Keine Frage, nur etwas zum nachgucken....

29.03.2012


Hallo allerseits

Ich weiß nicht, ob Ihr das/den schon kennt,
aber diese Entdeckung meinerseits will ich teilen.
Das ist aber kein Aufruf zu Diffamierungen jedweder Art,
zumal oder eben weil ich die eBay-Adresse hier komplett einstelle und damit der Urheber kenntlich ist.
Ich weiß nicht, wie ich das sonst bewerkstelligen soll.

Einfach nur gucken reicht ja manchmal auch und Kommentare,
welche die Form/Netiquette/rein fachliche Ebene wahren,
sind auch durchaus willkommen.

Link markieren und in neuen Tab kopieren....

http://www.ebay.de/itm/Fassade-Fachwerk-Vollmarmeschutz-Putz-Stuck-Mortel-Haus-/220983315856?pt=DE_Heimwerker_Baustoffe&hash=item3373a1cd90

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Risiko



Mir kommt der Quadratmeterpreis ziemlich gering vor.



Risiko



@Christian ,lesen hilft manchmal....



Super,



es werden keine Zimmerleute mehr gebraucht, wenn Schäden auftreten, nur noch Verputzer.

Wenn jetzt noch die Konstruktion stimmig wäre (Giebel rechts) tät es nicht mal schlecht ausschaun.

VG Gerhard



Alt........



wurde vor Jahren schon einmal angesprochen.

Passt gut zur aktuell staatlich verordneten Zerstörung historischer Bausubstanz und Schaffung von unvorstellbaren Mengen an Sondermüll für die nachfolgenden Generationen.

Grüße

Alex



Alex



was hat Putz mit Sondermüll und Zerstörung alter Bausubstanz zu tun ??? Hier geht wohl fast ausschließlich um optische Ansprüche.



Denken.....



dann erkennt man doch den Zusammenhang.

Worauf baut man denn dieses Pseudofachwerk auf. Auf eine Dämmfassade. Woraus besteht diese?

Aber natürlich kann man das Pseudofachwerk auch auf eine normal geputzte Wandfläche aufbringen.

Herr.... schreibt aber im Eb... Angebot....

Nachdenken, schreiben...

Freundliche Grüße

Alex



Fachwerkimitation



Ja, dieses Thema ist schon einige Jahre alt.
Im Grunde sind wir uns da sicher alle einig: Mit Fachwerk hat das nichts zu tun. Schon garnicht, wenn auf einer glatt gemauerten Wand dann solch eine grafische "Konstruktion" drauf kommt, bei der nicht einmal die Proportionen stimmen, weil die Macher das Wesen des Fachwerks nicht verstehen.
Es ist eben a u c h eine Geschäftsidee.

Ich kann mir das lediglich als optischen Ersatz bei einer (kleineren) Reparatur vorstellen, wenn irgendwo mal ein Balken fehlt und durch Mauerwerk ersetzt wurde - aber das Geld fehlt, es richtig zimmermannsmäßig zu machen.



Jetzt richtig?



>>@Christian ,lesen hilft manchmal....<<
Ich habe es geändert. ;-)



Imitation



@ Christian um Richtig gings mir garnicht;-)

Das sowas Fake ist darüber sind wir uns wohl alle einig!

Aber so ein bisschen gehen mir auch dabei Jugendstil ,etc. Häuser durch den Kopf ,irgendwie ist das doch auch Imitat,vieles aus der Antike(Griechenland) oder bei den Römern ausgeliehen,Blattwerk und Blüten der Natur entnommen....bei dem einen schreien wir auf und das andere finden wir schön und klassisch.Hmmmm?
Sicher sind solche Stuckverzierungen traditionelle große Handwerkskunst und ich möchte diese Fassaden nicht missen!

So jetzt steinigt den Ketzer

Grüße
Martin



In England ...



... ist "Mock Tudor" quasi eine eigenständige Stilrichtung, bei uns wird man sich wohl eher gelassen an das hier halten dürfen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kitsch#In_der_Architektur

Mir fällt da zum Vergleich am ehesten noch eine Spritzbetonarchitektur aus Kaisers Zeiten ein, in der Zaunelemente, Sitzbänke oder Fassadenteile von Gebäuden in einer Art gestaltet waren, die knorriges Holz und andere organische Strukturen imitiert, allerdings keinerlei Zweifel an der Materialbeschaffenheit lässt.

Anderseits: Wie weiter oben schon erwähnt, für manche Notlösungen evtl. akzeptabel wenn baulich nicht anders machbar. Mein Gefühl sagt mir aber eher, dass in unseren Zeiten des Dämmwahns demnächst jede Menge uralter Fachwerkhäuser zumindest optisch über Nacht auf diese Weise neu entstehen. Solange aber zumindest in unserer Gegend hässliche weißgraue Keramikriemchen, Eternitplatten oder pseudorustikale Klinker oder -imitate à la Wulff-Haus stadtbildprägend sind, schockt mich so schnell gar nichts mehr.



