Sanierputz ja oder nein?

14.01.2005



es handelt sich um eine Wand zum machbargebäude im ziegelgemauerten (massivziegel) erdgeschoß: diese ist deckenhoch feucht mit ausblühungen (die Feuchtigkeit stammt vermutlich aus defekten grundleitungen, diese werden erneuert und verlegt). die wand begrenzt die ehemalige "handwagendurchfahrt" im zuge der Sanierung wird die durchfahrt in den Wohnbereich einbezogen und dann auch (teilweise, ein teil bleibt windfang) geheizt. das aufsteigen der feuchtigkeit hat wohl auch Anstrich mit Ölfarbe begünstigt.
horizontalsperre (rammverfahren) ist bereits gemacht. es steht also zu erwarten, das kein neuer feuchteeintrag erfolgt.
kann ich mit einem difussonsoffenen Putz (lehm? kalk?) die sache im laufe der jahre in den Griff bekommen? ich habe nicht viel lust, den Opferputz in fünf jahren wieder abhacken zu müssen.

danke
bettina



Sanierputze



Hallo,
wenn es auf der Wand bereits Ausblühungen gibt, dann sind hier höchstwahrscheinlich Salze beteiligt. Selbst wenn ein kapillarer Feuchteeintrag unterbunden wird, ziehen diese immer wieder Feutigkeit aus der Raumluft an, ebenso evtl. aus Kondensat, z.B. im Sockelbereich.
Wenn Sie einen kapillaraktiven Putz verwenden
(Kalk- o. Lehm-), dann wird der bei Feuchte- und Salzeintrag zerstört werden. Auf diese Weise wird natürlich Feuchte und Salz aus dem Mauerwerk gezogen, der Putz muß allerdings später erneuert werden - das wäre dann Ihr Opferputz.
Wenn Sie einen sog. Sanierputz nehmen, wird der kapillare Feuchteeintrag in den Putz gebremst, der Putz hält deutlich länger; aber was darunter passiert, wissen Sie nicht. Vielleicht kann die Feuchte bis in die Geschossdecke steigen.
Das ist also keine einfache Entscheidung. Am besten wird es sein, den vorhandenen Putz zu entfernen, Fugen gründlich auskratzen alles trocken(!) entfernen und dann erstmal beobachten. Vielleicht könnten Sie ja auch nach dieser porentiefen Reinigung nur neu verfugen und später evtl. entstehende Ausblühungen durch abfegen entfernen. Verputzen kann man später immer noch.



@ rammverfahren



hallo bettina

überlege Kellerausbau und würde gerne wissen
was das rammverfahren gekostet hat



rammverfahren



hallo jörg,

dazu kann ich (noch) keine detaillierte aussage treffen - ich habe noch keine schlußrechnung.
die ausschreibungsunterlagen sind bei der archtektin, muss ich erst nachgucken, melde mich dann wieder.

@ johannes

auf die naheliegenden gedanken kommt man manchmal nicht. es würde als gestaltungselement nicht mal so schlecht aussehen. allerdings muss ich den eigentlich in dem bereich geplanten cotto-boden dann noch mal überdenken - nicht, dass ich vom rotbraun erschlagen werde. :-)



Gedanken



Es wäre natürlich zu ergründen, ob die Ausblühungen aus dem Untergrund kommen oder nur durch die Feuchtebelastung aus dem Putz heraus rührten.
Wenn zweiteres der Fall wäre und die Altputze entfern sind, dann könnte man über eine Auflegung einer Wandheizung nachdenken und diese dann mittels Lehmputz zu verputzen.

Grüße und gutes Gelingen





nach ersten analysen ist der putz (sehr stark zementhaltig) der übeltäter.
genaue bauteilfeuchtemessungen werden gemacht, wenn im gesamten erdgeschoss der putz entfernt ist.
über wandheizung hatte ich mal nachgedacht - wird sich aber nicht realisieren lassen - ich bräuchte dann einen extra heizkreislauf, da eigentlích ohne fbh oder ähnliches geplant ist. vermutlich würden auch die nötigen u-werte nicht erreicht - es handelt sich um eine gebäudetrennwand zu einem unbewohnten (und unsanierten) gebäude.

