DDR Rauputz mit Silikatputz verputzen?

13.03.2013



Unser Haus Baujahr 1907 wurde zu DDR-Zeiten mit dem üblichem grobem grauen Putz (mit Kieselsteinen) versehen. Der hält noch bombenfest, darum wollen wir ihn eigentlich nur überputzen. Dabei dachten wir an einen Silikatputz. Passt das von der Bauchemie? Und muss der bestehende Putz noch vorbehandelt werden?



Warum?



... Einmal abkärchern und überstreichen... gerne mit Silikatfarbe...

MfG,
sh



hallo



mit silikatputz meinen sie bestimmt den edelputz aus den eimern nehme ich mal an ?



Würde mich auch interessieren



Bei unserem kleineren Gebäude ist auf dem UG auch dieser Putz dran. Hält zwar aber sieht häßlich aus und ist ein Schmutzfänger. Ich könnte mir vorstellen, dass Farbe den sich neu ablagernden Schmutz noch "besser" zur Geltung bringt. Außerdem sind bei uns der Rückbau der großen Fenster und der Rollokästen irgendwann an und da wäre die Frage, wie die dabei entstehenden Putzschäden auszubessern.
Vielen Dank und Grüße



hallo



also sowas läuft folgendermasen ab, lose stellen abschlagen, putz abkärchern, fehlstellen mit Kalkzementputz beiputzen, fasade mit armierungskleber eben splachtel, dabei gewebe mit einbetten und an den hausecken und fensterleibungen gewebeecken mit dran. bei allen fenster jeweils in den vier ecken und auch bei den türen zusätzlich nochmal Strahlen (diese kann man sich selber aus dem gewebe zurecht schneiden,etwa 20cm breit und 50 cm lang) diagonal mit einbetten denn hier neigt putz gerne zum reisen. wenn gewünscht können im Anschluss die faschen (fensterleibungen)
mit Feinputz herausgeputz werden wenn diese nicht mit edelputz versehen werden sollen. der nächste schritt ist das Grundieren der fasade mit aufbrennsperre, diese bewirkt das der edelputz gleichmäßig anzieht und ist ganz wichtig. der letzt schritt ist der edelputz, ob mineralisch oder Silikat ist egal, geht beides.
das ist die grobe vorgehensweise, bei weiteren fragen stehe ich gerne zur verfügung.

mfg alex



In der Tat



"ob mineralisch oder silikat ist egal"

…scheiß egal, Silikatputz iss nämlich mineralisch. ;-)

…den würde ich übrigens nicht auf eine kunststoffvergütete Armierungsschicht nebst Aufbrennsperre machen.



Danke



Danke für Eure Antworten. Das war sehr hilfreich. Wir hätten gern eine glatte Oberfläche, deswegen wollten wir nicht einfach nur streichen. Und wir dachten an Silikatputz weil er mineralisch und atmungsaktiv ist. Nehmen aber auch gern etwas auch Kalkbasis.



hallo



…scheiß egal, Silikatputz iss nämlich mineralisch. ;-)

ja und nein, Silikatputze sind mineralische Produkte mit Kunstharzanteilen.





NEIN!
Dann sind es Dispersionsputze und keine Silikatputze.

Nur weil Mineralanteile drin sind, sind`s noch lange keine Mineralfarben, auch wenn`s draufsteht.



hallo



ach ja!
dann lies mal hier schlauberger !
http://www.bauinfo24.de/thema~folder~1~branche~151~letter~I~news~378.asp
manche hier sind so schlau, die müssen köpfe haben größer als kürbisse.



Fein gegooglt



…und der Kopf wächst weiter ;-)
Haben Sie den Mist auch gelesen der im Link steht?

Ich glaube eher nicht.
Auf die Quellenangabe haben Sie sicher auch nicht geguckt.

Vorsicht alex, an Ihrer Stelle würde ich den Link Silikatputze
hier nicht öffnen und lesen, Sie laufen sonst Gefahr Ihren Kopf danach nicht mir durch die Tür zu kriegen.



hallo



von mir aus bleiben sie bei ihrer auffassung oder fragen einfach mal bei sto oder einem anderen Hersteller nach. ich könnte ihnen hier erklären warum kunstharzanteile auch im silikatputz sein müssen aber das hilft den leuten hier die eine frage gestellt haben nicht wirklich weiter. meine oben geschilderte vorgehensweise ist fachlich völlig richtig. wissen sie, ich habe oft genug mit vertretern namhafter putzhersteller wie wülfrather, schwenk, maxit, hasit oder diversen anderen zusammen gearbeitet, da brauche ich sie nicht dazu mir den unterschied zwischen hü und hott zu erklären. sie haben es ja noch nicht einmal geschafft selber ein lösung auf die eigentliche frage hier zu bringen.

mfg alex





"sie haben es ja noch nicht einmal geschafft selber ein lösung auf die eigentliche frage hier zu bringen."

