Wasserglas oder Lehm als Sperrhilfe auf dem Innenputz Kalkzementputz

26.11.2009



Unser Porotonhaus (ja, ist kein Fachwerkhaus aber vielleicht kann doch jemnand was sagen) wurde Anfang August mit Rotkalkgrund als Unterputz und FIP 290 Kalkzementputz als Oberputz verputzt. - Nun kann ich mein Haus nicht mehr betreten. Reagiere wild und heftig auf einige der Kunststoffe im Putz (vermutlich die 3 verschiedenen vinylcopolymere).

Kann ich mit Kaliwasserglas streichen, um a) die Ausdünstung zu mindern b)die enorme Wasserdampfaufnahme des Putzes (enthält viel Cellusoseether) herabzusetzen. Ich weis, dass das eigentlich eine gewollte Eigenschaft des Putzes ist - aber ich vertage den nun mal gar nicht.
c) dürfte dann auf den Wasserglasanstrich ein dünner Lehmputz (alternativ oder eben zusätzlich zum Wasserglas)aufgebracht werden?
d) hat jemand eine Idee was mich noch am Putz so angreift (andere Inhaltsstoffe).
mit Dank im voraus
M Diekerhof



Innenputz



Sind Sie sich absolut sicher, das die Quelle der Allergie allein der Innenputz ist?
Kein Laminat, Fußbodenbelag, Möbel, Farbe, Fernseher, Kaminofen...

Viele Grüße



Wasserglas oder Lehm als Sperrhilfe auf dem Innenputz Kalkzementputz



Ja, da bin ich mir mittlerweile sicher. Nur in den beiden Bädern habe ich keine Reaktionen, die sind voll gefliest.
Ich habe mich auch in leere Räume nach vorherigem Lüften gesetzt und dann Fenster und Türen geschlossen. -
Die Reaktion habe ich auch im Flur Treppenhaus, dort gibt es noch keine Möbel, aber viel Wandfläche.
Die Böden sind alle gefliest, bis auf einen, da ist noch der Estrich drin.
mfG m. diekerhof



Wasserglas oder Lehm



Hallo,

bei mineralischen Untergründen ist es grundsätzlich möglich, mit Kaliwasseglas zu grundieren. Das kann auch mehrfach verdünnt mit Wasser geschehen, wobei das Wasser nur dazu ist, die Verarbeitungseigenschaften zu verbessern.
Wenn der Untergrund nicht zu glatt ist, ist danach auch der Auftrag eines dünnen Lehmputzes möglich.
Ich vermute allerdings, dass der Oberputz gefilzt ist und entsprechend glatt. Dann muß man über eine Haftbrücke nachdenken. Ich kenne nur solche, die mehr Plastik als sonstwas enthalten, geht also nicht in Ihrem fall.
In Frage käme das Abfräsen der obersten Schicht, um aufzurauhen, eine Riesensauerei, die Sie mit Ihrer Allergie auch nicht machen können. Danach ist die Wand abzuwaschen.

So ginge es aber im Prinzip.

Grüße vom Niederrhein





Hallo Herr Beckmann,

erstmal Dank für die Anwort,

ja der Oberputz ist wohl gefilzt, aber für mich als Laie wirkt er extrem rauh (wie Sandpapier). - Sie meinen vermutlich eine glatte Microstruktur, die ich so wohl nicht sehe?

Müssen nach einem Abfräsen des Oberputzes die Wände tatsächlich abgewaschen werden - und wie geht das? Mit einem Schlauch?
Wir haben die Bodenbeläge (i.W. Fliesen) schon drin. Steht dann das Wasser in den Fugen zwischen Boden und Wänden.

mfG
M Diekerhof



Reaktion auf Putz



Hallo Herr Diekerhof,

ich glaube nicht, das der neue Putz Ihr Problem ist.
Im Rotkalkputz und Kalkzementputz sind normalerweise keine Kunststoffe enthalten. Schauen Sie sich bitte die Produktdatenblätter an, damit Sie die "Zutaten" wissen.
Die Verwendung von Kalkputz ist eine baubiologische gute Materialwahl. Mich wundert eher, dass Sie für den Oberputz dann ein Materialwechsel zu Kalkzement vorgenommen haben.
Die guten diffusionsoffenen Eigenschaften vom Kalkputz haben Sie damit wieder eingeschränkt.

Ich vermute, Ihr Problem liegt wo anders als beim Putz.



Wasserglas oder Lehm als Sperrhilfe auf dem Innenputz Kalkzementputz



Hallo Herr Sauer,

"ich glaube nicht, das der neue Putz Ihr Problem ist.
Im Rotkalkputz und Kalkzementputz sind normalerweise keine Kunststoffe enthalten. Schauen Sie sich bitte die Produktdatenblätter an, damit Sie die "Zutaten" wissen..."

Glauben ist schön aber Wissen ist besser.

Mitlerweile hat ein Baubiologe Raumluftmessungen und Materialproblen untersucht.
Die von mir recherchierten Kunststoffe im Rotkalkgrund und FIP 290 wurden von Fachberatern des Herstellers bestätigt.
Für mich am wenigsten verträglich sind die drei Copolymere (Ethylencopolymer, Vinylcopolymer und Vinylchloridcopolymer).
Die Entzündungsmediatoren wurden auch bei mir bestimmt.

"Schauen Sie die Produktdatenblätter an..."

Herr Sauer, wie Sie sicherlich wissen haben wir in Deutschland keine Volldeklarationspflicht. (Hat unser Ex-Bundeskanzler Schröder 2000 auf europäischer Ebene erfolgreich verhindert).
In den Produktdatenblättern finden sie hier nur Algemeinplätze wie "Verarbeitungsmittel, Wasserrückhaltemittel, Luftporenbildner, Stellmittel, Haftmittel". Daß ein Kalkzementputz Kalk und Weisszement enthält ist nicht wirklich eine aufschlußreiche Information.


Im Gegensatz zur wiederholten Aussage meines Verputzer/Stukkateurmeisters gibt es tatsächlich noch (fast) rein mineralische Kalkputze - aber man muß da schon lange suchen. Die enthalten dann als Wasserrückhaltemittel meist noch Celluloseether aber sonst keine Kunststoffe mehr.
Manchmal sogar nur Verniculite also Schichtsilikat.

Wenn mir mein Verputzer diese Produkte auf meine wiederholten Fragen nicht vorenthalten hätte, könnte ich mein Haus ohne massive Schmerzreaktionen noch betreten.

Für konkrete Vorschläge zur Beseitigung des Schadens / zur Abhilfe bin ich weiterhin dankbar.

mfG
M Diekerhof



Bei



der Problematik gibts eigentlich nur eine Lösung: den ganzen Pamps von der Wand holen und entsorgen. Lehm wird Ausgasungen nicht verhindern und irgendwelche Sperrgründe werden auch nicht wirklich funktionieren. Jeder Bildernagel macht wieder ein Loch.
Und dann entweder einen Lehmputz oder einen baustellengemischten Kalkputz, Sand, Weisskalkhydrat und Wasser und gut.
MfG
dasMaurer