Kellerwand reparieren - Welches Material und welche Vorgehensweise?

20.01.2012



Hallo Forumsgemeinde,

bin gerade dabei unseren Keller zu renovieren (3 Räume) und habe die letzten 2 Wochen alle alten Farbanstriche abgeklopft und abgespachtelt sowie Risse, hohlklingende Stellen grossflächig am Mauerwerk herausgeklopft. Nun habe ich grosse Löcher an einigen Wänden (siehe Bild) und kleinere vom abspachteln.

Jetzt möchte ich die grossen Löcher in der Wand natürlich wieder Verputzen aber weiss nicht, welcher Putz dafür am besten geeignet wäre und in welchen Schritten ich am besten dabei vorgehe. Daher habe ich mal eine kleinen Fragenkatalog zusammengestellt und hoffe Ihr könnt mir paar Ratschläge geben:

1.
Welchen Putz nehme ich am besten um die Löcher zu schliessen, die Tiefe der Löcher ist an dem meisten Stellen 1,5 - 2 cm. Das Mauerwerk besteht aus Ziegelsteinen und der Putz ( vielleicht Lehm ?) ist relativ weich und sehr sandig trotz abbürsten (siehe Bild). Normalerweise hätte ich ja ein Kalkputz ins Auge gefasst aber ich weiss nicht, ob dieser nicht doch zu fest ist, da man ja nicht festen Putz auf weicheren auftragen soll.

2.
Sollte ich die doch sehr sandigen Stellen mit Tiefgrund nochmals behandeln oder nur gründlich nässen, was hebt wohl besser?

3.
Welche Farbe würdet Ihr mir empfehlen, habe einige Beiträge durchgelesen hier und denke dass eine Kalkfarbe/ Sumpfkalkfabe optimal wäre, da sehr diffusionsoffen. Ist es ratsam vor dem Anstrich die Wand nochmals zu Grundieren z.b. mit einer mineralischen Grundierung (Silikat)?

4.
An einigen Wänden habe ich durch die Abspachtelungen kleinere Unebenheiten und Löcher. Kann ich dafür eine Glätte oder Schlemme (z.b. Kalkglätte) nehmen zum Ausfüllen?

So, freu mich auf Eure Nachrichten, damit ich nächste Woche gleich loslegen kann. ;-)

Viele Grüsse
Sascha





Hier noch ein Bild von den grossen und sandigen Löchern.





Und hier eine Wand mit kleineren Löcher, Risse und Unebenheiten bis 3-4 mm Tiefe.



Kellerwand reparieren



Hallo Sascha,
Bild:für diesen Keller,Lager für Vorräte, habe ich 0-4mm Sand gewählt, als Bindemittel Sumpfkalk (kann auch Kalkhydrat sein).Losen Putz abgeklopft, Ziegel und Farbe mit einer Messingbürste gereinigt. Mit einem weichen Handbesen den Staub und losen Sand beseitigt, mit Wasser besprüht, fehlenden Putz ergänzt.Dord wo die Löcher nicht so tief waren, mit einem Quast egalisiert.Alles ohne irgendwelcher Grundierung.Den Anstrich habe ich mit Sumpfkalk, in fresco ausgeführt.

Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac





...man kann zuerst mit gröberem Korn als Grundputz ausbessern dann einen feineren Putz darüber ziehen und anschließend kalken.

Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac





Hallo Herr Klepac,

danke für Ihre Nachricht. Sollte ich den Sand bei den grossen Löchern dann lieber bis auf den Ziegelstein abschlagen, damit der Putz auch besser haftet (siehe Bild 2)?

Ich habe von meinem Nachbar noch paar Säcke HP9 Kessler Grund Kalkputz bekommen, wenn ich den in 2 Lagen auftrage müsste doch auch gehen oder eher nicht zu empfehlen?

In einem Kellerraum ist die Wand sehr glatt, da werde ich mal einen Probeanstrich mit Sumpfkalk machen ob die Haftung ausreichend ist. Falls nicht, wäre eine Mineralgrundierung ok oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Viele Grüsse
Sascha Hammer



Kellerwand reparieren



Hallo Sascha,
Habe Ihr Bild als Vorlage genommen um Ihnen etwas zu zeigen, betrifft Altputz abschlagen.
Markierung A: ich unterstelle mal, dass hier die Haftung zum Ziegel noch gut ist.
Markierung B: vermutlich ist hier der Putz locker,wenn ja - abgeklopfen.

Da ich keinerlei Erfahrung mit Produkten anderer Hersteller habe, kann ich Ihnen über deren Verarbeitung nichts sagen.Die Zusätze, die oft beigemischt werden, erleichtern die Verarbeitung,Die sogenannten Eigenschaftsvergütende Zusätze durchlaufen separat einen Herstellungsprozess.
Mit einer eigenen Mischung, hierzu brauchen Sie keinen hydraulischen Kalk, kommen Sie dem Altputz viel näher als mit einem modernen Putzmörtel.

Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac



Kellerwand streichen



...zu Ihrer Frage wegen der Haftung auf glattem Untergrund.
Ich sehe Kalk, bzw. Sumpfkalk als einen super Kleber.
Der Malgrund sollte saugend sein, da hat man´s leichter beim streichen.Bürsten Sie zur Probe eine Stelle auf und besprühen Sie leicht mit Wasser.

