Erfahrungsaustausch Außenputz im Sockelbereich

20.01.2009



Hallo,
möchte gerne mit Fachwerkliebhabern aus meiner Gegend(Ostthüringer Oberland)in Erfahrungsaustausch treten.
Habe mir für dieses Jahr die Hoffassade meines Dreiseitenhofes vorgenommen. Möchte wissen, wer Erfahrungen mit dem Verfugen eines Natursteinsockels aus Schiefer (Spritzwasserbereich) hat ? Bin mir nicht sicher, ob Kalk-Trass-Putz am haltbarsten ist ? Danke im voraus.
Sylke Dörnbrack



Sockelputz



Erfahrungen sind die eine Sache.
Der eine kann mit dem Material gute Erfahrungen gemacht haben, der andere schlechte.
Das hängt nicht nur vom Material, sondern auch von der Verarbeitung und vom vorhandenen Mauerwerk ab.
Wenn der verwendete Trasskalkputz die Kriterien der DIN 18550 erfüllt, sollte es von der Materialseite her keine Probleme geben.
Die DIN nennt für Außensockelputz als Mörtelgruppe PII und PIII. Bei PII, dem würde Trasskalkputz entsprechen, entspricht das der Druckfestigkeitskategorie von CS II bzw. eine Mindestdruckfestigkeit von 2,5 N/mm².

Viele Grüße



Warum kein Luftkalk?



Hallo Sylke, auch ich habe mich mit dieser Fragestellung befasst. Wenn ihr den Mörtel bzw. Putz selber mischt, würde ich es mit Luftkalk versuchen. Ich habe zwar keine so tiefen Kenntnisse der DIN 18550, aber warum muss es unbedingt eine MG II bzw. MG II a sein? Eventuell kann Herr Böttcher hierzu noch was ausführen. Der Sockel steht doch. Ist die Druckfestigkeit so wichtig? Was die kapillare Fähigkeit betrifft, die Feuchte abzuführen, halte ich den Luftkalk für besser. Ich habe aber auch schon von Herrn Dr. Höpfer erklärt bekommen, dass er eher einen Mörtel mit einem NHL nehmen würde. Ich würde es einfach versuchen, denn die Kosten einer Baustellenmischung mit einem Weißkalkhydrat (CL 90) und einem 0-2 mm Mauerersand halten sich in Grenzen. Viel Spaß und berichte von deinen Erfolgen! Grüße von der Mulde Ray



Sockelputz



Ich hatte vorhin etwas über die Einflußfaktoren geschrieben, die ein Bauteil funktionieren lassen oder nicht.
Werkgemischter Trockenmörtel, mit der o.g. Mindestdruckfestigkeit wird bei richtigem Einbau funktionieren.
Wenn Sie Mörtel selber mischen, dann sollten Sie bei der Anwendung sicher sein, das er FROSTBESTÄNDIG ist.
Mit reinem Luftkalk ist das selbst theoretisch nur schwer zu erreichen.
Als Laie so einen (frostbeständigen)Mörtel nach Gefühl zu mischen und zu verarbeiten, das ist genau das, was ich meinte. Sie haben ungeeignetes Material und wissen nicht, ob es funktioniert.
Keiner kann Ihnen sagen, ob das so geht.
Ich traue mir das jedenfalls nicht zu.
Von dem zweiten Einflußbereich, der Verarbeitung, will ich hier gar nicht erst anfangen.
Der liebe Ray gibt Ihnen garantiert keine Gewähr, das sein Vorschlag hinsichtlich des Materials funktionieren wird.
Ein Hersteller des genannten Trockenmörtels schon.

Viele Grüße

p.s. Ein "NHL" ist natürlich hydraulischer Kalk, meist ein Gemisch aus hydraulischem Kalk und Trassmehl.



