Fassade neu klinkern / mit Riemchen bekleben???

03.04.2013 SLM0606



Hallo liebe Community Mitglieder,

ich habe ein kleines bzw. für mich größeres Problem, weswegen ich mich hier im Forum angemeldet habe.

Vorweg, ich habe kein Fachwerkhaus, allerdings habe ich mir im letzten August ein altes Haus von 1938 gekauft und hoffe, auf euren Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können, vielleicht bekomme ich ja ein paar gute Tipps ;-)

Nun zum Projekt:

Das Haus ist an 3 Seiten schön verklinkert mit dem Originalstein von 1938, welchen ich auch sehr schön finde.
Allerdings ist die Fassade an der Vorderseite irgendwann komplett verputzt worden, sie ist komplett grau und wirklich nicht schön.(siehe Bild)
Leider habe ich vom Verkäufer auch nicht erfahren, warum dies gemacht wurde.
Als ich das Haus letztes Jahr gekauft habe, dachte ich, es wäre nicht das Problem passende Riemchen zu finden, allerdings habe ich inzwischen viele Riemchen da gehabt, die alle nicht passsen, weder vom Format noch vom Farbton.
Viele haben mir auch davon abgeraten, da es aussieht als wenn die Fassade gefliest ist.
Also habe ich mir daraufhin verschiedene Steine geholt und auch einen gefunden, der relativ gut passt.
Nachteil: Aus den Steinen müssten Riemchen geschnitten werden, was nicht gerade günstig ist...ich benötige ca. 40 qm, wären dann kosten von 4.500 € + das Kleben verfugen usw.

Ist das denn der richtige Weg, den ich eingeschlagen bin oder gibt es evtl einere bessere Lösung?
Evtl. einen Lieferanten, der auf soetwas spezialisiert ist?
Wo bekommt Ihr alte Steine her?

Über einen Tipp zu meinem Projekt würde ich mich sehr freuen!

Vielen Dank vorab


Ich bin mit dem Innenausbau



Fassade



Leider taugt das Foto nichts, aber ich kann keine gravierenden Schäden am Giebelputz erkennen.
Ich würde in einen anständigen Giebelanstrich inverstieren.
Das mit dem Riemchengeklebe ist kostenseitiger Irrsinn und bauphysikalischer Schwachsinn.
Bei den genannten Kosten wird es nicht bleiben, 10.000,- werden da locker zusammenkommen.


Viele Grüße





Egal wie ähnlich der von die gefundene Stein ist, man wird es immer sehen, weil es eben nicht ganz das gleiche und vor allem 75 Jahre jünger ist. Dem Foto nach würde ich den Giebel euch einfach neu Streichen in einem Farbton, der zu den Riemchen passt. Oder, wenn es denn neu gemacht werden muss und du keinen Putz willst eben was anderes als Riemchen (z.B. Holz), wobei du da mit dem Dachüberstand Probleme kriegen dürftest.



Fassadengestaltung



Ich würde die Fassade streichen.
Riemchen bringen bauphysikalische Probleme.
Der Dachüberstand dürfte nicht reichen.
Beides wurde ja schon erwähnt.
Vielleicht ist ja umterm Putz der Klinker vorhanden; einfach mal an einer Stelle vorsichtig den Putz an einer kleinen Stelle abschlagen und nachsehen.



Sehe ich genauso,



prüfen inwieweit der Putz an den ursprünglichen Klinkern haftet. Wenn er sich ohne Probleme ablösen lässt könnte der Putz abgebrochen werden, die Klinker gereinigt und neu verfugt werden.
Alternativ würde ich den Giebel streichen bzw. den oberen Teil eventl. mit Schiefer oder Ziegeln abhängen.
Dies erfordert aber auf jedenfall eine Verlängerung des Dachüberstandes.
Mit Grüßen
Danilo





Hallo,

vielen Dank schonmal für die Antwort!

Ich habe mal vorsichtig an einer Stelle den Putz abgeklopft, geht ganz gut.
Ich frage mich allerdings, warum es so gemacht wurde?
Evtl wegen Feuchtigkeit im Mauerwerk?
Wenn ich also den ganzen Putz abklopfe, könnte ich eine noch größere Baustelle haben...?



Ich würde sagen,



andersherum der Putz ist auf die Klinker gekommen um von denen die Feuchtigkeit abzuhalten. Ist es denn die Wetterseite? Wie sehen den die original Steine aus?
Ich denke mal das es keine Hartbrantklinker sind, sondern ein Ziegel der leicht Wasser aufnehmen kann.
Ein Risiko zur Großbaustelle besteht immer, auch wenn Sie nur Riemchen ankleben brauchen sie Gerüst, Fensterbänke Dachüberstand und Dachrinne muß verlängert werden usw usw., als auch Großbaustelle.
Sind die Fenster Originalgröße? Kann auch sein das vorhandener Giebel durch Fenstererneuerung beschädigt wurde ( Sturz usw.) und deswegen alles Verputz wurde.?

