Welcher Lehmputz?

24.09.2006



Hallo,

und wieder mal ganz dumm gefragt.

Wir haben jetzt (nach längerer [beruflich bedingter] Baupause) unsere Wände bis auf den Backstein vom Putz befreit und anschließend gekalkt. Nun soll das Ganze mit Lehm verputzt werden.
Da tauchen wieder viele Neulings-Fragen auf. Also:

1. Unter-, Ober-. Feinputz
Muss man immer alle drei Sorten nacheinander verwenden?

2. Wenn da von höchstens 1 cm Schichtdicke geredet wird bedeutet das, dass man tiefere Fugen vorher verfüllen muss? Oder kann man Stellenweise auch über die Angabe gehen. ( Die Backsteinwand ist sehr uneben. Da entstehen sehr unterschiedliche Schichtdicken.)

3. Einem Bekannten ist sämtlicher Putz wieder von der Wand gefallen. Deshalb wäre ich dankbar, wenn mir jemand die wichtigsten Punkte (bezüglich Lehmputzverarbeitung) kurz auflisten könnte. (Nicht dass es mir so ergeht wie einem Fragenden aus dem Forum, der in seinem Putz ganz schlicht den Sand vergesen hatte, was jedem Fachmann natürlich klar gewesen wäre.)

4. Wir haben auf so mancher Lehmbauseite sehr schöne Objekte wie Lampen, besonders geformte Säulen und Fensterbänke gesehen. Da würden wir unserer Phantasie auch gerne freien Lauf lassen. Die Frage ist bloß mit welcher Sorte Putz (Ober-, oder Fein-, oder ...?) macht man das. Braucht man da eine Unterkonstruktion (z.B. aus Holz) oder ist das nur aus Lehm (z.B. Lampe).

5. Und zu guter Letzt eine Frage, die hier wahrscheinlich nicht öffentlich diskutiert werden darf!? Welcher Putz (Marke) ist den für den beschriebenen Zweck besonders zu empfehlen. -> auf gekalkter Backsteinwand von unerfahrenem Selbstbauer zu Verarbeiten ...

Vielen Dank mal wieder im voraus für die Mühe ... :-)



warum haben Sie die Ziegelflächen gekalkt?



hier in Kurzform meine Lehmputzempfehlungen:
1) mit unserem LehmWärmedämmputz WDP 120 können in 1 Putzlage bis 3-4cm Lehmputz aufgebracht werden. Sie können praktisch damit 1-lagig verputzen. Das gute Material besteht aus gutem KLößlehm + fein abgesiebten Holzfaserzuschlagsstoffen,ist mit Rohdichte von 750kg/cbm recht leicht,also auch recht leicht zu verarbeiten.(Zur Info: handelsübliche Lehm-Sandputze sind doppelt so schwer)
2) Vorgehensweise bei gekalkten Wänden:
a) Wand gut annässen
b) Putzfläche mit Lehmschlämme (Lehmgrundierung LG1a) einstreichen
c) direkt in die nocht Feuchte Lehmgrundierung aufputzen.
Die Oberflächen können wahlweise abgefilzt oder mit dem Schwammbrett gestaltet werden.
Nach Trocknung kann eine schöne Lehmfarbe bzw. ein Lehmstreichputz aufgestrichen werden.
Für SelbstbauerInnen organisieren wir regelmäßige Bauherrenseminare, wo Sie zusammen mit anderen Baulaien mal die Putzkelle in die Hand nehmen können. Dort kann ich Ihnen auch wichtige Tips zur Ornamentgestaltung mit Lehmputzen geben. Nächste Seminartermine: 14.Oktober oder 28.Oktober



Die Wände habe ich gekalkt weil



des alte Putz ein Kalkputz war und die Reste bzw. die Fugen stark gesandet haben. Das Kalken soll den bröseligen Putzrest bzw. die Fugen stabilisieren. ...!

Wenn ich Sie richtig verstehe, benötige ich also nur einen Unterputz und dann eine Lehmfarbe bzw. Streichputz? Warum gibt es dann eigentlich die anderen Putzarten? Sorry, für die dummen Fragen!



die unterschiedlichen Lehmputzarten haben wir im Programm,



da diese am Markt nachgefragt werden. Der eine will halt Lehmunterputz mit Strohfasern,der andere wills ohne Fasern, der eine will einen LehmFeinputz,der andere einen Lehmoberputz. Größere Geheimnisse gibt es dazu nicht.



wenn ich größere Löcher



in meiner Wand habe. Z.B. wo ein Abwasserrohr rauskommt. Da wäre die Putzstärke dann mindestens 10 cm.
Ist das auch mit Ihrem Putz machbar -> @Herr Schillberg? Oder sollte man das vorher auffüllen. Wenn ja, womit? Wie tief darf ein Loch höchstens sein, dass man es noch mit dem Unterputz von Ihnen verfüllen kann?



größere Löcher lassen sich z.B. mit Hanfleichtlehm schließen,



eine Mischung aus Lehmpulver + Hanfschäben, zu einer "wurffähigen" Masse mit Wasser angemischt.
Damit kann man einlagig 6 bis 7cm putzen.
Der lehmWärmedämmputz geht beim Risse schließen bis max. ca 4cm je Putzlage.