Innendämmung richtig aufbauen

01.12.2007



Hallo, wir möchten ein Fachwerkhaus restaurieren. Von außen soll das Fachwerk frei gelegt werden. Aber von innen wollen wir die Außenwände dämmen.
Was würden die Spezialisten hier vorschlagen? Was wären die besten Materialien um das Fachwerk auf Dauer nicht zu beschädigen und wie sollte so eine Innendämmung aufgebaut sein, mit Dampfsperre oder ohne? Welche Materialien sind für Normalis wie uns bezahlbar und doch effektiv? Kann man Rigipsplatten auf einen Rahmen schrauben und darunter die Dämmung anbringen, oder wäre das keine gute Idee?
Ihr merkt also, wir haben viele Fragen
und danken euch auch schon mal für die Antworten

Gruß Thomas



Wenn du viele Fragen hast, meld dich besser mal an...



Da kommen dann auch ein paar Fragen zurück. War es jemals ein Fachwerhaus? Wie willst du vorgehen? Machst du erst innen fertig? Könnte dann halt sein, daß du dann von außen siehst, daß Holz getauscht werden muß. Wenn du sowas vorhast, solltest du von außen nach innen arbeiten, sofern du nicht sicher bist, daß Schäden da sind.
Ich sag mal, bei einem Vorhaben wie deines gehört ein Gesamtkonzept her.
Ich hätte dir auch die in deinem Falle meine für Fachwerkdämmung von innen favorisierte Dämmung mit Holzfaserplatten und Lehmputz einfach vorschlagen können, aber das Projekt riecht nach mehr.
Alles nicht so einfach...

Gruß Patrick.

P.S.: Ich bin kein Purist, aber bei Rigips auf Holzrahmen an Außenwänden stellt es mir die Haare auf...



du hast wirklich eine gute Nase, Patrick,



es riecht nach einem großen Projekt und sehr viel Arbeit.
An dem alten Fachwerkbau ist ein Anbau, den wir sofort beziehen können. Der Fachwerkteil muss aber komplett sarniert werden.
Der Dachstuhl war von Ungeziefer befallen, eine momentane Aktivität konnten wir nicht feststellen.
Nach dem Abbeilen muss entschieden werden, ob vor der Neueindeckung der Dachstuhl teil- oder komplett getauscht werden muss. Das Fachwerk an den seitlichen Wänden scheint ok zu sein, soweit man das bei Stichproben und an Stellen mit abgefallenen Putz beurteilen kann.
Du hast auf jeden Fall recht, man sollte von außen nach innen arbeiten. Ich wollte mich nur schon mal generell mit dem Thema befassen, einfach um zu wissen, was auf uns zukommt und was wir an Geld und Zeit einplanen müssen.
Die Holzfaserplatten hatte ich auch schon fest eingeplant, ich wollte aber eigentlich Platten drüber schrauben (jetzt bekomm ich bestimmt schimpfe)
Frage zum Lehmputz - wo bekommt man den eigentlich hehr, wir würden ja nicht gerade wenig brauchen und wie ist der in der Verarbeitung. Kann man das selber machen, oder braucht man da einen Spezialisten?

Danke erstmal
Thomas



Lehmputz



Kann eigentlich über jeden Baustoffhändler bezogen werden. Das Material gibt es als Trocken- oder Erdfeuchtmischung in standardisierter Form von etlichen Baustoffherstellern. Da das Material maschinengängig ist, kann es theoretisch von jedem Putzbetrieb verarbeitet werden. Zum selbermachen: das prinzip ist bei allem Putz das gleiche, man pladdert ziemlich dünne Pampe an die Wand und macht solange dran rum, bis die Fläche scheit- und lotrecht ist und eine gleichmässige glatte Oberfläche hat, also ganz einfach ;-)))).
MfG
dasMaurer



Mach lieber einen "nassen Aufbau"...



Frag mal Udo Mühle von Lehmhandwerk, der ist zwar nicht in deiner Nähe, aber ein paar Tips können nicht schaden. Ein Tip von mir, ich verwende zwar kein Lehmputz, aber meinen Putz mache ich mit einer Rührstation von Eibenstock an. Geht bestimmt auch mit Lehmputz. Der Vorteil ist, du hast auf einen Schlag 50 kg Putz, ohne daß dir die Ärme beim Mischen mit einem Rührwerk abfaulen, somit wird das Ganze machbar. Laien scheuen sich immer vor der Verarbeitung von Naßputz und tendieren zu fertigen Platten (ob Rigips oder Lehmbauplatten, ist ja so schön sauber, mit einem Schrauber, Stichsäge und so kommt man da weit). Aber das ist immer die zweite oder sogar keine Wahl. Lieber, sofern es unbedingt in Eigenleistung sein soll, mal etwas über den Tellerrand rausschauen und etwas Neues probieren. Wenn du es nicht hinkriegst, ist ein altes Haus in Eigenleistung ohnehin nicht das Richtige...

Gruß Patrick.



Die Schimpfe…



…will ich Dir jetzt nicht geben ;-) Aber wozu nochmal Rigips anbringen? Die Holzweichfaserplatten im Lehmbett an der Wand befestigen, dann die Platten mit Lehm Verputzen (ca. 2 cm Unterputz, 1 cm Feinputz). Schon wieder Geld für den Rigips gespart und was Gutes für's Haus getan.
Der Untergrund sollte natürlich in Ordnung sein (Holz checken), Tapeten, versiegelnde Farben oder evt. zementhaltige Putze entfernen.

Viele Grüße, mag