Verarbeitung und Mischung für Kalkinnenputz - Welcher Sand ?

29.05.2010



Hallo liebe Forumsteilnehmer,
habe alle Rigipsplatten mit Stryrophor von den Innenwänden entfernt und das Fachwerk abgeschliffen und geölt. Jetzt möchte ich die Gefache mit Kalputz verputzen. Und dazu hätte ich noch ein paar Fragen:

1)Kann ich direkt auf die Ziegelsteine Verputzen oder muss ich zuerst eine Grundierung aufbringen oder reicht ein Kalkvorspritz ? Wie stelle ich eine Vorspritzmischung her ? Einfach Kalk mit Sand mischen und soviel Wasser beimischen bis ein dünner Brei entsteht und den dann einfach anwerfen und trocken lassen ?

2) Wie sieht das Rezept für einen normalen Innenputz aus ?
Ich würde es so mischen.
1 Teil Kalkhydrat CL90 - 3 Teile Sand
Wieviel Wasser muss ich beimischen ? Welch Konsistenz muss der Putz haben ? Muss ich den Putz noch sumpfen lassen und kann ich sofort loslegen ? Kann ich den Putz im Betonmischer mischen ?
Ich habe mal gelesen, dass man nachträglich kein Wasser mehr beimengen sollte, da man sonst das Bindemittel wieder von den Sandkörnern wegspült.

3) Mein Nachbar arbeitet im Steinbruch und könnte mir Sand besorgen. Die haben dort Brechsand 0-2mm und Kalkbrechsand 0-2mm. Welchen Sand soll ich nehmen ? Oder soll ich eine Mischung aus beiden machen ?

4)Der Putz wird so ca. 3-4 cm dick. Kann ich den Putz in dieser Stärke auf einmal anwerfen oder muss ich in Etappen arbeiten ?

5)Muss der Putz nach dem Verputzen ein paar Tage feucht gehalten werden ?

6)Kann man diesen Putz direkt Streichen oder muss da noch ein Oberputz drauf ? Eine körnige Oberfläche wäre mit egal da es mir gefällt, wenn es ein wenig rustikal aussieht. Risse sollte natürlich keine vorhanden sein.

6) Muss der Putz erst komplett trocken sein bevor ich ihn mit Kaseinfarbe streiche ? Wenn ja, wie lange muss er denn so ca. trocknen ?

Ich hoffe das waren nicht zuviele Fragen. Aber diesen Forum ist meiner Meinung nach die einzige Quelle, wo man vernünftige Antworten auf diese Art von Fragen erhält.

Trotzdem freue ich mich auf viele Antworten...

Gute Nacht Freunde ....



