Bruchsteinkeller verputzen mit Sanierputz?

26.01.2013 D.Selle



Hallo,

ich bin heute eher zufällig in eine Diskussion geraten, wo es um das Verputzen eines kleineren Kellerraumes mit Sanierputz geht. Ich halte dieses Material hier für falsch, bin aber kein Putzfachmann.

Zustand:
Bruchsteinkellerwände einer Teilunterkellerung ohne horz. Feuchtesperre, von ca. 1740, aus Kalksteinen ursprünglich gemauert mit Lehm und sehr weichem Kalkmörtel, in den letzten 50 Jahren mit div. zementären oder gipshaltigen Putzen überputzt und egalisiert, gößtenteils hohl und rissig, Steine bröseln raus.
Bodenplatte, 3*4m, aus Beton (4 durchgehende Risse) ca. 8cm Dicke auf Schotter zwischen die Mauern gegossen, Styropor-Randstreifen,
Decke: Lagerhölzer (40/60)mit Klötzchen zum Höhenausgleich auf alten Deckenbalken verschraubt, darüber Fußbodendielung der Küche. Zwischen den Lagerhölzen auf den Deckenbalken, Standard (grau) GKplatte und darüber ca. 40mm Mineralwolle, ohne Dampfbremse o.ä.
Der Kellerraum scheint m.E. rel. trocken, ist zugleich warmer Heizungsraum und soll ein Hauswirtschaftsraum werden.

Jetzt sollen nächste Woche die Kalkbruchsteinwände von altem Putz gereinigt werden und mit Sanierputz verputzt werden.
Was ist davon zu halten?
Ich meine dieses Material ist hier überflüssig. Wenn denn nun unbedingt die Wände verputzt werden sollen, welcher Putz ist zu empfehlen?
Ist der Sanierputz evt. gar schädigend (außer den Geldbeutel?
Vielen Dank.
Gruß
Selle



Sanierputz



Sanierputz ist für einen bestimmten Anwendungszweck entwickelt worden:
Eine Wand/Raum ist feucht.
Die Feuchtequellen werden- wie auch immer- beseitigt.
In der Wand befindet sich noch Restfeuchte und Salze.
Wenn da drauf geputzt wird, fliegt der normale Putz infolge Austrocknung und Salzkristallisation runter, also erst trocknen lassen.
Der Bauherr will den Raum aber sofort nutzen und hat keine Zeit zu warten bis sich die ungeputzte Wand auf ein neues Feuchtegleichgewicht eingestellt hat
Für dieses Problem gibt es Sanierputzsysteme. Sie können eingesetzt werden bevor die Wand auf Gleichgewichtsfeuchte heruntergetrocknet ist, da sie nicht von der Wand fliegen wie normale Putze. Feuchte kann gasförmig entweichen, auskristallisierende Salze lagern sich im Putz ab.

Das trifft hier also nicht zu.
Außerdem ist Sanierputz zementhaltig, wenn auf der Wand Gipsputze vorhanden sind fliegt der neue Putz infolge Ettringitbildung wieder runter.
Deshalb schlage nach Säuberung der Wand einen einfachen Pinselputz PI vor, der anschließend frescal gekalkt wird.

Viele Grüße



Herzlichen Dank!



Werde die Infos weitergeben, i.V.m. ihrem Excerpt "Gab es früher trockene Keller?"

Gruß
Selle