Keller mit Kalkzement-Putz verputzen?

30.04.2012 AltesDorf



Hallo zusammen,

ich muss einen Kellerraum neu verputzen, da dort die neue Gastherme, der Sicherungskasten und die Netzwerkverteilung eingebaut wird.
Jetzt stellt sich die Frage nach dem Putz. In diesem Raum wurde vor ca. 55 Jahren ein Bad und die Heizungsanlage eingebaut. Der Boden (Ziegel) wurde betoniert und vor die südseitige Außenwand (50cm Bruchstein) wurden innenseitig 5cm Bimsdielen in Zementputz angesetzt und mit Zementputz verputzt. Darauf wurde ca 1,20m hoch gefliest und darüber mit Gipsputz gespachtelt.
Bis heute ist diese Seite trocken, auch hinter den Bimsdielen ist keine Feuchtigkeit, wie ich durch "Probebohrungen" festgestellt habe. Gestrichen wurde immer mit einer selbst angemischten Kalkfarbe.

Ich habe den Bodenaufbau neu erstellt und Altputz mit einer Fassadenfräse bestmöglichst abgefräst.

Wäre es nun problematisch mit einem Kalkzement-Putz zu verputzen? Kalkputz ist leider um das 3-fache teurer.
Ich würde nach dem Verputzen auch wieder mit einer Kalkfarbe streichen.

Der übrige Keller scheint auch beim Bau des Hauses (1938) mit einem recht "festen" Putz verputzt worden zu sein. Schimmel- oder Feuchtigkeitsprobleme gibt es keine. Leider muss ich den Putz ziemlich kurzfristig bestellen.

Würde mich über Eure Meinungen und Empfehlungen sehr freuen!

Vielen Dank!

Gruß
Markus



wer



sagt, daß Kalkputz 3x so teuer ist. Der Arbeitsaufwand ist fast der gleiche und Material - ich wüsste keinen Unterschied. Vielleicht will Dich nur einer abfetten.



Kellerputz



Richtig: Kalkputze sind in etwa 3 x so teuer wie ein hundsgemeiner Zementputz aus dem Baumarkt (€ 3,00/m2 zu € 9,00/m2, reine Materialklosten bei 15 mm Putzstärke).

Kalkputz hat einige Vorteile: er ist flexibler, weniger rissanfällig, ein "weicher" Putz, der besser zur Bimsdiele passt. Er ist diffusionsoffen und schimmelresistent (alkalisch).

Wenn Sie einen sog. "Kalk-Zementputz" aus dem Baumarkt nehmen wollen, sollten Sie sich anschauen, welche Zuschlagsstoffe sich sonst noch darin befinden und wie hoch der Kalkanteil darin wirklich ist.

Die Produkte der Baumärkte sind meisten überteuerte
Mogelpackungen, in denen ziemlich von viel von dem verschnitten wird, was im Grunde auf die Deponie gebracht oder als Sondermüll deklariert werden sollte. "Billig" kommt nach kurzer Zeit meistens "teuer".



Baustoffhandel



Guten Morgen,

ich hatte bei unserem lokalen Baustoffhändler angefragt, er hatte mir den "Schäfer Kalk-Zementputz 650" angeboten. Eigentlich meint jeder, dass Kalk-Zementputz genau das Richtige für den Keller wäre.

Als "Alternative" wurde mir dann auf Nachfrage der Claytec Gräfix Kalk-Grundputz angeboten, der jedoch fast 3x teurer als der Schäfer KZP 650 ist.

Mein Vater und ich wollen diesen Kellerraum selber verputzen. Lässt sich Kalkputz denn leicht verarbeiten? Muss noch ein Putzträger auf den Altputz aufgebracht werden? Teilweise ist noch ein kleiner Rest Ölfarbe vorhanden, den ich leider nicht mit der Fassadenfräse entfernen konnte, ist aber nur minimal.
Wäre es möglich vorher Streckmetall anzubringen? Nicht, dass es nachher Risse gibt.

Danke für Eure Hilfe! Ist wirklich ein super Forum!

Gruß
Markus



Nur zur Info:
Im Wohnbereich habe ich extra darauf geachtet, dass in den "feuchteren" Bereichen wie Bad, Küche und Schlafzimmer mit zweilagigem Kalkputz verputzt wird. In den restlichen Bereichen wird ein Kalk-Gipsputz mit einem sehr hohen Kalkanteil (ich meine fast 80%) verputzt. Komplett Kalkputz wäre einfach zu teuer gewesen :-(



Tja



fertigen Kalkputzen haftet offenbar der Bio-Nimbus an und folglich werden die Preise u.U. hoch angesetzt. WIr haben uns ein paar Kubikmeter Sand und Säcke Weißkalkhydrat kommen lassen, das war unter Garantie nicht viel teurer als irgend ein Fertigputz (die genauen Kosten weiß ich nicht, hat mein Vater abgewickelt, aber die Fuhre Sand war spottbillig, unter 100 Euro für 10m3 bilde ich mir ein). Das haben wir dann 1:3 oder 1:4 gemischt.

Kalkputz ist für Heimwerker herrlich zu verarbeiten weil er gut an der Wand "klebt", viel besser als die Baumarkt-Kalkzementmischungen die ich bislang erlebt habe.



selbst anmischen?



Danke für die Infos.

Was ist denn die beste "Rezeptur"? Habe schon gelesen, dass der Putz reissen kann. Würde mir dann nämlich eher Sand und Weißkalkhydrat (CL90) bestellen.
Brauche ich dann den Untergrund nicht vorbehandeln? Würde mich ja dann wesentlich günstiger kommen, vielleicht sogar günstiger als fertiger Kalk-Zement-Putz. Welchen Sand sollte man nehmen?
Sorry für die vielen Fragen, ich will es ja nur richtig machen.



mit



selbst angemischten Kalkputz kommt man immer billiger, Kalk und Zement haben etwa den gleichen Preis - deshalb mein Standpunkt !
Putzsand ist - regional bedingt - sehr verschieden im Angebot, 0-2 mm. Für den Oberputz siebe ich zur Not nochmal mit einem feinen Handsieb.
2-3- lagig arbeiten - alles fachliche wurde hier schon mehrfach abgeklärt.
Rissgefahr besteht - aber das ist bei allen Putzen so, man sollte nicht die Wand verlassen und ins Bett gehen, besser ist, wenn man ein paar Stunden später nochmal nachfilzen kann.