Zum Bild:
Hier wurde vor XX-Jahren eine Wasserdichte Zementwanne eingebracht.Zum größten Teil ist die Oberfläche sehr glatt.
Mit Sumpfkalk gestrichen, Zweck: desinfizierung.

MfG
M.Klepac





Hallo Herr Klepac,

würden Sie mir nochmal genauer beschreiben, wie ich den Groben Putz selbst anmischen kann und wo ich das Material am besten besorge (Baumarkt)? Und was sollte ich als Feinputz nehmen?

Ein hydraulischer Kalkmörtel passt dann wohl nicht auf diesen Untergrund, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Ich schätze mal es ist so ein feiner Lehmputz, sandet auch sehr wie gesagt.

Viele Grüsse

Sascha Hammer



Keller verputzen



Hallo Herr Hammer,
früher wurde auch mit ungewaschenen Sanden gearbeitet.Man konnte so an Kalk sparen und der Mörtel liess sich noch gut verarbeiten.Nehmen Sie einen Brocken von diesem Putz, legen ihn ins Wasser und zerreiben Sie ihn zwischen den Fingern -was Passiert?
Wie soll der Keller genutzt werden, wie soll die Oberfläche werden, Gestaltung?

Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac



Sand,gewaschenes Flusssand



Hallo Herr Hammer,
Sand 0-2mm,0-4mm müssten Sie üblicherweise dort bekommen wo es auch Kies und Schotter hat.Je nach Verfügbarkeit würde ich zur Probe so viel mitnehmen wie möglich.
Als Bindemittel können Sie Kalkhydrat nehmen z.B. CL90.
Zum Bild:
Unter "A" sauberes Flusssand.
Das Verhältnis Bindemittel/Sand:zwischen 1/2.5 , 1/3.5
Die verteilung des Bindemittel sehen Sie am besten, wenn Sie mit eine saubere kelle über den angerührten Mörtel ziehen.
Zuerst sollten ja die Löcher ausgebessert werden.
Grundputz aufziehen: hierzu würde ich am Vortag gut vornässen.Sie können den Grundputz mit der Kelle anglätten (vorsicht nicht zu lange glätten) dann kalken, oder mit einem Brett scheiben, für einen Deckputz.

Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac





Hallo Herr Klepac,

erstmal danke für Ihre guten Ratschläge und Beschreibungen. Ich habe heute mal ein Stück alten Putz in Wasser gelegt und konnte es danach mit den Fingern Stück für Stück zerbröseln quasi. Ich denke, das spricht für einen weichen Lehmputz?

Ich werde mir mal die Materialien nächste Woche besorgen und einen Probeauftrag machen und schauen wie das Zeug haftet.
Bis zu welcher Putzstärke würden Sie mir raten, den Putz aufzutragen? An manchen Stellen sind nämlich die Löcher etwas tiefer bis 3,5 cm.

Die Kellerräume möchte ich eigentlich nur als Lagerraum und kleine Werkstatt benutzen. Die Räume sind nicht beheitzt und sollen auch nicht als Wohnräume dienen. Die Wände müssen daher auch nicht total glatt und gerade sein.

Ich habe nun noch viele Wände wie diese hier im Bild, mit vielen kleinen Löchern und Kerben. Ich möchte jetzt nicht jedes einzelne Loch zu spachteln und eher die ganzen Wände mit der Putzkelle abziehen und die Wände noch ein wenig glätten dabei. Kann ich dazu auch die Mischung von oben verwenden oder sollte ich da eher eine andere Putzform /-Mischung nehmen?

Besten Dank vorab.

Viele Grüsse

Sascha Hammer



Keller verputzen



Hallo Herr Hammer,

-da der Putz bröselt, handelt es sich eher um Kalk.
-grosse Löcher mehrlagig auffüllen, oder Kies beimischen,
-Grundputz als Fertigputz.Putzstärke ca. 5-15mm, Sie können also Unebenheiten gut ausgleichen.
-Putz-Pflege:Lüften ist sehr wichtig, vermeiden Sie unbedingt Zugluft.Nach dem Kalken mit einer, z.B. Rebspritze, Putz feucht halten, nicht zu viel Wasser!
Entschuldigen Sie, "bin grad auf´m Sprung"
Wünsche Guten Start und Gelingen.Bis dann...

Mit besten Grüßen
Mladen Klepac





Hallo Herr Klepac,

hab mir mal Kalkputz besorgt und werde mal ein kleines Stück an der Wand verputzen und schauen wie die Haftung ist. Bin mir noch unsicher, ob ich die sandigen Stellen nicht komplett bis auf das Ziegelmauerwerk abklopfen soll. Wenn ich mit dem Finger drüber fahr, löst sich immer noch etwas Sand ab. Werde aber wie gesagt erstmal ein kleines Stück verputzen und die sandige Stelle vorher gründlich nässen. Mal schauen ob das ausreicht und der neue Putz gut auf dem alten haften bleibt.

Danke nochmal für Ihre Hilfe und guten Ratschläge zu meinem Anliegen.

Viele Grüsse
Sascha Hammer



Putz erneuern



Hallo Herr Hammer,
letzte Woche hatte ich Gelegenheit ein paar Fotos zu machen, dachte es passt zu Ihrer Frage.
Das Bild zeigt einen Altverputz, welcher in zwei lagen aufgebracht wurde.Zum späteren Zeitpunkt wurde dieser mit einem Beil oder Hammer aufgerauht - zur besser Haftung des neuen Putzes.

Mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac