Hauskauf und feuchte Wände




Hallo!

Bin schwer am verzweifeln!

Habe ein Haus gekauft (Bj. 1900) wo in einem Raum die Wand etwas feucht war.

Jetzt wo ich die Tapete abmache, ist es auch in anderen Räumen feucht bzw. nass.

Unter der Tapete war Styropor oder sowas zur Wärmeisolierung von innen.

Unter dem Haus ist ein Gewölbekeller der nicht außergewöhnlich nass aussieht.

Fragen kann ich leider niemanden nach Einzelheiten zum Haus, da der Eigentümer verstorben ist.

Im Sockelbereich der Innenwände ist es feuchter als weiter oben, der Putz unter der Tapete ist nass, die Ziegelsteine darunter aber nicht bis nur ein wenig.

Das Haus steht seit Anfang des Jahres leer und wurde auch nicht beheizt, die Fenster waren permanent auf kipp, das EG scheint nicht mehr sonderlich als täglicher Wohnraum genutzt worden zu sein, demnach wird der alte Herr sicher auch nicht sonderlich geheizt und gelüftet haben.

Kann es dann trotzdem aufsteigene Nässe sein oder kann man sagen das es "nur" Kondenswasser ist?

Egal was es ist, was kann ich schnell und günstig tun?

Ich weiß, wieso kein Gutachter vorher usw? Das ist ja jetzt zu spät und ich muss mit dem klarkommen was ich vorgefunden habe.

Habt ihr Tipps wie ich das Problem lösen kann, möglichst in Eigenleistung da das Geld kanpp ist?

Bin echt am verzweifeln seitdem ich das gesehen habe.

VG

Micha



Hallo Micha,



lass Dich von einer qualifizierten Person vor Ort beraten.

Grüße aus Koblenz



Tapeten und Styropor



oder was auch immer ablösen.Heizung an und einen Raumtrockner ins Gebäude stellen.
Wenn das nichts nützt, würde ich jemanden dabei holen.





Wie Gerd Meurer schon schreibt sollten Sie einen Fachmann hinzu ziehen.
Der kann durch Beprobung feststellen wie die Feuchteverteilung im Mauerwerk ist und welche Maßnamen zu ergreifen wären.


Grüße aus Schönebeck



Leerstand



und den ganzen Sommer über die Fenster auf Kipp. Damit ist Kondenswasser der Verdächtige erster Wahl ;-)).
Erstmal die Wände bis auf den Putz freilegen, den Bau temperieren und regelmässig lüften(Nicht dauernd!!).
Und dann einen vernünftigen Plan über die zukünftige Nutzung erstellen, die Ausstattung festlegen und dann abarbeiten. Hier ein paar Euronen für fachliche Beratung wird billiger, als panisches "Vorsichhingebastel", dass dazu führt, dass vieles dreimal gemacht wird, und am Ende wird´s doch nix gescheites.
MfG
dasMaurer



Schnelles Maurer



Jetzt hat Ulrich genau das gepostet, was ich auch gerade anmerken wollte. Würde hier auch auf Kondenswasser tippen, was natürlich eine aufsteigende Feuchte nicht ausschließt.
Also, Wände nackig machen und heizen, bzw. Entfeuchter aufstellen. Warten und beobachten.

Vielleicht kannst Du auch feststellen, ob es eine Horizontalsperre gibt und ob diese einen intakten Eindruck macht.

Keine Panik! wünscht
mag



Das was...



...Du beschreibst hatte ich auch (Altbau BJ 1876).
Keine Panik!

Vielleicht versuchst Du erst einmal herauszufinden, ob schon eine Horizontalsperre verbaut ist. Wenn ja und man unterstellt sie ist intakt, dann kannst Du aufsteigende Mauerwerksfeuchte prinzipiell ausschliessen.
Selbst ohne HS tendiere tippe ich auch eher auf Kondensat, Deine Beschreibung der Nutzung und baulichen Gegebenheiten spricht dafür.

Styro MUSS runter und mein Tip, versuch gar nicht erst den Putz vom Kleber zu befreien, auch runter damit. Wenn möglich, lass die Wand erst einmal ohne Putz.
Und jetzt heizen und Lüften (Stoß-), das Wetter ist momentan ideal.
Habt Ihr Öfen in den betroffenen Räumen? Wenn ja, schön anfeuern, die Strahlungswärme ist optimal zum Austrocknen der Wände und die Lüftungsverluste sind auch geringer.

Bei uns hat es zwei Winter gedauert bis sich Mauerwerksfeuchte wieder reguliert hat.

Und KEIN Zementputz auftragen, nimm Kalkputz, günstig bei der Eigenherstellung und bauphysikalisch sinnvoll, da Wasser kapillar in flüssiger Form transportiert wird.

Ach ja, was für Aussenputz ist drauf?

Einen Sachverständigen würde ich erst hinzuziehen, wenn oben angesprochene Massnahmen keinen Erfolg zeigen.

Grüße
Jörg



danke



Danke erstmal für die schnellen und vielen Antworten!

Wie stelle ich denn Fest ob und wo es eine Horizontalsperre gibt?

Habe die Nachtspeicheröfen an und wenn ich vor Ort bin, einen Gas-Heizstrahler.

