Schimmel- und Feuchtigkeitsanierung im Keller

26.05.2009


Hallo alle zusammen!
Wir stehen grad am Anfang unseres "Projektes Altbau" und begonnen werden soll mit dem Keller. Folgende Sachlage: Wir haben ein Häuschen von 1904 gekauft und der vorherige Besitzer hat schön den ganzen Keller mit Rigipsplatten verkleidet, die Folge davon war natürlich stauende Feuchtigkeit und Schimmel. Wir haben jetzt alles entfernt und erstmal 3 Wochen "trocknen" lassen. Die Kellerwände sind etwa 70 cm dick gemauert und es besteht keine Außenisolierung (ist auch so gut wie nicht machbar, da Gebäude ohne Keller angrenzen). Das Mauerwerk ist in relativ gutem Zustand, bis auf den teils vorhandenen Schwarzschimmel und stellenweise ein bißchen Salz, und ziemlich feucht. Der Boden ist aus Estrich. Was können wir jetzt machen (lassen), damit die Wände schimmelfrei werden und auch bleiben und alles relativ trocken wird und bleibt. Und vor allem, dass die Feuchtigkeit nicht auch in die Wände der Wohnräume hochzieht. Der Keller soll in erster Linie als Waschküche, Werkraum und Lager verwendet werden. Vielen dank für ihre Vorschläge!



So wie Sie es schildern,



hört es sich an wie ein Fall für das Matrolan-Verfahren. Unter www.matrolan.de finden Sie den für Sie zuständigen Ansprechpartner, der Ihnen nach einer vor Ort Besichtigung sicher genaueres sagen kann.
mfg Andreas Hoppe



Nun,



das wichtigste ist ja schon passiert, nämlich die Wandverkleidung entfernt, die den permanenten Feuchtigkeitstransport aus der Wand verhindert hat. Den Schimmel entfernen und die Wände mit Sumpfkalk streichen. In Verbindung mit einer guten Lüftung sollte dann für die geplante Nutzung ein hinreichender Zustand entstehen. Sollte ein optisch ansprechender Zustand gewünscht sein, die Wände mit einem Kalkputz versehen oder die teure Variante, ein Sanierputz.
Und wenn die Feuchtigkeit bis heute nicht in den Wohnräumen angekommen ist, wird sie das auch in Zukunft nicht schaffen.
MfG
dasMaurer



Danke für die schnellen Antworten



Ein Altbausanierer hatte auch die Variante mit dem Sanierputz vorgeschlagen. Also Wand abfräsen und säubern, neu verfugen (wo es nötig ist) und Sanierputz drauf. Ein anderer wollte wieder Platten davormachen (kann mich nicht mehr an die Bezeichnung erinnern, werden wohl auch im Saunabereich, also Nassräumen, eingesetzt und können nicht schimmeln), zusätzlich Lüftungsschlitze. Aber da hab ich dann ja wieder den vorherigen Zustand und weiss nicht wie es zwischen Wand und Platten aussieht! Er meinte, dass Sanierputz in 5 Jahren "satt" ist.
Was ist denn der Unterschied zwischen Kalk- und Sanierputz?



keller verschimmelt



Hallo,

Kalkputz und Sanierputz kann, muß aber nicht dasselbe sein.
Kalkputz = Sammelbegriff für alle Putze auf Kalkbasis, schließt hydraulisch und an der Luft erhärtende Putze ein.
Sanierputz = ein Putzsystem, meistens aus 2 Putzen bestehend, das in der untersten Lage Salze in sein Porenvolume einlagert und oben wasserabweisend eingestellt ist.
Sanierputze sind dementsprechend als "Opferputze" konzipiert, die in einigen Jahren ihre Arbeit getan haben, dann muß man sie erneuern.

Zur augenblicklichen Witterung: Die letzten Tage haben sicherlich dazu beigetragen, einige Tonnen Wasser auf den kalten Kellerwänden kondensieren zu lassen. Lüften Sie nur auf Kaltfrontrückseite ! jetzt z.B.
Sonst wird der Bau im Frühsommer naß und nicht trocken.

Den teuren Sumpfkalk können Sie sich in einem Keller allerdings sparen und für edlere Anwendungen aufheben.
Ich würde allerdings vor kalkanwendung gegen Schimmel noch mit einer 70%igen Alkoholwäsche (Gartenspritze) desinfizieren. Vorsichtsmaßnahmen beachten, denn Alkohol brennt und es kann ein explosives Luftgemisch entstehen.

Grüße aus Duisburg



Schimmelfräse?



Hallo Laura,

das Zeug ist schon mal raus, das ist das Wichtigste. Wenn die Wände jahrelang hinter der Rigipswand lagen und feucht sind, werden diese nach ein paar Wochen nicht trocken sein, Wände brauchen da schon deutlich länger.

