Sockelputz erneuern

02.09.2013 Reddish78



Hallo zusammen,
nachdem ich an den Innenwänden auf Höhe des Sockels Feuchteschäden feststellen mußte, habe ich dort den Putz entfernt und erneuert.

Außen war der Sockel DDR-typisch mit Fliesen verkleidet. Zudem befand sich vor dem Haussockel noch eine bewehrte Betonkonstruktion, die einen Vorsprung erzeugte (siehe Foto, links noch vorhanden).
Fliesen und Betonvorsprung habe ich abgetragen, die Wand zunächst mehrere Wochen trocknen lassen. Denn hinter Fliesen und Betonvorsprung war die Sockelwand sehr feucht. Das scheint nun Geschichte.

Nun zu meiner Frage:
Womit verputze ich nun den Sockelbereich am besten neu?

Die Wand besteht aus Betonhohlsteinen (1982), zwei Horizontalsperren sind eingearbeitet. Die Wand steht auf einer Betonbodenplatte (blau markiert im Foto).

Bislang hatte ich die Vorstellung, die Wand mit einem geeigneten Putz zu füllen und zu glätten und eine Dichtschlämme aufzutragen. Dann eine weitere dünne Schicht Putz drüber.

Welche Art von Mörtel ist hier geeignet? Reicht da einfacher Putz+Maurermörtel? Oder gar Kalk-Zement?
Im Fachhandel habe ich einen speziellen Sockelputz gefunden, der war aber so enorm teuer, dass ich mir den nicht unbedingt antun möchte, zumal ich noch den Sockel um das gesamte Haus erneuern muß (Fliesen laufen um).



Sockelputz



Mein Vorschlag:
Mit Zementputz (CS IV)den Sockelbereich egalisieren
(Kellen- bzw. Pinselputz reicht),
dann eine Abdichtung aus Verkieselungssperre und mineralischer Dichtschlämme aufbringen,
Dann einen ein- bzw. zweilagigen Sockelputz(Kalkzementputz CS III) aufbringen. Das gesamte System sollte bis Unterkante Fundamentplatte reichen.
Die Abdichtung ist der Hosenträger zum Gürtel.
Als Sockelputz genügt normaler werkgemischter Trockenmörtel

Viele Grüße



meine Gedanken bei der Beschreibung:



bei zwei Abdichtungen aus 1982 wäre es möglich, daß die Feuchte auf den der Innenseite nicht mit aufsteigender Nässe aus der Bodenplatte zu tun hat sondern durch Kondensat entsteht. Dafür würden die kalten Betonsteine auf der Betonplatte und der Fliesensockel sprechen. Außerdem ist der abgehackte Bereich eine Außenecke (welche Himmelsrichtung). Aber auch die Dachrinne scheint ein mögliche Schadensquelle (gewesen) zu sein. Das sind meine Gedanken !



Sockelputz erneuern



Vielen Dank schonmal für den Vorschlag.

Ich fasse mal zusammen:
1. Egalisierung: Zementputz (Kalkfrei) CS IV
2. Abdichtung mit Dichtschlämme
3. Deck- bzw. Sichtputz mit Kalkzementputz CS III

Die Sache mit dem Hosenträger zum Gürtel läßt erahnen, dass Punkt 2.) verzichtbar ist?! Darf ich das so verstehen? Ich verzichte gerne auf alles, was nicht zwingend nötig ist. ;)


Antwort an Olaf: Danke für deinen Einwand!

Woher die Feuchte wirklich kam, ist mir noch nicht ganz klar.
Einerseits befand sich bis vor kurzem unter dem Fenster ein gemauerter Regenwassersammelschacht, dessen Auslauf höher als die Einläufe lagen. Darüber befanden sich gute 40 cm Erde.
Das habe ich nun in frostsicherer Tiefe mit KG-Rohr gelöst.

Andererseits reicht der Fliesensockel giebelseitig nicht bis zur untersten Sperrschicht herab. Die Sperrschichtflanke hatte somit Erdkontakt mit ca. 20 cm Überdeckung. Hier habe ich den Erdboden rings ums Haus abgetragen und damit auf Umgebungsniveau angepaßt.
Jetzt bleibt noch giebelseitig die Entfernung des Fliesensockels und Aufbau eines neuen Sockelputzes.

