Putz, Teerpappe, Konstruktion, Malermeister, kann

26.01.2002



Da mein Fachwerkhaus aufgrund der Lage starken Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, habe ich mit einem Malermeister gesprochen.Dieser hat mir geraten, die Balken mit Teerpapier und Blechgewebe abzudecken und anschließend einen 6 cm dicken Kalkputz aufzutragen. Darauf dann einen Kratzputz. Hat jemand damit Erfahrung gemacht?



Teerpappe und Putz



Guten Tag Herr Lippe,
Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass Ihr Gebäude einer hohen Schlagregenbelastung ausgesetzt ist. Ich würde nun zuerst einmal überprüfen, ob die hohe Witterungsbelastung schon zu Schäden geführt hat und zu welchen. Normalerweise kann ein Fachwerkgefüge, was aus Eichenholz und weichen diffusionsoffenen, hygroskpischen(wasseraufnehmenden) Materialien in den Gefachen besteht, gleichzeitig luftumspült ist, eine normale Bewitterung vertragen. Desweiteren stellt sich die Frage, ob Sie die Fachwerksichtigkeit der Fassade aufgeben wollen.
Sollten Sie sich für einen vollflächigen Bewitterungsschutz entscheiden, sollte er nicht wie beschrieben ausgeführt werden, da die aufgelegte Teerpappe sowie Blechverkleidungen eine äußere Dampfsperre darstellen, die unweigerlich zu einer Verrottung der Konstruktion durch Tauwasser führt. Einen mehrlagigen anschließenden Putz mit abschließendem Kratzputz(letzterer wahrscheinlich auch recht dampfdicht)halte ich für ähnlich gefährlich zudem rißgefährdet(eindringendes Wasser) und auch für sehr aufwendig.
Eine angemessene effizientere Lösung könnte folgendermaßen ausehen:
-Wärmedämmung - Zellulose o. Weichfaserplatte
-paraffinierte Weichfaserplatte
-Belüftungsebene
Unterkonstruktion für Putzträgerplatte oder Oberbelag.(Deckelschalung o.ähnliches.)
Dieser Aufbau ist variabel gestaltbar und bauphysikalisch unbedenklich.
Grundlegend würde ich einen im Fachwerk erfahrenen Zimmerer oder Architekten befragen, ob diese Maßnahmen überhaupt nötig sind, ein Überarbeiten der konstruktion vielleicht ausreicht.

Grüße Uwe Schlauch





Wenn die Balken so richtig vergammeln sollen - tolle Idee





Wenn Sie wollen, daß Ihr Haus in ein paar Jahren auseinander fällt. dann lassen Sie den Maler(meister?) gewähren. Das Abdecken mit Teerpappe und Blech hat den Erfolg, daß unter der Abdeckung die Feuchtigkeit nicht abziehen ´kann.
Wenn Sie auf die Optik eines Fachwerkes verzichten können und wollen, dann rate ich zu einer senkrechten Lattung und Stülpschalung. Diese Verkleidung sollte unten und oben offen sein, damit die Fassade hinterlüftet wird und Feuchtigkeit entweichen kann