Risse im Lehmputz

24.08.2007


Hallo, ich habe mein Wohnzimmer, dessen Wände (Innenwände, dahinter ist 10 cm Luft, dann kommen die Sandstein-Aussenwände) wir vorher unterfangen haben, mit Lehm verputzt. Den Grundputz Maxit ip 333 hat ein Putzer an die Wand geschmissen, der sich wohl mit Lehm nicht auskannte und viel zu dick ( - 8 cm) den Lehm aufgetragen hat. Nun sind überall dicke Risse gewesen. Wir haben immer wieder eine dünne Schicht Lehm aufgetragen und verfilzt, aber die Risse kommen immer wieder durch. Zwar nicht mehr so tief, aber trotzdem :-( Was können wir jetzt am besten tun, um die Risse wegzubekommen? Erst komplett trocknen lassen und dann nochmal eine Schicht drauf? Danke für einen Tip, Gabi Wieke



Gewaehrleistung?



Eigentlich sollte das das Problem des Putzers sein, oder?

Wenn das aber aus verschiedenen denkbaren Gruenden nicht der Fall sein sollte, geht mir etwas anderes durch den Sinn:
ACHT ZENTIMETER? Zzgl. der von Euch aufgebrachten Schichten? Das muss doch schon allein ein Vermoegen an Material gekostet haben. Wenn Ihr eh schon staendig am Reparieren und somit Rumsauen seid, waere es doch vielleicht erfolgversprechender und zugleich gewinnbringend, den ganzen Putz wieder runterzuhauen, drei Viertel davon an Beduerftige zu verkaufen und den Rest von Grund auf neu aufzutragen. Oder?
Ausserdem wuerde dadurch Euer Wohnzimmer gleich wieder viel groesser.

Beste Gruesse,
Konrad



Lehmputz



Hallo !

Ich habe auch zwei Paletten maxit 333 und 334 verarbeitet, grundsätzlich gab´s mit dem Material keine Probleme.

Ist der Putz denn schon komplett durchgetrocknet ? Dann sollten auch keine neuen Risse mehr entstehen, vorher macht es wenig Sinn die Risse zu schließen und zu filzen.

Wenn der Putzer schon keine Ahnung von Lehmputz hat, hätte er ja wenigstens die Verarbeitungshinweise des Herstellers lesen können: "... Auftragsstärke bei 1-lagiger Arbeitsweise bei saugfähigem Untergrund max. 20 mm, bei nicht oder schwach saugendem Untergrund 5-8mm. Bei mehrlagigem Putzauftrag muss die erste Lage hell durchgetrocknet sein. Die Auftragstärke pro Lage soll bei saugenden Untergründen 20mm nicht überschreiten."


Viel Erfolg,
Karsten



Nun macht die Frau doch nicht wild ...



ich habe hier einen sehr guten Lehmbauer. Die Wände sehen am Ende top aus. In der ersten Lage sind aber IMMER Risse egal ob 1 cm oder bei uns teilweise 5 cm.

Wenn die erste Lage ziemlich trocken ist (nach einem Tag -also nicht ganz durchgetrocknet) sieht man sehr viele Risse. Am zweiten Tag kommt dann ziemlich dünn eingearbeitet ein Glasfasergewebe in die obere Schicht. Dann sind alle Risse weg.

Also mein Tipp:

In die Oberfläche ein Glasfasergewebe (Jute geht natürlich auch, ist bloss schwerer zu verarbeiten) einarbeiten. Damit müßte das Problem behoben sein. Achtet darauf, dass das Gewebe nicht zu grobmaschig/schwer ist. Ich hatte eins mit 7 mm gekauft, das hat der Lehmbauer ausprobiert (weils schon mal da war) und es kam von den Decken wieder runter. Er hat dann das gewohnte Gewebe besorgt (5,5 mmm von Claytec) und damit geht es VIEL besser.

... Laßt Euch nicht verrückt machen !!!! -> Putz abhauen ... was für ein Rat!

Viel Erfolg!!!



Noch ein Nachtrag ....



ich habe noch mal mit unserem Lehmbauer gesprochen. Er sagt im Prinzip das, was ich schon vorschlug (Gewebe). Macht allerdings die Einschränkung, das man gucken muß, ob der Putz bei der Stärke noch genug Haftung auf dem Untergrund hat. Sonnst kommt der Putz mitsamt Gewebe in Schollen runter.
Die "Gewebe-Version" ist außerdem die Sicherheitsversion. Es geht evtl. auch ohne, wenn der Putz komplett durchgetrocknet ist und man dann noch DÜNN eine Schicht aufträgt, sollten auch keine Risse mehr zu sehen sein. Allerding wenn Ihr Holz überputzt (mit Schilfrohr betackert) oder einfach ein Übergang zwischen zwei verschiedenen Materialien ist Gewebe immer zu empfehlen ...


Also, nach den neuesten Informationen würde ich den Putz durchtrocknen lassen und dann an einigen Stellen testen ob er gut genug haftet. Wenn er haftet die Gewebe-Variante. Wenn nicht müßte man den Putz leider doch von der Wand nehmen, wieder einsumpfen und neu auftragen. (Mit Gewebe in der obersten Schicht!)

Ich hoffe für euch, dass der Putz trotz der Stärke haftet!!!



Hallo liebe Leut



vielen Dank für Eure Antworten (bis auf die von Konrad natürlich, die könnte auch von meinen was den Horizont betrifft etwas schlecht weggekommenen Dorfnachbarn kommen - so à la 'reiss die Hütte doch ab, bingt doch eh alles nix :-), hör ich jetzt seit vier Jahren. Macht mich nicht mehr wild ;-)). Übrigens: wer lesen kann ist klar im Vorteil: es stand dort BIS acht Zentimeter. Ich nehme aber auch gern Spenden an, da Sie so besorgt um meine Finanzen sind. Bei Interesse fragen Sie mich einfach per PN nach meiner Bankverbindung :-D.

Also, zum konstruktiven Teil: der Putz war tatsächlich noch nicht vollkommen getrocknet. Wir haben jetzt gewartet, bis alles nahezu komplett trocken war und dann noch mal eine dünne Schicht aufgetragen und verfilzt. Bisher nicht ein Riss!! Falls die Risse doch wieder auftauchen, werde ich Hennings Vorschlag mit dem Glasfasergewebe noch ausprobieren. @Karsten: der Putzer war ein Dorfnachbar, der helfen wollte. War ja gut gemeint. Aber er kannte sich halt nicht aus. Er hat dann auch den Vertriebler angerufen, NACHDEM die Risse auftauchten. Hätte er einfach mal VOR Arbeitsbeginn machen sollen. Naja. C'est la vie und danke für den Zuspruch! Gabi




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