Mit Grüßen
Danilo



Hier in unserer Region...



...gibt es noch einige Altbauten, bei denen Süd- und Westseite (Wetterseite) nachträglich verputzt wurden, ist auch bei meinem Haus von 1899 so. Das war damals wohl als Schutz gegen eindringende Nässe oder Auswaschung der Fugen gedacht, siehe vorigen Beitrag. Von daher würde ich mich den Vorrednern anschließen: den Putz belassen und einfach nur anstreichen.

Gruß aus Ostwestfalen
Andreas



Die



Fenstergrößen erscheinen mir jetzt zumindest nicht zwangsläufig wunderlich, nur wenn sie original sind waren da unten sicher mal 3 Flügel. Diese asymmetrisch geteilten Fenster sind eine Erfindung der späten 1950er (die ältesten Originale die ich kenne sind von 1960).



Besser, ....



... man lässt den Putz und hübscht ihn durch einen neuen Anstrich auf, der kann ja evtl. ein paar gestaltende Elemente beinhalten, damit es nicht so eintönig aussieht. Manche Leute haben da recht gute Ideen, Hauptsache es sieht nicht aus wie "gewollt und nicht gekonnt".

Wenn der Putz abgeschlagen wird, könnte rund um die Fenster wirklich die Überraschung blühen, dass nach dem Prinzip "Was nicht passt, wird passend gemacht" verfahren wurde, meist also mit unpassenden Klinkern die Fensteröffnung wieder beigemauert wurde. Wenn man heute durch manche Landstriche der Eifel fährt, kommt einem das Grausen, was ein kleiner, zu kleiner Geldsegen aus vielen alten Häusern dort gemacht hat.

Anderseits fällt mir gerade in Norddeutschland oft der miserable Zustand der Fugen von Klinkerhäusern auf, insbesondere von "Siedlungshäusern", bei deren Errichtung oft Schmalhans Küchenmeister war und der Mörtel deshalb besonders mager ausfiel.





Das Bild ist nicht so besonders gut, aber die Fenster scheinen relativ weit außen in der Fassade zu sitzen, was bei einem Massivbau auf dünne Außenmauern schließen lassen könnte.

Wenn dem so ist, dann sollte man sich vielleicht ein Gesamtkonzept für die Außenhülle machen, bevor man viel Geld in nicht nachhaltige Schönheitsreparaturen steckt.





Die einfachen Lösungen sind fast immer die besten. Lass also den Putz wie er ist und Pflanze Wilden Wein (parthenocissus tricuspidata oder qinquefolia ) an. Drei Pflanzen dürften genügen. Kostenpunkt etwa € 15,--.



Und wenn



der Wein dann zum Dach hineinwächst und die Wurzeln im Fundament stecken machsten wieder weg.

Ohje, ohje...

Mfg Danilo



Fassade neu klinkern / mit Riemchen bekleben???



Wilder Wein wurzelt nicht in Mauerwerk. Wenn er über den Ortgang hinauswächst, schneidet man ihn einfach ab. Für die Ökofreaks: Vögel bauen in berankte Wände sehr gern ihre Nester ein. Da Wilder Wein im Herbst die Blätter abwirft, zuvor bietet er ein prächtiges Farbenspiel, schützt er die Fassade im Sommer vor übermässiger Aufheizung durch die Sonne, im Winter lässt er die Sonneneinstrahlung durch und trägt zu einer erheblichen Energieeinsparung ein.

Nenne mir ein anderes Fassadesystem, das so etwas leisten kann.



Ansonsten



kann der hier
http://www.fassadengruen.de/
weiterhelfen, es muß nicht unbedingt Wein sein, vor allem bei Fachwerk ist "selbstklebendes Gemüse" ungünstig, die Klebefüßchen nutzen jede Ritze zum verankern und drücken dadurch den Putz von den Gefachen. Ich würd n paar ordentliche Rankhilfen setzen für mehrjährige Selbstklimmer wie z.B. Blauregen oder ähnliches, Die Rankhilfen bestimmen die Wuchshöhe, keine Probleme mit Ortgang oder zugewucherten Fenstern.

Grüße Micha



Spinnen heute...



... alle hier?!

sh



Blauregen



• In diesem Fall gibt es kein Fachwerk, somit gelten die Einschränkungen bezüglich Rankpflanzen nicht.

• Blauregen habe ich als äußerst brutale Pflanze erlebt, die auch Rankgestelle aus Metall aus den Verankerungen drücken kann. Im Mönchengladbacher Park "Bunter Garten" hat Blauregen die gemauerten Säulen einer Pergola regelrecht zerbröselt. Würde ich nur zur Berankung von getrennten Vordächern nehmen, am besten in den mediterranen Ländern genau abschauen, wie es dort eingesetzt wird.

Ansonsten finde ich die Idee mit der Berankung für das Haus aber gar nicht so schlecht. Mit ein bisschen Pflege (Fenster und Dachkante beschneiden) eine echte Aufwertung.