Dann haben wir ja beide was gemeinsam, als Lösung würde ich Ihre Heimwerkerempfehlung nämlich ganz und gar nicht bezeichnen.

Was den Putz betrifft, das ist nicht meine Auffassung sondern Werkstoffkunde!



noch mehr danke



Nicht streiten, das ist es nicht wert! Wir wollten eigentlich Silikatputz ohne Kunstharz verwenden. Ich frage mich aber gerade wozu man diesen Armierungskleber braucht und das Gewebe und ob man da nicht auch darauf verzichten könnte.



hallo



liebe anne, der andere kollege hier wird ein bischen kritik schon vertragen können. ich will ihnen mal erklären warum silikatputz ohne kunstharzanteile nicht geht, denke mal sie verstehen das besser als herr bpB mit seinem 2 wöchigen praktikum im baustellenfegen lach.das hauptbindemittel im silikatputz ist Kaliwasserglas ein mineralischer stoff. Er wäre allerdings ohne den kunstharz-zusatz nicht stabil genug, um als verarbeitungsfertiges Material für den hausbau zur verfügung gestellt zu werden. der organische anteil sorgt auch dafür, dass die Beschichtung besser haftet und die struktur elastischer wird.
reiner silikatputz wäre sehr hart und spröde, was auswirkungen auf seine haltbarkeit hätte.
wenn sie keinen kunstharz im putz haben wollen können sie auf einen reinmineralischen putz zurückgreifen, der erfüllt auch seinen zweck und ist mindestens um die hälfte günstiger.
zum thema gewebe und armierungsmörtel: eine putzarmierung verleiht dem fassadenputz eine stärkere zugfestigkeit und verhindert eine spätere rissbildung.

ich hoffe mal ihre fragen sind damit beantwortet.

mfg alex





Na freilich kann der Kollege Kritik vertragen.
… wenn sie ihn denn erreichen könnte.

Und jetzt anschnallen lieber Alex und
hier gelesen.



hallo



hehe, hätte mich fast vom Stuhl gehauen der link, dachte schon die geschichte müsse neu geschrieben werden bis ich endlich erkannte um was es ging in ihrem sensationsträchtigen link, .....um farbe haha, wer hat schon mal mit farbe eine Wand Verputz hier?
hier ist nochmal ein link vieleicht überzeugt der
http://www.immonet.de/service/aussenputz.html

mfg alex :-)



Lieber Gott



lass Hirn regnen



ja iss es denn.....



also langsam komm ich mir etwas verarscht vor
deshalb mal 3 kleine fragen....

1.frage: wissen sie noch um was es eigentlich geht?

2.frage: haben sie beruflich mit handwerk etwas am hut?

3.frage: sind sie überhaupt alt genug für einen beruf
oder gehen sie erst in die 7.klasse ?

mfg alex



Fassade



Hallo Anne,
mit dem ersten Beitrag von Sebastian ist bereits alles gesagt.
Das ist die kostengünstigste, bauphysikalisch und gestalterisch beste Möglichkeit.
Wenn Sie neuen Putz haben wollen dann müssen Sie sich auch Gedanken zur Fassadendämmung machen da dann die Kriterien der EnEv zu beachten sind.

Viele Grüße

p.s.
Das Foto habe ich für Dich rausgesucht, Alex



hallo



vielen dank fürs foto georg :-). klaar ist die lösung von sebastian am günstigsten. aber das wurde leider nicht gefragt.

p.s.

wird auf vorhandenem putz neuer Oberputz aufgetragen, handelt es sich nicht um putzerneuerung nach der EnEV
da es sich um eine beschichtung handelt.



hallo



hier mal die pdf datei dazu, nicht das mir unterstellt wird ich behaupte das mal einfach so.

http://www.kreishandwerkerschaft-oder-spree.de/downloads/skipt-was-ist-beim-daemmen-zu-beachten.pdf

wichtig ist die erste seite mit folgenten wortlaut:

Bei dem Begriff Putzerneuerung ist danach stets dav
on auszugehen, dass der bestehende
Putz vollständig, d. h. bis auf den Putzgrund/Wandb
ildner abgeschlagen wird. Erfolgt
lediglich eine Instandsetzung / Instandhaltung des
Putzes mit zusätzlichen Armierungs-
Farb- oder Putzbeschichtungen so liegt eine Putzrep
aratur oder Putzausbesserung vor. In
diesem Fall stellt die EnEV keine Anforderungen an
die Instandsetzung. Allerdings darf
durch diese Maßnahmen die Dämmwirkung der Wandfläch
e nicht verschlechtert werden.

mfg alex







ENEV



danke für den Hinweis mit der ENEV. Wir haben eine Hohlkammerwand (heisst das so?) und würden die eher verfüllen als die Fassade von aussen zu dämmen. Und wenn ich es richtig sehe, können wir anstelle des Silikat-Kunstharzputzes auch einen Kalk-Zement-Putz nehmen.