Innenputz



Lieber Fragesteller,
ob das besonders "megaclever" ist, das Fachwerk bei den Innenwänden freizulegen sei mal dahingestellt.
Die Wände waren nun mal im Orginalzustand verputzt und dafür ausgelegt.
Da muß man sich ganz schön verbiegen, um die Gefache, deren Mauerwerk praktisch bündig zum Holz steht, zu verputzen.
Das geht nur wenn der Putz dann wie ein Kissen vorsteht.
Ob das besonders gut oder nur gequält aussieht, ist wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks. Historisch ist das nicht, noch nicht mal "trendy".
Zur Putzstärke:
3-4 cm bei dieser Konstellation als Stärke anzunehmen ist sehr seltsam, da nicht erforderlich. Üblich sind bei Innenputzen Stärken zwischen durchschnittlich 10 bis 15 mm.
Ich würde hier im unteren Bereich bleiben.
Außerdem sind 3-4 cm Stärke mit Luftkalk nur in mehreren Aufträgen mit den entsprechenden Trocknungszeiten (Faustregel 1 Tag pro 1 mm Putzstärke) zu realisieren.
Wenn ein Vorspritzmörtel erforderlich sein sollte (nach dem Bild zu urteilen ist er es nicht, wenn die Fugen etwas ausgekratzt werden) dann sollte man dafür Zementputz nehmen.
Welche Konsistenz der Putz haben muß?
Na eben wie Putzmörtel, geschmeidig, nicht zu dünn, nicht zu dick, so das er sich gut anwerfen und aufziehen läßt.
Auftragsstärke pro Schicht ca. 5 -10 mm.
Laien verwenden meist eine zu dicke Konsistenz, weil sie Angst haben der Putz läuft von der Wand. Ergebnis ist eine bucklige Oberfläche, da sich so eine "Bärenscheiße" nur schwer glätten und ebnen läßt und außerdem zu wenig am Untergrund haftet.
Bei zu dünnem Mörtel kleckert ein Laie alles Mögliche mit Mörtel voll, nicht nur die Wand, es müssen mehrere da dünne Schichten angeworfen werden.
Trotzdem, den Mörtel besser etwas zu dünn als du dick ansetzen.
Natürlich kann man einen Trommelmischer verwenden.
Gemischt wird:
-zuerst Wasser,
dann ein Teil des Sandes ,
dann der Kalk,
dann der restliche Sand,
dann die Konsistenz mit etwas Wasser einstellen.
Das mit dem Abspülen der Sandkörner ist Quatsch- wo haben Sie das gelesen?
Als Zuschlag geht jeder gesiebte, möglichst gewaschene Sand Körnung 0-2 mit wenig Mehlkornanteil. Am besten einen Baustoffhändler oder in der nächsten Kiesgrube nach Putzsand fragen.
Zum Putzaufbau:
Normalerweise wird Innenputz einlagig aufgetragen und geglättet.
Wenn der Untergrund sehr uneben ist, wird zum Ausgleich erst einmal ein Unterputz bzw. eine erste Lage zum Ausgleich aufgetragen. Hier kann man etwas Zement beimischen, um die Standfestigkeit zu erhöhen und damit Zeit bis zum Auftragen der zweiten Schicht, dem Oberputz, zu sparen.
Zum Gestalten der Oberfläche sind Reibebrett, Filzbrett und Glättkelle üblich.
Bei ausgeriebenem Kalkputz wurde früher frescal nach dem Antrocknen mit Weißkalkschlämpe gestrichen. Durch den noch feuchten Putzgrund carbonatisierte der Anstrich mit durch.
Bei Luftkalkputz sollte die Wand gründlich vorgenässt und der frische Putz vor Zug und Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Viele Grüße



gefache verputzen



Loses Fugenmaterial auskratzen,gut vornässen, mit Staubkalk einstreichen und trocknen lassen.
Vorspritz 0-4 mm, Grundputz 0-4 mm Oberfläche rabbotieren, Oberputz 0-1 mm auftragen und abfilzen.
Fertige Lutkalkmörtel gibt es schon auf dem Markt und garantieren eine einheitliche Sandsieblinie und gleichmässige Mischung der selbigen.

Grüsse Thomas



viele



technische Fragen, die in mir Zweifel aufkommen lassen, ob das Ergebnis dann deinen Vorstellungen entspricht. Das ist nicht böse gemeint, sondern eine Erfahrung im Umgang mit Selberbauern.
Brechsand aus dem Steinbruch eigent sich nur als Zugabe zum Putzsand beim Vorspritzmörtel. Der wird netzartig mit ca. 50 % Deckung aufgespritzt auf die vorgenässten Wände. Da Du die Balken nicht mit Putz übderdecken willst, wirst Du, wenn es die Außenwand ist, Probleme mit der Winddichtigkeit bekommen. Siehe Bemerkung Georg B.
Sand als Natursand mit einer runden Körnung aus einer Kiesgrube nehmen. Im Scharzwald kenne ich mich leider nicht aus. ...
Den Unterputz/Ausgleich auf den Spritzputz ca 1-2 cm auf vorgenässte Wand auftragen und grob abrichten. Den Oberputz mit etwa 1 cm ca 14 Tage später wieder auf die angefeuchtete Wand - und Du hast die gewünschte Stärke. Putzstärken von 0-4mm als Unterputz und 0-1 mm für Oberputz sind für einen Laien auf Ziegelmauerwerk nicht realistisch !

Lass Dir eine Gefach von einem Putzer zeigen, wenn Du es noch nicht gemacht hast. Die restlichen fachlichen Fragen zur Putzausführung gehören zum "Berufsgeheimnis" .... ein Handwerker will ja auch von was leben und hat dazu ein paar Jahre gelernt.