Du schreibst: "teils vorhandenen Schwarzschimmel und stellenweise ein bißchen Salz, und ziemlich feucht"

Bei geringem Schimmelbefall kann man selbst rangehen, bei großen Flächen würde ich das machen lassen. Geringer Befall: Je nachdem, wie die Wand beschaffen ist (verputzt, unverputzt, etc.) können die Stellen mit einer etwa 70%igen Isopropanolmischung besprüht/abgewaschen werden, in stark befallenen Bereichen würde ich den Putz entfernen - so denn die Wand verputzt ist.
Zunächst sollten die Wände gereinigt werden, anschließend der ganzen Sache etwas Zeit lassen zum trocknen. Wichtig ist hier das richtige Lüften, hierzu gibt es reichlich Informationen im Forum oder auf meiner Internetseite. Das Lüftungsergebnis kontrollieren!

Weshalb die Wand gleich abgefräst werden soll erschließt sich mir nicht, ein einfacher Kalkputz sollte genügen. Der Einsatz einer Fräse kann die Sporen wunderbar im ganzen Geschoss und darüber hinaus verteilen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Na Herr Hoppe, wieder beim Klinkenputzen?
Nun denn, das Verfahren kann man ja, sagen wir es diplomatisch, durchaus kontrovers betrachten.
Unter folgendem Link gibts was zu lesen:
http://www.fachwerk.de/wissen/matrolan-entfeuchtung-97505.html
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Der Unterschied



zwischen kalk- und Sanierputz ist in diesem Fall wohl im Preis zu sehen. Hier ist ein diffusionsfähiger Putz erforderlich, der ein permanentes Abtrocknen der Wand an die Raumluft ermöglicht. Beide Putze leisten das.
Und Sumpfkalk als Anstrich wird aufgrund seiner Ergiebigkeit nicht zu ruinösen Mehrkosten führen, dafür hat man dann einen Abriebfesten Anstrich, und nicht dauernd weisse Ärmel ;-)).
MfG
dasMaurer





Kalkputz und Sanierputz kann, muss und wird nicht dasselbe sein.
Gesetzt dem fall Sie kaufen diesen nicht im Baumarkt oder in Polen.
Der Unterschied zwischen Sanierputzen und anderen Putzen liegt hauptsächlich im Luftgehalt (Porenbildung) und der Salzresistenz.
Während die WTA (2-9-04/D) bei Sanierputzen im Frischmörtel ein Luftgehalt von <25% und im Festmörtel die Porosität von <40% fordert, hier sollen die Salze hin, fordert die DIN EN 998-1 schlichtweg nichts.
Die Kriterien für Sanierputz nach EN erfüllt ein normaler Putz und Maurermörtel vom Baumarkt auch und der Kostet 2,50
Wozu immer etwas opfern? Für Ihre Nutzung empfehle ich die Wände gänzlich unverputzt zu lassen, die Fugen zu zuschlemmen (Kalkmörtel) und mit Kalk zu streichen.

Es grüßt der Troll





Hallo Laura,

"Wozu immer etwas opfern? Für Ihre Nutzung empfehle ich die Wände gänzlich unverputzt zu lassen, die Fugen zu zuschlemmen (Kalkmörtel) und mit Kalk zu streichen."

Der Troll hat Recht - mehr braucht es nicht!



Sanierputze sind für feuchte Kellerwände ungeeignet.