Danke für die interessante und lehrreiche Diskussion.



hallo



richtig anne, sie verstehen das besser. ein reinmineralischer oberputz ist völlig ok, die EnEV hat sie nicht zu interessieren, da ja der alte putz nicht entfernt wird. ihre wand besteht aus betonhohlblocksteinen, die zu verfüllen wäre ein fass ohne boden, sie müßten jede Kammer öffnen, lassen sie das lieber.

mfg alex



Fassadenputz



Hallo Anne,
eigentlich hatte ich keine Lust, mich hier in diesen Disput einzumischen aber anscheinend verstehen Sie nicht warum Sebastian und ich versuchen Sie von Ihrem Vorhaben abzubringen:

1. ein glatter Putz, egal aus was er besteht, wird bei dieser großen Fassadenfläche gestalterische Probleme bereiten. Solche Rauhputze sind keine reinen Modeerscheinungen sondern Sie machen Sinn. Erstens kaschieren Sie kleine Risse, die bei Putzflächen kaum vermeidbar sind. Zweitens kaschiert die rauhe Oberfleäche Unebenheiten. Je glatter die Putzfläche, je mehr sieht man Ebenheitsunterschiede. Bei so einer großen, zusammenhängenden Fläche wird im Streiflicht jeder mm Höhenunterschied an der Fassade sichtbar der jetzt verschwunden ist. Und so eine Riesenfläche völlig eben hinzubekommen ist für jeden Putzer ein Graus (außer vielleicht für den Alleskönner alex) Selbst wenn Sie jemanden finden der das übernimmt wird er dafür einen Preiszuschlag für die erhöhten Ebenheitsanforderungen verlangen. Ich weiß vovon ich schreibe denn ich habe mich als Sachverständiger mit mehr als einem Streitfall zwischen Bauherr und Putzerfirma wegen so etwas befassen müssen.
Wenn große zusammenhängende Putzflächen, dann sollte die Fassade durch Schmuckelemente oder verschiedene Farben gegliedert werden.
Übrigens habe ich das Gefühl das dieses Haus mindestens 100 Jahre alt ist und wahrscheinlich vor ca. 40,50 Jahren saniert wurde. Die damals üblichen Schmuckelemente wie Fenstergewände, Lisenen o.ä. gingen da wohl den Bach runter.
Diese glatte, nackte Fassade sieht jetzt, halten zu Gnaden, Scheiße aus. Das wird sich auch mit einem glatten Neuverputz nicht ändern, aber z.b. mit einem ordentlichen mehrfarbigen Anstrich.
2. Der vorgeschlagene Aufbau eines kunststoffvergüteten Dünnlagenputzes birgt bauphysikalische Probleme. Entwickelt wurde solcher Putz für die Beschichtung von Außendämmungen. Er verstößt gegen die Regel: Von innen nach außen immer diffusionsoffener und immer weicher. Das wird vom Hersteller durch die Zugabe einer Menge Chemie versucht zu kompensieren. Die Rissneigung versucht man mit Zugabe von Kunststoffdispersionen zu minimieren die den Putz elastischer machen sollen, aber zu einer gewissen Staubbindung an der Oberfläche führen können. Außerdem führt das zu einem dichten wenig dampfdurchlässigen Gefüge.
Das muß dann mit Zugabe von Silikonharzemulsionen kompensiert werden. Da der dünne Oberputz nur bis zu einem gewissen Anteil Farbpigmente verkraftet können bei durchgefärbten Dünnlagenputzen nur helle Farben erzielt werden, kräftigere Farbtöne gehen nur mit einem Anstrich. So ein Egalisierungsanstrich wird bei Ihrem Vorhaben ohnehin nötig sein, um Farbunterschiede die an der großen Fläche sichtbar werden können zu vermeiden.
3. Bauphysikalisch gesehen erfüllt der vorhandene Putz, wenn er denn noch funktionstüchtig ist, die Aufgaben die er sollte. Ein Problem besteht in der Neigung zum Absanden bei einem Kratzputz, der den Putz im Laufe der Jahrzehnte dünner werden läßt. Dafür sorgt dieser Effekt für eine gewisse Selbstreinigung. Ob auf dem Gebäude Kratzputz ist läßt sich vom Foto her schwer feststellen, Ich vermute einen Spritzbewurf als Oberputz. Das ist ein sehr stabiler, haltbarer Putz ohne Neigung zum Absanden.
Der Trend geht übrigens wieder zum dickeren, rein mineralischen strukturierteren Putz mit rauher Oberfläche.
4. Preislich gesehen wird der neue Glattputz, bei wahrscheinlich schlechteren optischem Aussehen, Ihnen einen 5-stelligen Eurobetrag mehr kosten. Für mich ein Haufen Geld, den man sicher in wichtigere Bauteile investieren könnte.
5. Mein Hinweis auf die ENEV bezog sich auf die Frage ob Sie sich für eine Innen- oder eine Außendämmung im Zuge der Sanierung entscheiden. Um die Einhaltung der ENEV kommen Sie übrigens bei einer komplexen Modernisierung nicht drumherum. Und das bedeutet nicht Sie müssen außen dämmen sondern Sie müssen u.a. einen bestimmten Dämmstandard der Gebäudehülle erreichen. Es macht keinen Sinn diese Frage hintenanzustellen und dann nach ein paar Jahren, mit noch intaktem Putz und neuem Dach, eine Außendämmung nachrüsten zu wollen (oder zu müssen).
Warum Dach? Bei einer Außendämmung muß auch das Sparrendach mit dem geringen Dachüberstand geändert werden, z.B. im Zuge einer Aufsparrendämmung. Das eine bedingt also das andere.
In Ihrem Fall würde ich übrigens eine Innendämmung bevorzugen.

