Fachwerkinnenwand Bauernhaus Baujahr 1906

25.06.2011



Hallo zusammen,
wollte mich vorab schon einmal bedanken! Tolles Forum hier!
Wir renovieren gerade die obere Etage eines alten Bauernhauses von 1906. Natursteinfundament, Aussenwände Ziegel ohne hohlschicht, Stärke ca.40-50 cm.
Innenwände Fachwerk.
Und da fängt das erste Problem an.
Da wir keine Tapeten wollen, sondern nur Feinputz (Kalkputz)aufbringen wollen habe ich mir die Wände mal genauer angesehen. Da gibt es da an eingen Stellen in den Bereichen der Fachwerkbalken Risse. Zusätzlich ist an einer Stelle ein senkrechter Eisenträger verbaut worden. Der ist innen ausgemauert, aber zwischen Träger und Mauerwerk daneben treten Risse auf. Die meisten Risse sind nur ganz eben zu erkennen, die halte ich für harmlos, da Holz / Eisen ja doch irgendwie arbeitet bzw. in über 100 Jahren gearbeitet hat. An den grösseren Rissen habe ich jetzt mal den Putz von der Wand genommen und habe ein paar Fragen zur Überarbeitung der Wand bevor der Feinputz aufgezogen werden kann.
Die Risse treten im Bereich der Holzbalken anscheinend an den Stellen auf, an denen der Kaninchendraht (ich nehme mal an das waren damals die Putzträger / Armierungen damit der Putz auf der Wand hält) aufhört. Wie gesagt habe ich den Putz jetzt etwas großflächiger abgeschlagen und möchte jetzt wieder Verputzen und Armierungsgewebe verstärken. Ich habe ein Foto von der Stelle mit dem senkrechten Eisenträger angefügt, nachdem ich den Putz da etwas abgeklopft habe. Ich hoffe ich kann mehrere Bilder hochladen, dann schiebe ich auch noch ein paar Bilder der Stellen hoch, auf denen die Fachwerkbalken zu erkennen sind. Jetzt mal die Fragen zur Vorgehensweise:

1. Kann ich Mauer- und Putzmörtel für die Schliessung der schadhaften Stellen nehmen? (es wurde anscheinend vor vielen Jahren schon mal versucht mit Gips zu verschliessen, da ist alles voll damit. Ich bin aber gegen Gips!!)

2. Reicht das Armierungsgewebe als zukünftiger Rissschutz aus?

3. Muss ich erst Mörtel in die Stellen werfen und dann das Gewebe reinlegen?
Dann trocknen lassen und in einem zweiten Arbeitsgang auffüllen oder direkt in einem Arbeitsgang fertigstellen?

Sorry für diese blöden Fragen aber ich bin Blechmetzger und habe vom Putzen soviel Ahnung wie eine Kuh vom Eier legen!
Danke für eure Hilfe und noch einen schönen Abend!!
Ambush



Sorry Fehlerteufel!



Hallo zusammen,
sorry da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen!
Die Wände sollen mit Silikat Putz mit quarzähnlicher Oberfläche überarbeiten lassen.
Vorher soll laut Aussage und Angebot der Fachfirma ein Putzhaftgrund gestrichen werden.
In einigen Räumen wollen wir einen Teil einer Wand farbig gestalten (z.B. Kinderzimmer). Die würde dann nach dem Verputzen noch mit Silikatfarbe überstrichen.
Ist das eurer Meinung nach OK für Fachwerk?

Nach weiterer Recherche heute Nacht bis 4 Uhr habe ich dann auch endlich mal rausgefunden, dass Putz- und Mauermörtel aufgrund der Zemenhaltigkeit vielleicht nicht die beste Alternative zum Ausbessern der Fehlstellen ist.
Kann evtl. auf den Fotos jemand erkennen, welcher Putztyp da momentan aufgezogen ist? Ich denke eskönnte Lehmputz sein, da sind teilweise Strohhalme etc mit drin. Wenn man den Putz bearbeitet bröselt er fast sandähnlich ab.
Macht es Sinn die kleinen Stellen die ich überabreiten muss mit Lehmput und Armierungsgewebe zu überabreiten?
Das Armierungsgewebe würde ich nicht am Balken befestigen, sondern nur rechts und links daneben am Mauerwerk.
Aber warum haben die Baurabeiter da 1906 Kaninchendraht an den Balken genagelt?
Anbei nochmal ein Detailfoto eines Fachwerkbalkens, den ich gern überputzen will.

Vielen Dank für eure Hilfe!





Hallo,

es ist mir schleierhaft, welchen Sinn ein Silikatputz (typische Aussenanwendung) als Innenputz machen soll. Es ist aber viel bastelei dabei und braucht ine Menge Erfahrung, dass so in Eigenarbeit machen zu wollen.
In Kalktechnik sähe das grob gesagt so aus: Als Grundierung Staubkalk benutzen, Oberflächen gut vornässen, als Spritzbewurf hochhydraulischen Kalk, weiter dann im rissegefährdeten Bereich mit einem armierten Leichtputz, z.B. Weber 173, Gewebe immer ins oberste Drittel einlegen.

Dann kann man entweder Glätte einreiben oder Feinputz aufziehen oder den Grundputz durchtrocknen lassen und dann z.B. Rollputz (Sumpfkalk mit Marmormehl) auftragen. Suchen Sie sich was aus !

Grüße



Silikatputz im Innenraum? Nachteile?



Hallo und vielen Dank für die Antwort.
Also ich werde die Sachen von einem (hoffentlich) Profi machen lassen.
Ich habe im Vorgespräch gesagt, dass ich gerne einen diffusionsoffenen Putz hätte da ich mir die Wände nicht dicht absperren will.
Daraufhin kam der Silikatputz ins Spiel bzw wurde vorgeschlagen.
Für den Innenraum ist er geeignet, aber ist er auch dafür geeignet als Feinputz im Innenraum auf einer Fachwerkwand eingesetzt zu werden?
Oder gibt es da irgendwelche Probleme in Kombination mit Fachwerk??
Danke für die Hilfe!
Und noch einen schönen Abend!