Trocknungszeit Putz

06.01.2013



Ich habe bis zum Spätsommer außen und innen neu verputzt und innen auch neu gemauert. Das Haus wurde jetzt im Herbst und Winter nur an den Wochenenden und ansonsten auf 6 grad geheizt. Nun habe ich satte 80-90 Prozent Luftfeuchtigkeit, die ich durch Stoßlueften auf 60-70 Prozent bekomme. Hat jemand Erfahrung wie lange es dauern wird, bis ich die Feuchtigkeit aus dem Haus habe?



die



Dauer der Trocknung wird durch die Häufigkeit der Luftwechsel, der Temperaturdifferenz zwischen Außen- und Innenluft sowie der Luftfeuchte bestimmt. Alles Faktoren, die keiner kennt. Bei einem Rohbau mit Putz spricht man im allgemeinen von mind. 1/2- 1 Jahr, je nachdem, wieviel Feuchte eingebracht wurde.
Auf jedenfall würde es helfen, das Haus auf etwa 15-20° Aufzuheizen und 2-3x komplatt Durchzug 5 min zu machen (stört ja keinen, da unbewohnt.)
Bei der heutigen Witterung wäre das Lüften bei Deiner Raumtemp. eher schädlich. Die beste Trocknung erziehlt man, wenn man bei knackigen Frost mehrmals am Tag lüftet.
Früher wurden neu gebaute Wohnung die ersten 1-2 Jahre an arme Leute vermietet, damit jene diese trockenwohnen - es war bekannt, daß dies eine "ungesunde" Wohnzeit war. Allerding wurde da noch mit mehr Wasser gebaut.



Pauschalaussage...



... ist nicht möglich.
Das hängt von vielen Faktoren ab, angefangen von der eingebrachten Wassermenge, der Putz- und Mörtelart, dem grundsätzlichen Wandaufbau, dem Lüftungs- und Wohnverhalten, dem "Angebot" an CO2...

Mindestens 6 Monate ist nach umfangreichen Arbeiten schon noch mit erhöhter Luftfeuchtigkeit innen zu rechnen, tendenziell eher länger.

Auszug aus Wikipedia - "Trockenwohner":

"Als Trockenwohner bezeichnete man in der Zeit der Industrialisierung Menschen, die zeitweilig in neu errichteten Gebäuden wohnten, deren Wände noch nicht völlig ausgetrocknet waren.

Anders als Zementmörtel nämlich setzt der zu dieser Zeit beim Häuserbau noch dominierende billigere Kalkmörtel bei seiner Aushärtung noch einmal weiteres Wasser frei, so dass ein mit solchem Mörtel gebautes Haus typischerweise 3 Monate benötigte, bis es bewohnbar war – in dieser Zeit wurde es kostenlos oder zu niedriger Miete an „Trockenwohner“ vergeben, die das Haus schon allein durch ihre Anwesenheit beheizten und außerdem mit dem Kohlenstoffdioxid ihrer Atemluft zur schnelleren Aushärtung des Mörtels beitrugen, bis es schließlich soweit getrocknet war, dass man es zur vollen Miete regulär vermieten konnte.

Da die neue städtische Arbeiterklasse in der Zeit der Industrialisierung unter permanentem Wohnungsmangel und überhöhten Mieten litt, stellte das „Trockenwohnen“ eine Alternative zur Obdachlosigkeit dar. Die Feuchte der Häuser allerdings hatte auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner, die zudem alle 3 Monate die Wohnung wechseln mussten. Hinzu kam, dass die potenziellen Trockenwohner in der Regel keine Möbel besaßen, um die Wohnungen zu möblieren, und meist auch keine Heizung."

MfG,
sh



Vergessen, deswegen hinterher...



Je nach verwendetem Material (ich erinnere mich an frühere Beiträge mit überwiegend kalkiger Ausführung) könnte der Abbindevorgang durch das Angebot von mehr CO2 beschleunigt werden.

Das heißt, dass durch das Abfackeln des Inhaltes einiger Propangasflaschen via Heizstrahler oder Katalyt-Ofen der CO2-Haushalt im Haus beeinflusst werden kann.

Einfache Strahler gibt es ab rund 25,- Euro, die Mehrkosten im Betrieb halten sich Rahmen, da der/die Ofen/Öfen ja die bestehende Heizung entlasten.

MfG,
sh





Hallo,

beim Heizen mittels Katalytöfen wird vor allem Wasserdampf frei, der das Trocknen eher behindert und für Kondensatschäden sorgt. Finger weg bitte !
Es müssen schon echte Trockenheizverfahren angewendet werden.
Früher hat man z.B. Kokskörbe benutzt, die aus gutem Grund aber heute verboten sind. Die Vergiftungsgefahr ist zu hoch.

Mit Heizung + bedarfsbhängiger Lüftung bekommt man die Sache am besten in den Griff.

Grüße



solche



Versuche gab es bereits in früherer Bauzeit mit Koksöfen - die sollen nicht viel gebracht haben.
Da nicht bekannt ist, ob und wievel Kalk zum Einsatz kam (Gipsputz wäre ja auch möglich), sollte zumindest erst einmal die Heizung (soweit vorhanden) hochgefahren werden !!!
Wenn ein Schornstein da ist, könnte auch ein prov. Ofen gute Dienste leisten (mit Schornsteinfeger absprechen)