alten lehmputz erneuern

14.03.2012



Hallo, kann mir jemand helfen. Wir haben ein altes Fachwerkhaus gekauft und möchten in der Stube den alten Lehmputz gegen neuen ersetzen. Das Fachwerk soll sichtbar bleiben und die Ausfachung(Lehmgeflecht) einen neuen Putz erhalten. Was muss ich dabei beachten? Hällt der neue Putz auf der Ausfachung (250 Jahre)? Danke für die Antwort.



Vieles ist möglich!



Abhängig von Gegebenheiten ist vieles sicherlich möglich.
Trotzdem bedarf es verschiedenster Analysen.
Grob betrachtet kann man problemlos Lehmputze auf Lehmuntergründe aufbringen.
Es bedarf aber einiger weitreichender Betrachtungen.



Lehmputz erneuern



Hallo, ich werde mogen ein Paar Bilder einstellen. Vielleicht kannst du dir dann eine Meinung bilden.



neuen Lehmputz auf alten Lehm dürfte kein Problem sein.



Hier hat sich die Verarbeitung wie folgt gut bewährt:
1. Tapeten , Gipsputze etc. und alle losen Teile entfernen
2. Untergrund gut annässen
3. Lehmschlämme als haftgrund aufstreichen
3.den neuen Lehmputz nach Herstellervorschrift direkt in den noch feuchten Lehmhaftgrund auftragen .
4. Trocknungsphase abwarten
5. Nach Trocknung können weitere Lehmputzschichten aufgeputzt werden.
6.Falls nötig kann ein Putzarmierungsgewebe in die obere Putzlage eingelegt werden.



@ K.Schillberg



Den Punkt 3 kann man getrost weglassen!!
Dies waren mal meine Herangehensweisen durch Ihre Beratungen und Seminarvorgaben auch und dabei durfte ich dann in meiner Laufbahn leider sehr viel Lehrgeld zahlen.
Entwickelt sich zur Trennlage.
Wenn man gut vornässt, kann mit jeder Putzauftragsvariante in Lehm getrost gearbeitet werden.
Seit 15 Jahren mängelfreie Bauvorhaben nachzuweisen.
Objekt bezogen kann mit Strohlehm-Unterputz und Gewebeeintrag gearbeitet werden und nach Durchtrocknung dann Feinputzaufträge.
Oder gleich zweilagig Feinputz incl. Glasfaserarmierungsgewebe 4x4 mm!

Frohes Schaffen



wenn Sie die Lehmschlämme zu fdick, ett anrühren



führt das zur Materialtrennung. Das stimmt, Herr Mühle.
Wenn Sie die Lehmschlämme in der richtigen, dünnflüssigen Konsistenz (hergestellt mit ca 20% Tonhaltigem Lößlehm ) auftragen haben Sie eine sehr gute Haftbrücke, welche beide Lehmschichten gut verbindet.



Möge sein...



...aber doch Widerspruch!
Leider zeigt die Praxis anderes!
Ausßerdem ist es ein Kostenfaktor (egal ob Selbstbau oder Fachbetrieb!), den maße ich mir nicht an, einem Kunden abzuverlangen, weil man es einfach nicht braucht.
und heutzutage geht es fast nur noch um finanzielle Aspekte, leider auch in diesem fachbereich.
Und zudem möchte ich noch bemerken, dass sich meine Argumentation hinsichtlich dieser Thema mit vielen Fachhandwerkern deutschlandweit deckt und fachlich auch so belegen lässt!
Es bedarf keiner Haftschlämme aus Lehm, wenn mit Lehmputzen auf gut haftenden Untergründen gearbeitet werden möchte!



was machen Sie für eine Untergrundvorbehandlung



auf nicht gut haftenden Untergründen? Wie verfestigen Sie alten, sandig-rieselnde Lehmoberflächen?



Untergründe verfestigen?



Lasse immer mit einem Nagelbrett aufrauhen oder lose Ebenen beseitigen.
Bei Maschinenverputz null vornässen und bei Handputz mit dem Pummpsprüher gut einsprühen und sofort Putzauftrag!
Bis heute alles ohne gravierende Mängel, was haftungen betrifft!