Sockelputz



... natürlich gibt es keine Gewährleistung! :-) ... aber mal Spaß beiseite.
Mann kann sicher auch Sackware nehmen. Ein Beispiel von vielen kann dieser Putz sein: http://www.aero-durit.de/downloads/AD_Mikroporenkalkputz_2060_HM.pdf. Und nein, ich bin kein Werksvertreter.
Aber Herr Böttcher mal praktisch - auch für mich zum Verständnis - ob nun Luftkalk oder Kalk-Trass - worin sehen Sie die Unterschiede für die Bedeutung als Sockelputz und dessen höhere Beanspruchung. Mein Beitrag zielte auf diesen Unterschied ab. Ich war immer der Annahme, dass die Verwendung des nichthydraulischen Bindemittels (Luftkalk) so schlecht nicht sein kann. LG Ray



Sockelputz



Lieber Ray,
Sie sollten auch mal daran denken, was Sie mit solchen locker verfaßten Episteln anrichten können, wenn sich jemand im guten Glauben daran hält und es dann schiefgeht.

Viele Grüße



Episteln = Brieftexte des gehobenen Anspruchs



Herr Böttcher, ich denke nicht, dass der Beitrag zum Luftkalk so weit am Thema vorbei geht. Ich wüsste sonst nicht, wie das unsere Großväter wohl gemacht haben, so ohne Trockenmörtelhersteller mit Gewährleistungsverpflichtungen und Produkthaftungsgesetzt. Was ich nun aber gerne - und nochmal - auch für mich zum Verständnis wissen möchte, warum sollte ein Luftkalk nicht funktionieren? Oder warum ist ein Mörtel mit Trasszuschlägen besser/schlechter oder kurz-/langlebiger.
Wir geben in diesem Forum doch unsere Gedanken wieder, unsere Erfahrungen und manchmal auch unser Leid. Eventuell unser „Halbwissen“ – was in der Diskussion und im Gedankenaustausch – manchmal auch mehr Substanz erhält. Dies geschieht doch nur auf einer solchen Ebene. Sicher, und da gebe ich Ihnen Recht, sind inhaltslose Darbietungen verfehlt, aber dazu möchte ich meinen Beitrag bisher noch nicht zählen! Also, wir wollen doch auch dazulernen, was würden Sie denn nun wählen, außer einen Mörtel, der ….die Kriterien der DIN 18550 erfüllt.“ Liebe Grüße nach Anhalt Ray





Hallo Silke
ich würde diese
Produkte
ausprobieren...
Reine hochwertige Kalkputzsysteme, man sollte sich gut an die Vararbeitungsvorschriften halten.
Oben auf das Wort -Produkte- clicken!



Sockelputz



Keiner der Markenhersteller bietet einen reinen Luftkalkmörtel als Sockelputz oder als Mörtel in diesem Bereich an.
Selbst Solubel grenzt die Verwendung seines Luftkalkmörtels für nässe- und salzbelastete Zonen aus.

Viele Grüße



Fachwerkliebhaber aus der Gegend



Solubel PS Mörtel sind ausdrücklich für den Sockel geeignet, auch aus eigener Erfahrung.
Bei Eigenmischung würde ich den erwähnten NHL-Kalk z.B. "Calcidur" von Otterbein einem Trasskalk oder Weißkalkhydrat vorziehen.
Lehmbau Hera, Triptis (Tel. 036482/48686)



Sockelputz



Beide Mörtel, der von Solubel und der von Otterbein, sind geeignet, das stimmt.
Aber sie sind keine reinen LUFTKALKMÖRTEL.
Bei Solubel ist Ziegelmehl als hydraulischer Zuschlag drin, NHL ist ein natürlich hydraulischer Kalk.
Lest endlich mal die Produktinformationen!

Viele Grüße





Vielen Dank für all die Antworten, obwohl die Meinungen recht verschieden waren. Den Herrn Hera in Triptis werde ich demnächst anrufen und mir eine direkte Beratung holen. Die Firma Solubel sagte mir bisher nichts.

Habe gestern wieder eine abblätternde Stelle meines neuen Kalkinnenanstrichs auf meiner Lehm -Außenwand entdeckt (gestrichen vor 1 Monat). Das Abblättern ist ein richtiges Problem für mich, da ich den Grund nicht herausfinden kann.
Stelle morgen ein Foto ins Forum.

Viele Grüße Sylke Dörnbrack
PS. Würde mich noch über mehr Zuschriften von Fachwerkliebhabern aus meiner Gegend freuen - auch ohne Problembezug!