Kalkputz auf OSB

16.04.2008



Hallo !

Eine kurze Frage. Ich möchte auf OSB-Platten einen Schilfputzträger aufbringen und anschließend mit reinem Kalkputz verputzen.

Bei Lehm haben wir die Platten vorher mit einem Lehm-Leinöl-Gemisch grundiert. Gibt es hier auch eine Empfehlung für Kalk auf OSB?

Vielen Dank.

MfG
Gerd Kohlstedt



Hallo Gerd Kohlstedt



Bei diesen reinen Kalkputz handelt sich es um eine Baustellenmischung oder um Sackware?Wenn es sich um Sackware handelt würde ich mich an den Hersteller wenden.Warum soll es wenn es mit Lehm ging mit Luftkalk nicht gehen.Einen Haftgrund z.B GekkoSol von Kreidezeit würde ich empfehlen bitte mache vorher eine Putzprobe. Also Gerd ich denke es geht ,Schilfrohrgewebe richtig antackern und dann vollflächig grobes Putzgewebe in den Kalkputz einlegen.

MfG Torsten Selle



Kalkputz auf OSB



funktioniert auf jeden Fall ... egal ob mit "Sackware" oder Sumpfkalk - Baustellenmischung. Wesentlich ist die Verbindung zum Untergrund, die bei Euch durch das aufbringen des Schilfrohr- Putzträgers gegeben ist.
Die Grundierung der OSB Platte ist eigentlich überflüssig.



Soweit mir bekannt...



... muß eine Putzlage durch eine Entkopplungsschicht (z.B. Fermacell) von Holzwerkstoffplatten getrennt werden, da es ansonsten durch Schwindung und Quellung der Platten insbesondere an den Plattenfugen zu Rissen kommt.
Desweiteren sollte auf den OSB-Platten unter den Fugen der Fermacellplatten ein glattes Klebeband aufgebracht werden, damit die Fugenspachtelmasse die Platten nicht mit dem OSB verklebt... Außerdem ist eine Nagelung dem Verschrauben vorzuziehen, da hierbei die Kopplung zwischen OSB und Fermacell geringer ist.

Daher wäre meiner Meinung auch hier nach eine flächige Haftung des Verputzes an der OSB-Platte eher von Nachteil... Hat es denn mit Lehm abgesehen von den üblichen, vom Untergrund unabhängigen Trocknungsrissen funktioniert?


Gruß Frank



Putzträger Ziegelgewebe



Hallo Herr Kohlstedt,

bei einer größeren Denkmalpflegemaßnahme haben wir eine Vielzahl von Holzflächen mit Luftkalk verputzt, vor allem Deckenbohlen (Rauspundschalung Nadelholz / Eiche) und Wand-Sparschalungen vor Cellco-Dämmungen aus Nadelholz. Eine Untergrund-Haftbrücke wurde in keinem Fall ausgeführt. Die Haftung des Putzes erfolgte immer über die Putzträger, weniger bis garnicht durch Klebewirkung an den Hölzern. Die besten Ergebnisse (d.h. die wenigsten Putzrisse) hatten wir bei Verwendung von Ziegelgewebe (Ziegelrabitz). Bei den zuerst favorisierten Rohrmatten kam es häufiger zu Rissbildungen.
Bei den OSB-Platten wird bei nachfolgendem direkten Anstrich bzw. dünner Spachtelung meist eine Schutzschicht mit Vlies gegen wässrig durchschlagende Inhaltsstoffe empfohlen. Bei einem Putz mit normaler Stärke sollte eigentlich nichts durchschlagen, aber besser macht man vorher ein Probefeld.

Viel Erfolg bei der weiteren Arbeit !

Marc Sattel