Es soll so schnell wie möglich aber ein Kaminofen in Betrieb genommen werden.

Wenn ich den Putz runter habe, muss ich die Wände wirklich offen lassen? Muss ja schnell renovieren und einziehen!

Wieso kein Zementputz? Hatte gelesen das bei Feuchtigkeit Zement- oder Kalkputz gut sind. Dachte daran einen Kalkzementputz zu Verarbeiten und dann Rigipsplatten für Feuchträume (die grünen) drauf zu kleben. Anschließend dann Tapete drauf.

Wäre das ein Problem?

VG

Micha





Gasheizstrahler sind Kontraproduktiv da bei der Verbrennung von Gas Wasser entsteht und dies wiederum die Raunluftfeuchte ansteigen lässt.


Grüße aus Schönebeck



Also,...



...wenn es möglich ist, dann offen lassen, ansonsten kannst Du auch gleich wieder verputzen. Die momentane Jahreszeit ist aber nicht wirklich optimal dafür. Kalte Aussenwände und Du bringst wieder zusätzliche Feuchtigkeit ins Gebäude.
Zementputz ist zu hart und sperrt den Untergrund wieder ab. Nimm reinen Kalkputz, das dürfte momentan auch drauf sein.

Bezgl. Horizontalsperre, was ist den momentan für ein Boden drin? Falls Dielen auf Lagerhölzern in Sand, dann macht e sowieso Sinn die Dielen mal aufzunehmen und zu schauen wie die Lagerhölzer aussehen. Dann kannst Du am Rand ein bisschen im Sand wühlen, bis Du auf die Kellerdecke stösst und siehst dann, ob in irgendeiner Fuge eine alte oder neue HS ist.

Warum Rigips an die Wände? Das nehme ich im Bad max. zur Verkleidung von Installationen/Vorwandelementen und eventueller Deckenabhängung. In allen anderen Räumen ist dies unnütz bzw. kontraproduktiv.

Vorspritz, Kalkunterputz und Kalkdeckputz, schön abfilzen und mit Kalkfarbe oder Sumpfkalk streichen. Keine Tapete.
Bauphysikalisch und baubiologisch optimal und Prophylaxe gegen eventuelle Schimmelanfälligkeit, speziell im Bad.

Schmeiss den Kaminofen an, der entzieht im Betrieb ordentlich Feuchte Raumluft und erwärmt die Wände -> Trocknung.

Gruß
Jörg



ja, aber....



Ok, sowas wäre auch cool, aber dafür müsste man wahrscheinlich ziemlich gut Verputzen können damit die Wände grade sind, oder?

Denn "Vorspritz, Kalkunterputz und Kalkdeckputz, schön abfilzen und mit Kalkfarbe oder Sumpfkalk streichen" sagt mir quasi nix. :-)



Da brauchen



Sie einen Maurer der Putzen kann oder besser einen Stukkateur.



das wäre eine Lösung...



....aber es geht ja darum die komplette Renovierung selbst zu machen aus Kostengründen.

Das kann ja heute keiner mehr bezahlen wenn eine Firma ein ganzes EG Verputzen soll.





Entweder Du bezahlst jemand, der es kann, oder Du bringst es Dir selber bei. Maurer ist ein Beruf mit 4jähriger Lehrzeit, das hat schon seinen Grund.
Wenn Du all das tust, was keine qualifizierte Fachkraft erfordert, also Rückbau und Reinigung, hast Du schon einiges gespart. Wenn du einen Handwerker findest, der Dir einen Raum putzt und Du dem hilfst und dabei über die Schulter guckst, und nicht ganz ungeschickt bist, kommst Du wahrscheinlich weiter.
Das wird schon ...



Wir haben



Schlechtwetter! Da findest Du bestimmt einen der Innenputz machen kann.



Den Putz ganz runter nur dort,...



...wo die Styrotapete dran ist. Den Kleber bekommst ansonsten nicht runter. Du könntest Dir natürlich auch eine Putzfräse besorgen und nur die obere Schicht abnehmen.
Alles andere von Tapete/Leim befreien, das trocknet dann auch so.

Putzen konnte ich auch nicht. Habe es so gemacht, wie von Jens Paulsen vorgeschlagen. Mit einem Putzer zusammen ein Zimmer gemacht und ihm aufmerksam auf die Finger geschaut und erste Versuche selber gemacht.
Dann heisst es einfach ausprobieren und lernen und sich an seinem Fortschritt erfreuen ;-)
Man darf mit sich selber nicht zu hart sein und muss natürlich erste, nicht optimale Ergebnisse tolerieren.

Viel Erfolg
Jörg



Feuchte Wand



Lieber Fragesteller,
verlieren Sie trotz der ins Detail ausufernden Ratschläge nicht das Grundproblem um das es Ihnen geht aus den Augen.

Das heißt folgen Sie Gerd Meurers Rat.

Über irgendwelche Details der Renovierung können Sie sich Gedanken machen, wenn:
Die Schadensursachen ermittelt sind,
Maßnahmen zur Ausschaltung von Feuchtequellen ermittelt und umgesetzt wurden sowie
ein darauf abgestimmtes Sanierungskonzept vorliegt.

Viele Grüße