Die fotografierte Fassade ist im Übrigen die Südseite. Neben all den genannten Faktoren hatte ich den Fliesensockel in Verdacht, zu wenig Feuchtigkeit wieder entlassen zu können. Immerhin war dahinter alles feucht.


Zusatzfrage zum Putzaufbau: Ist der deckputz (Kalkzement CS III) geeignet, normale Fassadenfarbe (grau) aufzunehmen?



einen



normalen Putz als Sockel grau zu Streichen halte ich für einen unnötigen Aufwand. Du hast ja selbst bemerkt: "hatte ich den Fliesensockel in Verdacht, zu wenig Feuchtigkeit wieder entlassen zu können" daß jede zusätzliche Oberflächenabdichtung auch Nachteile hat. Lasse den Sockel doch erst einmal austrocknen. Wenn es wirklich feucht war, dann reichen bei einer 36er wand ein paar Wochen "Putz ab" nicht aus, die Nässe aus der ganzen Wand zu holen.



Putz schon länger ab



Hallo Olaf,
vielleicht hab ich ein wenig untertrieben, als ich "ein paar Wochen" sagte. Der Sockel ist mittlerweile seit Mai 2013 ohne Putz. ;)

Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich mein Vorhaben so ausführen werde. Aber an sich habe ich vor, den gesamten Fassadenputz bis Traufkante per Sandstrahl zu entlacken und den Putz glatt überzuputzen.
Die Fassade soll dann Weiß werden, der Sockel rundum Anthrazit. Die Giebelspitzen bekommen eine hölzerne Verkleidung.
Die graue Farbe wäre an sich nur optischer Natur um das Gesamtbild abzurunden. Möglicherweise macht hier ein Buntsteinputz mehr Sinn? Oder dichtet der auch ab?



zu



dem Bundsteinputz kann ich Dir nichts genaues sagen, aber jeder Belag behindert das Austrocknen mehr oder weniger. Da es sich aber dabei um einen Putz handelt, der mit Lösungsmittel und Kleber aufgetragen wird, wäre das mit Sicherheit kontraproduktiv. http://www.fema.de/click2print/mediafactory/fema-pdf/00345.pdf

Du solltest dann wenigestens auf die ausgewiesenen diffusionsoffen(er)en Putze achten, der hier ist wasserverdünnbar: http://www.fema.de/click2print/mediafactory/fema-pdf/00220.pdf. Dort werden aber als Untergrund gewisse Randbedingungen genannt, die Du wiederum nicht einhalten könntest !

Wenn es sich aber um Kondensat handelt, solltest Du im Wohnraum bei der Führung der Heizungsrohr Dir eine Lösung für diese Ecke einfallen lassen. Und auch die Wände nicht mit Möbeln zustellen !



Sockelputz und Sockelfeuchtigkeit



Mittlerweile konnte ich besagten Zementputz als CS IV sowie Kalkzement CS III zu guten Preisen auftreiben. Bei der Dichtschlämme bin ich noch unsicher, ob ich sie investieren sollte.

Macht es Sinn, unterhalb der Betonbodenplatte eine kleine Hohlkehle aus Beton zu fertigen? Um den Sockel herum ist schlußendlich ein Spritzschutz von ca. 25 cm vorgesehen, wobei am Giebel direkt an den Sockel gepflastert werden muß (überdachter Bereich).


Noch ein paar Sätze zur Feuchtigkeit. Ursachen mag es dafür viele - vielleicht zu viele geben, aber die sind nunmehr alle beseitigt.
- über Jahre unbeheizt
- teils mit Flüssiggas und Katalytofen bezeiht gewesen
- Raum diente als "Hundehütte" für drei Schäferhunde!
- Fußboden war mehrschichtig mit OSB belegt
- OSB-Boden war mit Hundeurin getränkt
- Fliesenkleid am Sockel außen war durchfeuchtet, Betonsockel von der Fassade abgerissen
- Regenentwässerungsschacht 10 cm vor der Fassade fehlkunstruiert und undicht

All dies ist beseitigt, der Raum ist nun regulär beheizt (Büroraum). Ich denke und hoffe, die Feuchtigkeitsquellen sollten mit vollendetem Sockelputz beseitigt sein.