Putz auf Wand



@ Alexander: Denken !! - Putz gehört nicht ausschließlich auf Wärmedämmung, auch massive Wände können anders gestaltet werden als ein großer weißer Kasten.

Warst Du übrigens schon mal in der Semper-Oper ??

Grünspecht hat da völlig recht, in der Baukunst wird schon lange imitiert und daraus haben sich eigene Baustiele entwickelt, die heute schon unter Denkmalschutz stehen. Das soll nun nicht für das Fachwerkimitat gelten, aber es gibt hin und wieder Situationen, wo eine Täuschung (mehr ist es ja nicht) dem Auge wohlgefällig ist. Und wir laben ja in einem freien Land ....
Herr Hopf hat(te) übrigens hier recht offiziel bezahlte Anzeigen laufen. Ist schon etwa 8 Jahre damit am Markt.



Fake



können auch eine gewisse Funktion haben:
Schloss Wesenstein



Schloss Lichtenwald



auch hier wird mit einem Fake das Auge getäuscht, und doch hat das einen Sinn.
Auch ein Fachwerkimitat kann zur Verschönerung eines Dorfbildes als Ansicht beitragen statt der wunderschön mit Reibeputz versehenen Neubauhäuser ! Ein Imitat hat noch lange nichts mit Baufehlern zu tun. Die kann man auch mit "echten Materialien" fabrizieren.





Genauso alt wie das Thema, sind auch die Antworten dazu. Erinnert mich sehr an einen Thread der zum selben Thema vor Jahren hier gepostet wurde.

Ich weiß gar nicht, was ihr habt. Rein optisch ist das sehr gut gemacht. Und der Anbieter ist ehrlich. Er verwendet ja selbst den Begriff "Blendwerk".

@Christin Bisping
Ich glaube nicht, dass viele alte Fachwerkbauten in dieser Form dem Dämmwahn anheim fallen werden.

In unserer Gegend macht man das anders:

Fachwerbalken aufbohlen, die dadurch entstandenen "Gefache" mit Styropor, Holzfaserplatte oder anderem Plattenmaterial "dämmen".

Geht viel einfacher, hat noch Holz dabei und ist denke ich weniger aufwendig als das Fachwerkimmitat aus Putz.



nur



mal als Nachreiche, ich finde auch das gelungen:

http://www.panoramio.com/photo/8787731
und
http://www.panoramio.com/photo/25256462



Da gibt es schon …



… ziemlich geniale Sachen.

Die "Trompe-l'œil"-Technik hat in Frankreich lange und hoch angesehene Tradition.



@ Olaf/Alle



Sieh an, sieh an, es geht auch ohne röhrenden Hirsch.
Das sieht richtig gut aus.

Ich habe den Link damals u.a. auch deswegen eingestellt,
weil es so ziemlich das Beste Holzimitat war,
das ich bis jetzt gesehen habe.
(Insoweit die Fotos die Realität wiedergeben)
Auch wenn das "Fachwerk" im Wandaufbau/Funktion der Hölzer/Darstellung/etc. nicht richtig abgebildet ist und mir die Sinnhaftigkeit einer solchen Imitation prinzipiell abgeht.
Das gilt aber auch für Aufdopplungen in Echtholz.
Auch das sieht immer aus wie Micky Maus.

Das schon immer imitiert wurde, war auch ne gute Anregung.
Am Ende war die erste Kuhle mit nem Astdach drüber die Imitation der Grotte.
Aber eben da, wo die Erbauer sie haben wollten.

Beste Grüße



Wie ich bereits in einem anderen Thread schrieb…



… lässt sich manchmal sogar die strenge Denkmalschutzbehörde täuschen und setzt dies vorgesetzte Fake-Bretterfachwerk mit auf die Denkmalliste. Dabei hätte es genug Fotozeugnisse für den verklinkerten Urzustand vor ein paar Jahrzehnten gegeben.

Back to topic: Ein paar geniale Fassadenbilder aus der Hausbesetzerszene im Berlin-Kreuzberg der 80er-Jahre hätte ich auch gerne dem Denkmalschutz überantwortet, denn auf diese Häuser wartete meist keine Sanierung, sondern die Abrissbirne.



@ Christian



Das ist nun wirklich ein dickes Brett...äh...
Es fällt mir echt schwer, das zu glauben.

Über die Behörde ist schnell und gern gemeckert und sicher auch des öfteren mit Recht, aber der Klops ist fast o.W(eh).

Wären die besetzten Häuser ein Teil der Mauer gewesen,
(ja,ist gut, dann wären sie nicht besetzt gewesen)
hätten sie vieleicht eine der seltenen Chancen gehabt,
oder ein privater Kunstsammler hätte sich ihrer angenommen.
War doch damals schick, soen Stück Ostschrecken im Garten zu haben, wenn vom Westen aus "alles so schön bunt hier" war.
Aber so gabs nur Siegerjustiz gegen die Ratten- und Zeckenfassaden.
Honnies Lampenladen gings ja auch so...
Auch wenn das wieder ne andere Liga ist.

