Fassadenoberputz ?

14.07.2010



Ich möchte die Fassade neu verputzen.
Mein Plan:
1. Abdampfen
2. loses Stellen, ggf. alten Oberputz entfernen, ausbessern (Kalk/Zementmörtel), es gibt ein paar Löcher und kleinere Risse im Bereich der Fenster v.a.)
3. Der Unterputz ist prima in Ordnung...
4. Die Fenster (Holzeinrahmungen) will ich mit Holz ggf. Aufdoppeln und dann auf die dickeren überstehenden Holzkanten dagegen putzen...

Jetzt überlege ich folgendes:

- Welchen Putz nehme ich, einen Kalk/Zementputz ?
- Einen Silikatputz
- Oder wage ich mich an einen reinen Kalkputz an der Außenfassade ?

Ich habe ein Holzfachwerk (nicht Sichtfachwerk, einfache Holzständerbauweise), momentan ist das Haus völlig intakt, d.h. trocken, kein Schimmel, angenehmes Raumklima;
deswegen möchte ich auch kein Wärmeverbundsystem anbringen, da ich Bedenken habe, dieses funktioniere System nachteilig zu verändern...
Oder gibt es hier evtl. Möglichkeiten ?
Wir wohnen auch an einer stark befahrenen Strasse, kann man den Schallschutz verbessern ?
Manche Wärmedämmsystem tragen ja den Schall sogar verstärkt nach innen, habe ich gelesen...

Viele Fragen, vielleicht hat jemand Erfahrungswerte ?



Oberputz



Hallo, die Schwierigkeit wird sein die Farbe komplett zu entfernen, sprich abfraesen und dann einen Oberputz 2 lagig aufbringen.
Wenn der Unterputz ein Kalk-Putz ist, eher weich leicht mit dem Meissen ritzbar oder sogar mit den Fingernaegeln. Dann sollte ein Kalk-Moertel verwendet werden, ansonsten Kalk-Zement. Sprechen Sie doch mal mit Hr. Gramespacher von Hessler Kalk.
Gruss N. Hoepfer





Hallo,

komplettes entfernen der Farbe hab ich gerade auf 270 m² Fassade eines Baudenkmals hinter mir. Wir haben im Jos-Verfahren von einem erfahrenen Gebäudereiniger Strahlen lassen.
Probleme gab es stellenweise wegen des zu guten Farbaufbaues mit Grundierung und 2.Farbschicht, hier half eine Hochdruckwasserfräse nach und der Putz hats überstanden. Ich rate aber zur Vorischt.

Hierdrauf ist dann jeder Aufbau möglich. Im Handel sind produkte von Weber, Keim, Solubel, Hessler etc...
Mittlerweile stellen sich fast alle auf Belange der Denkmalpflege ein und bieten zementfreie Produkte an.

Ihre angedachte Aussendämmung ist für Fachwerk durchaus interessant, wenn es putzsichtig sein darf. Es gibt für alle Untergründe (tragend und nicht tragend) auch Systeme auf Basis Holzweichfaserplatte (Gutex, Pavatex). Holz zu Holz passt gut zum Fachwerk.

Grüße vom Niederrhein



ad Schallschutz



Sie koennten mit einem Kalk-Waermedaemmputz arbeiten.
Derartige Materialien schlucken einiges, ebenso mit einer Farbrezeptur aus Kalk und Leichtfuellstoffen, bzw. Schichtsilikaten ist was zu machen.
Hier die Maschine mit der ich die Waende abfraese:
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/17582$.cfm

Gruss N. Hoepfer





Also danke,
ich bekomme hier viel differenziertere Antworten als im Stukkateurfachhandel, etc...
Ich werde das schon mal mit den Holzdämmstoffen anschauen, aber eigentlich wollte ich von der Optik her schon einen Verputz...das geht sicher eher schwierig...
Interessant dieses Superfrästeil, habe bisjetzt im Innenbereich den ganzen Keller vom Altputz und diverse andere Räume mit der Hand und dem Gipserbeil befreit, vielleicht bin ich bekloppt oder doch zu sehr Purist in diesen Dingen.
Kalkputz hat mir heute ein Stukkateur abgeraten, den würde man eher als Unterputz nehmen und nicht als letzte Schicht, naja, weiß nicht.
Meine Garage habe ich im Übrigen mit einem KalkZement-Putz von QuickMix aus dem Baumarkt verputzt (40 Kg=6€)...die Edelputze meiner Recherche auch auf der Kalk/Zementbasis kosten 30-50 € pro 25 kg...
Also an der Garage sieht es klasse aus, was spricht eigentlich dagegen es so auch an der Hausfassade zu machen ?
Innen hab ich mir den Putz meist selbst gemischt (1Teil Calciumhydroxid, bzw. Marmorsumpfkalk+3 Teile Sand unterschiedlicher Körnung)...außen trau ich mich das halt nicht so...
Obwohl: In meiner Küche sind drei Wände selbst gemischt, super und eine Wand mit gekauftem Putz hat Risse!!



Moin Achim,



wir haben auf unsere 12cm verputzte Fachwerkwand Vollwärmeschutz draufgemacht und neue Fenster. Nachdem der Fensterbauer die gesetzt hatte, war ich etwas erschrocken - es war zunächst noch lauter....

Das lag an den noch offenen Schlitzen zwischen Fenster und Balken. Nachdem ich die mit Hanf zugestopft hatte wurds besser, den wirklichen Effekt hat aber erst die Aussenlaibung samt Kompriband gebracht.

Unsere Flockendämmung bringt schon eine spürbare Dämpfung, die Vibrationen die über das Magerbetonfundament übetragen werden sind auch schwächer geworden - bilde ich mir zumindest ein...;-)

Unsere alten Doppelfenster waren lediglich mit Glaswolle "abgedichtet", da sind die LKW quasi durchs Wohnzimmer gefahren, das konnte man hören und fühlen.

Wir haben hier im "Dorf" nur stossweise Verkehr, bei dir würde sich eine Schallschutzverglasung vielleicht eher lohnen, sowie eine saubere Entkopplung vom Putz.

Gruss, Boris