Hilfe bei Gefach (Steine)

20.10.2011



Hallo liebe Community :-)

ich bin neu hier und hab gleich eine Frage...

Wir haben den Putz an einer Innenwand in unserem Haus Bj.1900 entfernt und darunter kam wie erwartet Fachwerk zum Vorschein. Wir wollen eine Wand sichtbar freilegen.

Nun ist der Inhalt der Gefache aber keine Ziegel oder sonstiges, sondern einfach normale Steine mit Ecken und Kanten und so gar nicht geordnet. Steine wie man sie im Steinbruch findet.
Dazwischen ist evtl. Lehm, es ist wie Erde, die zwischen den Steinen ist und die man zerbröseln kann.

Wie nennt man so ein Gefach?

Wie muss man bei so einem Gefache vorgehen?

Die Putz-Schicht ist 1-3cm dick und weiß.
Ist das Kalkputz?
Können wir die Putz-Schicht einfach großflächig (über die ganze Wand) entfernen, so dass man das ganze Fachwerk sieht?

Wir haben etwas bedenken, nicht dass der Putz auch das ganze in kleinem Teil mit trägt, da dieser ja nicht eben wie z.b. auf einer Ziegelwand aufgebracht ist, sondern natürlich durch die Unebenheiten der Steine auch zwischendrin etc. angebracht ist? Der Putz ist an manchen Stellen 1cm dick, an anderen 3-4cm.

Hier nochmal ein Bild

http://imageshack.us/photo/my-images/132/gefach.jpg


Ich hoffe Ihr könnt uns weiterhelfen...

Schon einmal VIELEN VIELEN DANK





denke bitte über folgende Fragen nach:

Sind Fachwerk und Gefach eigentlich dafür gemacht worden, freigelegt zu werden, oder wurden sie eher versteckt? Anno 1900 waren Konstruktionen aus Stein meistens bevorzugt, während FW gerne versteckt wurde (kann bei euch aber ganz anders sein)

Natursteinausfachung um 1900 spricht m.E für einen gewissen Sparzwang. Bei uns im Norden hat jeder, der es bezahlen konnte gebrannte Ziegel und keinen Lehm zum Verfugen verwendet (kann bei euch aber auch wieder ganz anders sein), dort wo es Geld gab (Vollmeier=Großbauern, Rübenbarone, Pferdezucht, frühindustrielle Salzgewinnung....) wurden die Häuser sogar massiv aus Ziegeln errichtet.
Bei den Innenwänden war's natürlich oft anders, die wurden billig hergestellt, aber dann auch verputzt (Stallungen und Wirtschaftgebäude mal ausgenommen). Der Abgebildete Ständer sieht aus wie Nadelholz, dass hätte man bei uns im Norden eher nicht sichtbar gelassen.

Beim Freilegen könnte das eine ziemlich unansehnliche Wand ergeben, vielleicht wird's aber auch ganz schön (die beiden Fotos helfen leider nicht recht weiter, weil man keinen Eindruck vom Gesamtgebäude bekommt).

Wenn der Putz ganz weiß ist, also richtig weiß: 'Persil-weiß' kommt eigentlich nur Gipsputz in Frage. Alles andere ist ein klein wenig rauh, enthält Sandkörner und sollte ein wenig sprudeln, wenn man einen Brocken davon in Säure wirft.
Auf dem Bild ist aber kein weißer Gipsputz zu sehen, sondern eine Stelle mit einem Elektrokabel, dass wohl nicht langer als 30 Jahre vor Ort ist, entsprechendes gilt für den abgebildeten Reparatur Putz.

Beim Abtragen des Putzes muss man sich fragen, was mit der ganzen Wand passiert. Wenn alles so bröselig ist, wie Du befürchtest, könnte die andere Seite der Wand vielleicht auch Schaden nehmen. U.U. weden die Gefache ganz einfach locker.

Lass jemand kommen, der sich damit auskennt.
Wie das Fach mit Namen heisst, weiß ich leider auch nicht.

Gruß von Götz, der aber eigentlich gar kein Bau-Fuzzi ist.





danke schonmal, für die erste Einschätzung.

Ich denke, es ist eventuell noch hinzuzufügen, dass das Haus im Süden steht. Genauer gesagt in Baden-Württemberg Raum Stuttgart.

Aufjedenfall wollten wir die Wand vorerst einmal freilegen um zu gucken, wie es aussieht. Einen Teil der Wand wollten wir auch ausfachen. Nur dazu wissen wir leider auch nicht, ob wir das Gefache einfach herausnehmen können. Da müssen wir eventuell mal jemanden kommen lassen.

Das Elektrokabel wurde 1987 da verlegt, so zumindest die Aussage des vorigen Besitzers.

Ich kann es leider nicht so gut einschätzen, ob der Putz jetzt wirklich locker ist. Wenn man mit einem Meisel in den Putz geht, lässt er sich aber relativ leicht abtragen. Aber es ist auch nicht nur Staub oder so bröselig wie Sand. Es sind schon größere Stücke.

Hauptproblem ist wiegesagt, dass wir nicht wissen, ob wir die Wand einfach mal vom Putz freilegen können oder nicht.
Die Wand trennt Wohnzimmer und Esszimmer und an dem Balken befindet sich auch ein Türrahmen.

Gruß



Ackersteine



Die abgebildeten Steine sind Ackersteine,
also Steine die der Bauer von seinem Acker entfernt hat.
Das war ein günstiger Baustoff.
Gemauert wurde mit einem Kalkmörtel.
Diese Ausführung wurde bis ca.1920 praktiziert.
Später wurde mit Bimssteinen ausgeriegelt.

Viele Grüße
Hans-Peter Mast
Holz Pur Manufaktur



bunte mischung



hatte ich auch: alles, was so herumgelegen und nix gekostet hat... von bruchziegeln, keramikscherben, steinen und dachplatten bis zu holzlatten und glasscherben.
vermauert war alles mit lehm, bauzeitlich überputzt ebenfalls mit lehm (wobei, wenn man genau hinschaut, innen als sichtfachwerk), später dann mit Kalk in ganz unterschiedlicher stärke zum ausgleichen. eventuell möglich, daß auch noch in viel späteren zeiten mit lehm vermauert wurde, abhängig vom geldbeutel?
nach freilegen die bröckeligen teile entfernt (hat sich von selbst erledigt...), alle losen teile mit lehm wieder gefestigt, anschließend mit Lehmputz neu verputzt.
gefache teilweise herausgenommen (fw-konstruktion war in ordnung), siehe foto einer innenwand.
keine sorge - hält besser, als man glaubt und wird auch sicher nicht vom putz zusammengehalten ;-)
viel vergnügen bei der arbeit!
gruß, carmen



Könnte mal vorbeikommen



Wenn sie wollen, könnte ich mal vorbei kommen und wir könnten das ganze vor Ort, in situ besprechen!