Kalkputz



@ Olaf aus Sachsen,

ja das alte Sprichwort "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen".

Da hast Du recht, alte Traditionen vor allem in der Familie werden nicht weiter gegeben, dazu gehört viel Erfahrung und viel Fachwissen.

Unser Meister hat immer gesagt:" Aber mit den Augen darfst Du stehlen".

Liebe Grüße

Veronika



Ich sehe,



daß das keine Außenwand ist. Jeder, der etwas Durchblick hat, sieht das.
Die Frage war klar gestellt, gut gegliedert und freundlich.

3 von 4 Antworten gehen m.E. arrogant am Thema vorbei, schade.

Gruß...J.



Innenputz



An Jürgen:
Mich würde interessieren, was an den Antworten denn so arrogant und an der Frage vorbei ist.

Ich sehe zum Beispiel, das da rechts sehr wohl eine Außenwand ist.
Auch ohne Putz und mit Fachwerk.
Jeder, "der etwas Durchblick hat, sieht das".
Ob die Wand links davon eine Innenwand ist nehmen wir mal an.
Anhand des Fotos kann man das nicht feststellen. Das könnte allein nach dem Bild genau so gut auch eine Außenwand sein.

Viele Grüße



Ich sehe,



ät Jürgen,

also gut es ist Arroganz, aber dann nur als Selbstschutz, welche/r Handwerker-in, Firma bindet jedem an die Nase wie eine Arbeit zu bewerkstelligen ist.Die Köche haben ihre Geheimnisse, die Wurstmacher, die Bäcker...alles eingebildete, hochnäsige Säcke?, es gibt Patente, es gibt Gebrauchsmusterschutz und wenn ein-e Fachfrau, Fachmann nicht seine Meinung sagen darf, dann ist Forum nicht mehr Forum.Und hier sind die Infos immer noch kostenfrei.

Grüße

Mladen



es fällt mir schwer,



aus einem Gefacheverputz irgendwelchen Psychoquatsch abzuleiten,

sorry...J.





...Hauptsache alles ist schön...

Mladen



Was heißt hier Psychoquatsch --- ?? -



--- Jeder in sein Fach -> der Dachdecker aufs Dach !
-- Ein Bäcker kann nun mal keine denkmalgerechten Fenster backen . - Und ein Stänkerjürgen gibt mit seinem Gesabber
keinem Fragenden eine Hilfestellung.



@ Jüregen



wie siehst Du so gut, daß die Wand mit dem Fenster keine Außenwand ist ?????? Über den Rest schweigt des Sängers Höflichkeit. Aber Du könntest ja gern fachlich ergänzen ....



Hallo Olaf,



die Außenwand mit dem Fenster war nicht das Thema, es ging um die dargestellte und beschriebene Innenwand(1.Satz der Frage)

Gruß...J.



Er



hat nur geschrieben, dass er GK+St. von den Innenwänden entfernt hat. Dann will er die Gefache (alle Wände ? - die Außenwand hat auch keinen Putz auf dem Gefach) neu verputzen.
Und mit Innenwänden könnte er auch die "Innenseite alle Wände" gemeint haben. Deshalb mein Hinweis - "wenn" es eine Außenwand ist, nicht - "da" es eine Außenwand ist.
Vielleicht weniger andere verbessern , sondern selber fachliche Beiträge liefern!
Wir in Sachsen und erst recht vom Bau sind klare Ansagen gewöhnt. Also bin ich nicht beleidigt, Du nervst nur manchmal!



Bevor es noch in eine verbale Auseinandersetzung ausartet ...



Jürgen hat natürlich recht, dass nicht direkt auf die gestellte Frage geantwortet wird, sondern die Antworten wieder ein wenig in Klugscheisserei ausarten.

Wer sagt denn, dass die Aussenwand nicht verputzt ist ?

Also, die alte Aussenwand war komplett verputzt und somit war durch diesen Putz die Winddichtheit gegeben. Ausserdem wurde im letzten Sommer die komplette Aussenwand mit einem VWDS (Holzständerwerk mit Holzweichfasermatten und nochmals neuem Aussenputz) verkleidet und somit ist die Aussenwand doppelt winddicht. Also wäre diese Frage doch schon mal geklärt.