Der Kampf geht weiter



Details gefällig?



Sorry für die off-topic-Vertiefung, aber hier sieht man es ganz deutlich.

Hier der entsprechende Denkmal-Eintrag:

http://www.limburg-bernd.de/DenkErk/Nr.%2052.htm



Nur damits klar ist



Um zu erkennen,
das die Fassade Micky Maus ist,
hat das erste Foto schon vollkommen ausgereicht.
Sogar ohne Brille.

Ich habe nur das mit dem Amt nicht fassen können.

Aber der Hof ist mit seinen schönen Backsteinwänden natürlich insgesamt erhaltenswert und das ist das Hauptanliegen, was die Sache ein wenig relativiert.
Der/Die/Das Schreiberlingchen hätte natürlich diese Wand nicht mit Fachwerk beschreiben dürfen.

Bisdanndann



Blendwerk ist ja nichts wiklich neues



und steht manchmal auch ganz oben auf der Denkmalliste:

guckst Du hier:

http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=2002067125493

oder hier:

http://www.bausituation-dresden.com/2009/08/sgraffito-sudseite-groer-schlosshof.html

Vielleicht muss man nur lange genug warten und unsere Nachfahren werden dieses Blendfachwerk als besonders gelungene und schützenswerte Art der Bauwerkgestaltung empfinden.

Es ist heute sicher schwer objektiv zu entscheiden, ob es sich um eine schöne Fassade handelt, eine handwerklich beispielhafte Leistung (die auch weniger schön sein darf) oder einfach nur Kitsch, wie so manche Lüftlmalerei.
Es erfüllt aber einen bestimmten Zweck und ist (hoffentlich) gut ausgeführt.

Deswegen finde ich, dass dieses Blendfachwerk auch seine Berechtigung hat, wenn ich persönlich es auch nicht schön, vielleicht sogar kitschig finde.

Möglicherweise hat es anno 1556 ja auch Zeitgenossen gegeben, die dem alten August etwas mehr Geld und Geschmack gewünscht haben, um im Dresdener Schlosshof eine echte Sandstein-Fassade herstellen zu lassen.
Heute würde uns das als unberechtigt erscheinen.

Gruß Götz



Als ich vor Jahren …



… mal einen Besuch aus dem fränkischen Bayreuth durchs westfälische Münster führte, bekam er sich gar nicht mehr ein vor Zorn über die geradezu blasphemische Anmaßung der stolzen Bürgerhäuser, sich in bloßem unverputzten Baumberger Sandstein zu präsentieren. In seiner Heimat stünde das Privileg nur der Kirche zu, selbst hoher Adel und mächtige Stadträte mussten ihre Paläste hinter Putz und Farben verstecken, Kaufleute, Handwerker und andere Bürger allemal.





mag vielleicht daran liegen, dass in Münster, ursprünglich eine sächsiche Siedlung, die Katholiken insbesondere zu Zeiten der Reformation und auch danach sicher nicht so fest im Sattel gesessen haben, wie in der fränkischen Siedlung Bayreuth.

Gruß Götz



lüftlmalerei



mit bezug zum thema fw-konstruktion und ehrbares zimmererhandwerk.... ;-))
ich als bayer verwehre mich natürlich gegen den vorwurf des kitsches, was die lüftlmalerei betrifft (da muß ich jetzt selber grinsen!) - angesichts der tradition, die bis in die italienische renaissance zurückreicht. ob die heutigen ausführungen noch den ansprüchen genügen, wage ich allerdings auch, zu bezweifeln - siehe foto....
und ob nicht noch viel mehr in unmittelbarer nähe des kitsches angesiedelt ist, ist auch fraglich, wenn man dieses wunderbare statement liest:
"Wir seien, wenn uns denn Rührung ergreift, weniger gerührt, weil irgendein Moment rührend sei, sondern weil wir gerührt seien von unserer eigenen Rührung - und das ... sei ein klassisches Verhaltensmuster von Schwer-Intellektuellen."
(aus: "Kitsch as Kitsch can", Süddeutsche Zeitung)
also: ´ran an die fassadenmalerei!
eine schöne woche noch!
carmen



Wandmalerei und Fachwerk



Hallo zusammen,

nur zur Erinnerung: Ihr seid inzwischen recht weit weg vom ursprünglichen Thema.
Eingangs ging es nicht um die Kunst an der Fassade, nicht um Fresko, Secco-Malerei usw.



Wo liegt eigentlich --



-- die Kitschgrenze ?
-Ohne



Ich finde...



...jetzt is aber gut mit der Abschweifung.

Herr Fröhlich hat recht.

Beste Grüße




Fachwerk-Webinar Auszug


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