Viele Grüße

p.s. auch wenn ich das schon zum x-ten mal vorbete: Sanierungsvorhaben können nur ganzheitlich betrachtet werden. So auch dieses Problem.



hallo



hab nie gesagt das ein glattputz drauf soll, sondern den vorhandenen putz erst ebenspachteln und im anschluss wieder neuen edelputz aufziehen. ein spritzbewurf ist das im übrigen nicht. in der regel wurde der rauputz bei uns in der zone mit dem reibebrett gezogegen. die Zusammensetzung war fast immer die selbe der kiesanteil war recht hoch, bei uns in der region wurden schamottgraupeln beigemischt für die struktur und wenn nicht gerade zementknappheit herschte hält der putz meist heute noch bombenfest :-)

mfg alex



Danke Herr Böttcher



für Ihre ausführliche Antwort. Das Haus ist von 1907 und hatte mal etliche Schmuckelemente die es leider nicht bis in die heutige Zeit geschafft haben. Wir haben Fotos von damals und würden den alten Zustand (inklusive Stuckelemente) gern wieder herstellen. Die Frage ist aber, ob dazu der DDR-Rauputz runter muss und man komplett neu verputzt oder eine weitere Schicht aufträgt. Aber wenn ich Sie richtig verstanden habe meinen Sie, dass das nicht gut aussehen wird und auch reissen würde. Wir werden uns das noch einmal ansehen.

Für die Dämmung würden wir unsere Hohlwand mit Perliten verfüllen.



hallo



georg meinte ein glattputz sieht nicht gut aus, ein glattputz ist ein putz ohne struktur. und im streiflicht das heist wenn die sonne oder eine andere lichtquelle im ungünstigen Winkel auf die wand fällt sieht man die wahrheit.
wenn sie ihre fasade wie ich anfangs erklärt habe mit armierungsmörtel und gewebe eben spachteln und im anschluss einen neuen edelputz aufziehen reist da gar nichts. wenn eine ausendämmung aufgebracht wird müssten sie genau das gleiche machen und die Diffusion wär gleich mal völlig flöten.
so und jetzt ist gut, ich kau das nicht immer und immer wieder durch und überlasse dem herr der elemente das feld.

mfg alex



Vielleicht…



… sollte man das Ganze jetzt nicht überstürzen, denn offensichtlich ist der jetzige Putz technisch ja noch okay.

Lieber in Ruhe jemanden finden, der zusammen mit Euch ein realisierbares (technisch und finanziell) Konzept entwickelt, wie sich die ursprünglichen Zierelemente anhand der alten Fotodokumente rekonstruieren lassen, sodass die Gesamtoptik wieder stimmig wird oder sich selbst eingehend in die Thematik einarbeiten um einen gewissen Eigenarbeitsanteil daran leisten zu können, wenn gewünscht.

Nur anstreichen und die ehemaligen Stuck-Zierelement "anstilisiert" aufmalen, würde mich persönlich zu sehr an die ganze neudeutsche Fassadenödnis nach Dämmung erinnern, wo alles, was Krieg und Nachkriegszeit nicht vermochten, jetzt zugunsten einer simplifizierten Fake-Ornamentik verschwindet.

Es gibt nicht nur hier im Forum genügend Beispiele, wie der umgekehrte Weg gegangen, dem Haus also erfolgreich das Gesicht wieder zurückgegeben wurde.