusionsberechnung und durchdachte Detaillösungen sind immer erforderlich.

Jetzt waren die anderen Eintragungen schneller. Ich halte es natürlich immer für sinnvoller sich die Zeit für eine vernünftige Planung zu nehmen.



Ja da schau hin,



Gibt es doch eine Lösung für den Winter?

Herr Heim, auch Ihnen herzlichen Dank für Ihre Antwort. Vielleicht kann ich die Fassade ja doch noch vor dem Winter fertig stellen. Jetzt brauche ich noch einen Spezialisten vor Ort, dann schau mer mal.

Herzliche Grüße

Matthias Stangl



Beachten sie bitte meine Nebensätze:



- Kunstharzputz sollte auch aus meiner Sicht besser entfernt werden
- gute Planung erforderlich
- Diffusions- und Wärmeschutzberechnung sind erforderlich

- ein Zeitinvestition in eine gute Planung ist immer der bessere Weg

;-))



Nebensätze...



... sind meine Hobbies, Herr Heim.

Zumindest seit sich meine Tochter schulischerseits mit diesem Thema auseinadersetzt ;-))

Hatte Ihren Beitrag schon richtig verstanden. Trotzdem nochmals Danke für den Hinweis.

Matthias Stangl