Fachwerk verputzen (Bruchsteine) Benötigen Hilfe !!

09.12.2011



Hallo liebe Community,

wir haben eine Fachwerkwand freigelegt bzw. die 2-4 Zentimeter dicke alte Putzschicht (weiß/gräulich) ist halb von selbst abgegangen.

Nun wollen wir die Wand wieder verputzen.

Ich habe jetzt schon einiges im Forum gelesen, wissen aber ehrlich gesagt nicht, was wir machen sollen.

Zum einen gibt es die Möglichkeit mit Lehmputz.
Zum anderen mit Kalkputz.

1. Wir hätten die Wand gerne weiß. Fällt da Lehmputz automatisch schon aus der Auswahl?

2. Da es sich bei dem Gefache um Bruch- / Ackersteine handelt, haben wir somit keine gerade Fläche wie z.B. bei Ziegeln. Muss man die Zwischenräume der Steine vor dem Verputzen füllen (mit was? auch das die Steine alle wieder fest sitzen) oder irgendwie bearbeiten?

3. Sollte man nur über die Balken ein Gewebe machen oder wäre es sinnvoll ein Gewebe über die ganze Wand zu spannen und darauf dann zu verputzen? Wenn Gewebe ja, welches bzw. wo bekommt man sowas?

4. Was für einen Putz sollten wir verwenden? Benötigt man da einen Unterputz oder wird der Putz dann wie normaler Putz an die Wand aufgebracht?

Das wären erst einmal die Fragen, die wir hoffen, dass Ihr uns diese beantworten könnt.

Vielen Dank schon einmal im vorraus

Liebe Grüße aus dem Schwabenland



Moin,



bis die Profis hier sich melden, mal vorweg was ich mir in den letzen Jahren angeeignet hab':

1) Es gibt auch helle Lehmfarbe, Kalkfarbe auf Lehm geht aber auch.

2) Die Ausfachungen sollten nicht wackeln, also ggfls vorher mit Kalkmörtel Fugen fest ausstopfen. Kleinere Stellen kannst du getrost überputzen auch mehrere cm dick.

3) Gewebe kommt in die obere Putzlage um Spannungsrisse zu vermeiden. Was du meinst ist ein Putzträger, traditionell Schilfmatten (70-stängelig, also nicht die Dinger aus'm Garten, die sind zu eng). Möglich wären auch Rippenstreckmetall oder Ziegelrabitz. Das muss nur übers Holz.

4) Hier solltest du dir einen erfahrenen Putzer ins Haus holen, der sich die Situation vor Ort ansieht und dir die wichtigsten Dinge beibringen kann. Über den kannst du das Material beziehen und der zeigt dir auch, wie das richtig angemischt wird. Sonst machts keinen Spaß bzw. der Kram ist am nächsten Morgen wieder unten oder reisst dir später überall auf.

Lass dir v.a. genug Zeit, je nach Heizsituation kann das 4-8 Wochen dauern bis der Putz überall richtig durchgetrocknet ist und du Streichen kannst.

Gruss aus Tübingen, Boris

P.S. Zum Thema gibts hier im Forum eine Menge Beiträge, lesen lohnt sich.