gruß
bettina



wenn sie Ihrem Haus was gutes wollen, dann geben sie dem Sanierputz keine Chance



Hallo Bettina,
auch Sanierputze sind eben nur Opferputze. (Steht meist nur im Kleingedruckten.) Das heißt, ich muss je nach Feuchte über kurz oder lang auch diesen wechseln. Ich kann mich nur dem gesagten von Herrn Prickarz anschließen und raten einen reinen Kalkputz zu verwenden. Der geht zwar schneller dahin, dafür lässt er Ihre wand auch schneller trocknen und steigt nicht weiter höher. Beseitigen sie den gesamten Zementputz und lassen sie die Fläche mit einem dünnen einlagigen Kalkputz (der nur mit der kelle abgezogen wir) putzen. Das ist zu mindestens ein erster Schutz. (PS: Ist es die Wetterseite?) Und dann lassen sie die wand trocknen. Das kann einige Jahre dauern. Innen wäre eine Temperierungsschleife sinnvoll, wenn sich dies noch bewerkstelligen lässt. Sie kann auch auf Putz erfolgen. Meist lässt sich ein Anschluss immer noch herstellen. Geht nicht, das ist längst vorbei. Die U-Werte sind reine Rechnenwerte. Sie sind sinnvoll, wenn man damit umgehen kann. Wärmespeicherung (welches Ihr Ziegelmauerwerk kann) ist sinnvoller. Da die Wand eh feucht ist, was sie ja wissen, können sie getrost auf das feuchtemessen verzichten. Das können sie, wenn der richtige Putz dran kommt immer noch machen lassen. Und schauen sie mal zum Nachbarn wie es dort aussieht.
Michael



Sanierputz



die Firma Scholz in Partenstein stellt einen Sanierputz her, dfer angeblich die Feuchtigkeit und die Salze nach außen transportiert. Die Salze kann mann "abkehren".Wir haben den Putz vor kurzem in einem ehemaligen Stall angebracht, haben aber noch keine Erfahrungen über die oben genannten Eigenschaften.



wir haben die nachhaltig erfolgreiche Mauertrockenlegung für Sie



hallo an die Diskussionsrunde,
klar, Sanierputz = Opferputz und hilft nicht nachhaltig.

Wer Intteresse hat an einer langfristig wirksamen ProblemLÖSUNG schnell und kostengünstig mit Garantie 5 Jahre der möge bitte per Mail Kontakt aufnehmen. Referenzobjekte seit 20 Jahren keinerlei Probleme mehr.
Mit freundlichen Grüssen
CvH
CVH3000@web.de



Ich habe großes Interesse an einer Mauertrockenlegung und bitte um Info



aber so einfach zu behaupten: Sanierputze sind nur Opferputze und daher schlecht, was soll dieser Unsinn.
Wer sich die Mühe macht und sich in dieses Thema einarbeitet, dazu ist mindestens die Grundlage das heißt das Wissen der DIN 18550 mit den Kommentaren sowie das Merkblatt Sanierputz aber auch das Buch von Hermann Meier erschienen im Expert Verlag hilfreich. Daraus das Vorwort:
Neues WTA-Merkblatt „Sanierputzsysteme“
Vor ca. 25 Jahren kamen die ersten funktionsfähigen Sanierputze als Werktrockenmörtel auf den Markt. Ob die damals gewählte Bezeichnung „Sanierputz“ besonders glücklich ist, muss heute nicht mehr diskutiert werden, da dieser Name inzwischen zum Begriff geworden ist. Fast jeder Trockenmörtelhersteller bietet heute ein derartiges Produkt an. Die WTA (Wissenschaftlich Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e. V.) gab bereits 1985 ein erstes Merkblatt mit dem Titel „Die bauphysikalischen und technischen Anforderungen an Sanierputze“ heraus. Im Laufe der Jahre sind Sanierputze zu Sanierputzsystemen weiter entwickelt worden. Die bei der Anwendung dieser Systeme gemachten Erfahrungen sind dann in das zur Zeit noch gültige WTA-Merkblatt 2-2-91 „Sanierputzsysteme“ eingeflossen. Diese Merkblätter wurden jeweils von Arbeitsgruppen erarbeitet, denen Hersteller, Sachverständige, Institutsmitarbeiter und Anwender angehörten. Das Merkblatt 2-2-91 erschien 1992. Seitdem ist die Zeit auch nicht stehen geblieben, es war notwendig, 1999 ein Ergänzungsmerkblatt 2-6-99 heraus zu bringen. Seit vielen Jahren wird an einer europäischen Putznorm gearbeitet, die im September 2003 als DIN-EN 998-1 erschienen ist. Sie trägt den Titel „Festlegungen für Mörtel im Mauerwerksbau, Teil 1: Putzmörtel, Deutsche Fassung EN 998-1: 2003“. In dieser neuen europäischen Putznorm, die im Februar die bisher gültige DIN 18550 Teil 1 – 4 ablösen wird, werden erstmals in einer DIN-Norm auch Sanierputzmörtel beschrieben. Diese neue europäische Norm und die dazu gehörigen europäischen Mörtelprüfnormen EN 1015 – … haben letztlich den Ausschlag gegeben, dass sich im April 2002 eine neue WTA-Arbeitsgruppe „Sanierputzsysteme“ konstituiert hat, die ähnlich besetzt ist, wie die in der Vergangenheit für Sanierputz tätigen Arbeitsgruppen.
Die von mir ausgeführten Sanierputze sind seit über 25 Jahren ohne Mangel, außer wo ich diese früher falsch - nämlich in feuchten Kellerräumen eingesetzt habe. Und da gehören sie i.d.R. auch nicht hin.
Das neue WTA Merkblatt hat die Nummer 2-9-04. Bezug über die Geschäftsstelle der WTA e.V. siehe: www.wta.de