Dafür wurden diese auch nicht erschaffen.
Sanierputze sind auch keine Opferputze!
Wer solche Angaben macht hat das Thema nicht verstanden.
Sanierputze:
Sanierputzsysteme wurden entwickelt, um die Restfeuchte (die auch nach einer erfolgreichen Abdichtung – oder Trockenlegung in einer Wand verbleibt) ausdiffundieren zu lassen. Wenn eine Wand austrocknet, werden dabei bauschädliche Salze im Baustoff als Lösung an die Oberfläche transportiert. Das Wasser verdunstet.
Salze und andere lösliche Bestandteile verbleiben an der Oberfläche.
Es entstehen Salzkristalle und beim Kristallisationsvorgang entstehen lt. Literaturangaben dabei Drücke von 50 bis 200 N/mm². Daher ist es notwendig ein sehr groß,- bzw. offenporiges Verputzsystem aufzubringen.
Gips-, Kalk-, Kalkzement-, und auch Zementputze sind bei der Instandsetzung von feuchten Wänden ungeeignet!
Dies wegen einer zu hohen Wasseraufnahme und eines zu geringen Anteils von Poren und /oder geringen Wasserdampfdiffusion. Sehr oft ist auch die Festigkeit des Untergrundes nicht geeignet um "harte" Verputze aufzubringen.
.
Sanierputze haben aufgrund ihrer Rohdichte einen großen Porenraum. Die Rohdichte dieser Putze liegt im Normalfall unter 1300 kg. pro m³. Im Vergleich zu einem Kalkputz von mehr als 1800 kg. Dieser Porenanteil ist notwendig um die Salzkristallisation und die dadurch entstehenden Volumensvergrößerungen ohne Probleme in der Putzschicht zu ermöglichen.
Es gibt noch eine Reihe anderer wesentlicher Vorteile und Merkmale von Sanierputzen, jedoch sollte der Einsatz wohl bedacht werden, da es sonst schnell zu Schäden kommt.
Es ist aber auch sicher, je besser ein Sanierputz für eine Abtrocknung oder Verdunstung sorgt, um so mehr wird von außen oder unten aufgesaugt.
Somit ist ein Sanierputz immer nur nach einer Instandsetzung (Abdichtung und/oder Horizontalsperre) angebracht..
Sonst wird, wenn keine dampfdichte Abdichtung von außen oder eine Horizontalsperre im Mauerwerk vorhanden ist, wird durch die Kapillarwirkung weiter Wasser und Salz nachgesaugt.
Mit Sanierputzen nach WTA* – Richtlinien geprüft, ist es möglich nach einer Abdichtung oder einer Trockenlegung über Oberkante Gelände die Mauer schadensfrei zu verputzen.
Ansonsten empfehle ich, lesen Sie sich auf meiner Homepage
http://www.isarbautenschutz.de/schriften/index.html
insbesondere die Nr. 12 genau durch.



Genau so funktionieren sie auch



Habe selbst 1995 einen Bruchsteinsockel abgedichtet (PU Injektion) und danach mit Sanierputz versehen.
Den Bauherren stand ihre Goldene Hochzeit bevor, es sollte alles schön aussehen und auch langfristig halten, das hat es auch bis heute keinerlei Ausblühungen.
Sein Nachbar hat 2001, ob des Erfolges von nebenan, mit dem gleichen Sanierputz, ohne Abdichtung, seinen Sockel Verputzen lassen, der fing 2003 wieder an auszublühen.

Der Troll



Schimmelbekämpfung



Ich möchte hier keine Unruhe stiften, aber:

Es ist sicherlich vorteilhaft gewesen, die Verkleidungen zu entfernen und zu entsorgen. Zu der Schimmelbekämpfung hätte ich jedoch noch eine kleine Anmerkung: "Schimmel" ist nicht immer sichtbar! Das soll bedeuten, dass sich die Schimmelsporen auch in anderen Teilbereichen des Raumes aufhalten können, aber (noch) nicht unbedingt optisch sichtbar sind. Dieses Phänomen wird oftmals, auch von Fachleuten, übersehen.
Wenn größere Flächen betroffen sind, würde ich persönlich empfehlen, alle Oberflächen mit einer 10%igen Wasserstoffperoxidlösung einzusprühen. Wasserstoffperoxid hat z. B. gegenüber Alkohol den Vorteil, dass es besser sporizid wirkt und keine Nebenprodukte hinterlässt (s.a. Wikipedia).
Das H2O2 sollte auf den Flächen ca. zwei bis drei Stunden einwirken können, bevor die Flächen dann abgesaugt werden, um die toten Sporen zu entfernen (sinnvoller Weise mit einem Industriestaubsauger mit HEPA-Filter Klasse H). Wasserstoffperoxid ist in kleinen Mengen in Apotheken erhältlich, aber bitte bei der Bearbeitung auf Schutzkleidung achten (Einweg-Anzug, Brille und Atemschutz)

Die optisch sichtbar mit Schimmel betroffenen verputzten Oberflächen kann man dann auch problemlos abfräsen, bei starkem Befall auch abschlagen (kommt auf die Intensität des Schimmelbefalls an), wobei hier auf Schutzmaßnahmen geachtet werden sollte (Folienabdeckungen und provisorisches Abdecken von Durchgängen etc., die anschließend mit entsorgt werden sollten).

Ich weise eingehend darauf hin, dass diese Beschreibung ungesehen erstellt worden ist. Oftmals reichen auch weniger umfangreiche Sanierungsmaßnahmen aus. Wie gesagt bzw. geschrieben, betrifft die o.g. Beschreibung eher großflächigen Schimmelbefall.

Schöne Grüße aus dem Süden, M. Kullick



Unruhe stiften Sie hier nicht so schnell, aber...



...hören Sie bitte auf mit Angaben zu der Schimmelsanierung.
Vorab wir bekämpfen den Schimmel!
Und auch wenn Sie bei Wikipeda etwas abschreiben, dann sollte doch nicht übertrieben werden.
Verputz abfräsen oder gar entfernen ist übertrieben.
Sie meinen es sicher gut - glauben Sie jedoch nicht alles was so manche "Sanierer" anbieten.