Es sollte ganz einfach versucht werden, auf die gestellte Fragen zu antworten und sonst nichts.

Das selbe Bild hatte ich schon mal eingestellt und dann entfachte eine verbale Streiterei bezüglich der Anordnung der Sprossen im Fenster, obwohl ich was ganz anderes gefragt hatte. Das muss man sich mal vorstellen.

Irgenwann mal getraut sich wahrscheinlich keiner mehr in diesem Formum Fragen einzustellen, weil man jedesmal Bedenken haben muss, das sogenannte Experten wieder an irgendetwas auszusetzen haben.

Leider habe ich immer noch keine vernünftige Fragen auf meine Antworten bekommmen. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf ;-))



jetzt



komme ich noch ins Grübeln:
"Leider habe ich immer noch keine vernünftige Fragen auf meine Antworten bekommmen. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf ;-))"
Dabei hatte ich Dir doch schon eine techn. Anleitung gegeben. Ein Handwerk lernt man jedoch nicht in einem Forum, hier können wir Dir nur Ratschläge geben.
2) 1:5:15 (Zement:Kalk:Sand), Zement kann auch weggelassen werden, dann 1:3, Wasser nach Gefühl (bei Maurerlehrlingen gab es so ein <> Zeichen in der Karre), muß aber noch auf der Keller bleiben. Etwas feuchter als zum Mauern, sollte beim Anwerfen noch Häufchen bilden. Die Wassermenge ist abhängig von Sandfeuchte und von persönlichen Vorlieben.

Zu 5) Bei der Putzstärke reicht die Feuchtigkeit, nur keine Zugluft, damit der Putz zu schnell austrocknet.
6.) Putz kann gleich mit Weißkalk gefilzt werden (mit Schwamm auf feuchten, angezogenen Putz),
7) keine Erfahrung

nun zufrieden? Schreibe mal, wie Du zurechtkommst ....



Bevor es noch in eine verbale Auseinandersetzung ausartet ...



Hallo mega_clever,

auf dem Bau herrscht manchmal etwas raueres Klima, ich denke man meint es nicht wirklich boshaft

1)Ja, es kann direkt auf Ziegelsteine verputzt werden, ohne Grundierung, ohne Vorspritz

2)Es kommt auf den Sand an (Feines Korn hat mehr Oberfläche wie grobes Korn), Kalkhydrat "Reift" Wasserzugabe ist erforderlich

3)Gewaschenen Flusssand 0-4mm, oder 0-6mm

4)Kommt auf die Kornstärke an, eventuell Kies beimischen 2-8mm,und/oder auch Ungewaschenen Sand (nicht zuviel Lehmanteile)

5)Ist von Vorteil, aber nicht "ersäufen"

6)Der Putz kann z.B angeglättet oder abgerieben werden, der Anstrich kann gemacht werden, wenn die Struktur beim streichen nicht verändert wird.

6)-

Grüße

Mladen



Kalkinnenputz



Hallo Megaclever,
wenn Sie sich über unsere Streitereien aufregen, ist das verständlich.
Das hier ist ein Forum, in dem auch Meinungen ausgetauscht werden.
Was ich nicht verstehe ist Ihre Behauptung, Sie hätten keine Antwort auf Ihre Frage erhalten. Es gab mehr als eine Antwort mit genauen und detaillierten Hinweisen und technischen Anleitungen.
Die herauszulesen sollte doch nicht so schwer sein.
Wenn Sie eine Art Kochrezept erwarten, was Sie denn nun zuerst in die linke Hand nehmen sollen bzw. wieviel Gramm zuerst wo reingetan wird, muß ich Sie enttäuschen.
Putzen kann man nicht in einem Forum erlernen, dafür gibt es auch keine verbalen Anleitungen.
Das ist wie auf einem Seil laufen.
Ich kann Ihnen zwar eine genaue Anleitung schreiben, in der steht das Sie einfach nur den Schwerpunkt Ihres Körpers senkrecht über dem Seil halten sollen, aber ob Sie damit oben bleiben bezweifle ich.

Viele Grüße