Das



mit dem Fachwerk wollt ich gern mal erwähnen da ja hier vielleicht auch der eine oder andere Fachwerkhausbesitzer mit dem Gedanken einer Begrünung spielt......
Blauregen ist starkwüchsig, die Stämme können ziemliche Kraft entwickeln, kommt auch drauf an wie geschnitten wird, war auch nur als Beispiel genannt, es gibt ja genügend Alternativen auch für weniger oder kaum pflegebedürftige Pflänzchen. Außerdem sollten sowieso Standort, Boden, Sonneneinstrahlung etc berücksichtigt werden.
Vor einer Begrünung sollten sowieso Fassadenschäden beseitigt werden, kommt man später schlecht ran... ;-)
Aber vielleicht werden es ja doch die Riemchen...

Grüße Micha

@sh



Bin und



bleibe ein Gegner der Begrünung an Gebäuden.
Wilder Wein oder ähnliches werden jede Ritze im Mauerwerk/Putz nutzen um hineinzuwachsen. Auch im Fundament.
Bei geöffneten Fenster erhöht sich das Aufkommen von Insekten im Wohnbereich und dann gibt es noch den Herbst wo herabfallendes Laub eventl.gesammelt und entsorgt werden muß.
Hat jetzt aber alles nichts mehr mit Klinker oder Riemchen kleben zu tun.....

Mit Gruß
Danilo



aufhübschen



mit Grün: Finde ich eine gute Idee! Schau auch bitte einmal hier: http://www.biotekt.de/ sehr gute Übersicht über geeignete Bepflanzungen!
Eventuell würden sich sattdessen auch farbige Fensterläden gut machen.
Ich weiß, dass es vielen Menschen in Norddeutschland wichtig war, ein "weißes" Haus zu besitzen und eben kein 'billiges' Klinkerhaus. Vielleicht ist da der Grund für das Verputzen zu suchen. Dennoch würde ich den Putz lassen wo er ist - die Gefahr, dass es doch schadhafte Stellen gibt wäre mir zu groß.
Anne...Wand



Warum nicht



Vormauerziegel 11cm mit 6 cm Wärmedämmung. Alte Steine bekommt man günstig zu kaufen.
So schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe. Normalerweis werden die Scheibenputz- Fassaden zum Schutz gestrichen. Sollte keine Dämmmaßnahmen nötig sein, schlage ich einen Anstrich mit Silikatfarbe z.B. von der Firma "KEIM" z.B. in Ziegelrot oder Ochsenblutrot.

Mit der Begrünung ist auch eine gute Idee ich habe dies an meinem Haus ausprobiert. Die Pflege ist nicht zu unterschätzen. Es macht halt Mühe.
Schönheit gibt es ja auch nicht umsonst



Brutaler Blauregen



Blauregen ist ein idealer Begrüner.Allerdings ohne Verstand gepflanzt würgt der Fallrohre und Rinnen ab ,klettert unter s Dach...
führe ich den Schlingel aber an Drähten und halte zur Fassade Abstand ,läßt er sich wunderbar erziehen,sollte der Draht sich verabschieden,trägt Blauregen mit den Jahren sich selbst.
Eine Hausbegrünung macht immer mehr Arbeit und man sollte sich fragen ob man die ein Leben lang am Haus haben will.

Putz und Mauerwerk sollten zur Begrünung unbedingt in Ordnung sein.
Wurzel können auch nur da ins Fundament eindringen wo dieses schadhaft ist.

Grüße Martin





Hallo,

auch ich halte prinzipielle Überlegungen zur Gestaltung des Giebels für angebracht.
Natürlich hängt das vom Budget ab.
Für 2000 € kann man gerade einmal einrüsten und streichen, optisch ist das eine Aufwertung, das wars dann.
Alles weitere ist nicht nur energiesparend sondern auch substanzvermehrend, oder anders ausgedrückt, es wird erstmals eine zeitgemäße Wand hergestellt.
Voraussetzung ist in jedem Fall eine Vergrößerung des Dachüberstandes.
Dann greift aber die EnEV, und hier sind Sie mit geschätzten 15 cm Dämmung dabei.
Die können Sie realisieren
a) in einem Wärmedämmverbundsystem in unterschiedlichsten Materialien, von Holzweichfaser bis carbonverstärktes Polystyrol oder auch Polyurethan
b) in Vorhangfassaden mit eigends dafür angefertigten Abstandhaltern
c) als kerngedämmtes Mauerwerk mit einer echten Vorsatzschale,

Für b und c empfehle ich einen Bauingenieur, der die Details konstruiert.

Dann könnte man noch schönere Fenster mit hohem Dämmwert einbauen.
Fertig ist die energiesparfassade, kostet ca. 15.000, je nach Auswahl der Materialien auch mehr.

Grüße vom Niederrhein

Die Fensterteilung ist unpassend.