Hallo, wie ich sehe sollte man die Sache gut anfeuchten oder mir einer Schlämme versehen. Das ist dann so ähnlich wie beim Kalkputz das vorspritzen. Wie sollte ich dannach verfahren? Erst einen Unterputz ( 1-3 cm) und dann einen Feinputz [Edelputz]? Welchen Hersteller könnt ihr mir empfehlen?



Lehmputz



Das mit dem "gut anfeuchten" ist so eine Sache.
Zuviel des Guten in Verbindung mit einem wenig saugfähigen Untergrund, fettem Unterputz und einem zu dicken Putzauftrag kann dazu führen das der Putz einfach wieder herunterfällt oder beim Abtrockenen Schollen bildet.
Normalerweise braucht man bei Lehmputz den Untergrund nicht vorzunässen, es sein denn er ist extrem saugfähig, extrem trocken und es ist heiß. Auch dann kann man die Haftung mit dem Wassergehalt des Putzes, der Auftragsart und der Auftragsdicke steuern.
Lehm ist nun mal kein Kalk oder Zement. Die brauchen eine gewisse Wassermenge um abzubinden und sich chemisch durch Hydratation mit dem Untergrund zu verbinden. Wenn der Untergrund diese Wassermenge an der Grenzschicht aus dem Putz saugt "verdurstet" der Mörtel, er härtet hier nicht richtig durch.
Bei Lehm ist das egal, er härtet nur durch Trocknung und hält am Untergrund durch Reibung und Adhäsion. Es kommt nur darauf an, das der Lehm sich möglichst gut und innig in den Rauhigkeiten des Untergrundes festkrallen kann. Da kommt es darauf an das diese Verbindung nicht durch eine Zwischenschicht gestört wird. Das kann ein Wasserfilm oder eine Staubschicht sein, die diese Verbindung zum Untergrund mindern.
Ich persönlich arbeite lieber mit einem trockenen, staubfreien, festen, rauhen Untergrund und halte die Putztechnik für wichtiger im Hinblick auf die Haftung als das Vornässen. Entweder wird mit der Kelle angeworfen oder mit der Maschine. In beiden Verfahren krallt sich der Putz infolge der kinetischen Energie besser im Untergrund fest als beim Aufziehen mit der Glättkelle, hier wird nur angedrückt. Ein trockener Untergrund stört da nicht, er hilft dabei den Putz schneller zu festigen, da Anmachwasser abgesaugt wird und sofort der Putz ansteift. Vorteil: Man kann mit größeren Schichtdicken arbeiten bzw. schneller den Oberputz auftragen.
Bei einem feuchtegesättigten Untergrund dauert die Trocknung und damit das Ansteifen viel länger; der Putz trocknet dann nicht sofort und von innen nach außen sondern langsamer und von außen, also der Oberfläche her, nach innen. Das kann zu Spannungsrissen führen, da die obere, trockendere Schicht schneller schrumpft als das feuchtere Material darunter.
Was will ich damit sagen:
Ich glaube beide Arbeitsweisen funktionieren, wenn Untergund, Putzauftragsstärke, Tonanteil und Konsistenz aufeinander abgestimmt sind. Und da wird jeder von Euch beiden seine Mischung haben die auf Euer System abgestimmt ist und funktioniert. Der Auftrag mit Tonschlämpe bei Klaus passt besser zum Auftrag mit der Glättkelle, da das Aufstreichen für eine gute Haftung in den Vertiefungen sorgt. Der angedrückte Putz muß nur noch mit der weichen Oberfläche der Schlämpe eine Verbindung eingehen.
Udos Putzmaschine feuert den Lehm mit Schmackes an die Wand, so krallt sich der Putz in jede mikroskopische Unebenheit.
Möge "jeder nach seiner Facon glücklich sein".
Und an Fritz:
Einfach nur schön nass machen ist keine Garantie das es funktioniert, wenn die anderen Bedingungen nicht stimmen.

Viele Grüße