Kann Weißkalkhydrat schlecht werden?

04.06.2008



Oder wie erkennnt man beim ersten Mal, ob ein vernünftiger Kalkputz angerührt wurde?

Bei den Baustoffhändlern ist Kalk heute die Ausnahme. Kann Kalk überlagert sein oder ist der weit weniger empfindlich als Zement?

Welche Konsistenz sollte er beim Anrühren haben?

Ich wollte diese Tage meine ersten Versuche starten - eine Heizkörpernische, die selbst heute (Sommer, aber nach einigen Regentagen) hinter dem alten Gips- und Sand-Putz (lehmiger Sand? Mit oder ganz ohne Zementbeimischung?) die Natursandsteine deutlich feucht waren. Da wandert also vom Hof/Keller deutlich Feuchtigkeit nach oben.

Was ich hier gelernt hatte:

Tag 1:
1.1 Wand nass machen, damit der Kalk nicht ausbrennt
1.2 Kalkschlämme (dünnflüssige Pampe?) als Untergrund

Tag 2:
2.1 erste Schicht Putz: 1 Teil Kalk, 3 Teile Sand gut verrühren. Dann wollte ich 10 mm Blähtonperlen reinziehen, um damit einen grobkörnigen Dämmputz zu bekommen. Schichtdicke damit max. 2 cm, weil teils recht tiefe Fugen zwischen Sandstein und Ziegeln vorliegen, die erst mal gefüllt werden müssten

Tag 3:
3.1 Zweite Schicht Putz wie Tag 2 - evtl. Blähton statt 10 nur 4 mm.

Tag 4:
4.1 Dritte Schicht Putz, diesmal ohne Blähton, evtl. abgerieben.

Alles richtig so?

Frage dazu: Dort sollen irgendwann wieder Heizkörper ran. Bohrt man die direkt durch bis in die Wandziegel oder sollte ich z.B. eine Holzleiste als Träger verschrauben und einputzen?



schlecht werden ....



kann "Weißkalkhydrat" natürlich schon, wenn er an der Luft gelagert wird. Er nimmt dann CO2 aus der Luft auf und verwandelt sich langsam wieder in Kalk. Wenn er zu lange an der Luft gelagert hat, klumpt er halt, und in ganz frischem Zustand ist er vollkommen staubtrocken. Der Prozess geht aber langsam, gaaanz langsam, da in der Luft sehr wenig CO2.

Ist auch lagerungsfähiger als Zement in Säcken, da reichen ja schon ein paar schwüle Wochen um ihn merklich zu schädigen.

Zu den anderen Fragen, will ich als Leie nichts sagen, aber wenn die Wand feucht ist, sollte zuerst die Ursache abgestellt werden und dann neu verputzt werden.





Hallo Herr Traut,

der Kalkputz kann zwar die Feuchtigkeit gut ab führen aber ich würde erstmal sehen warum es da feucht ist und dieses abstellen. Ist es an anderen Stellen auch feucht?

Den Blähton würde ich im Zusammenhang hier eher nicht verwenden. Zum einen bringt es so gut wie nichts wenn in einem Raum eine kleine Ecke gedämmt wird und nicht der ganze Raum und gerade hier, wo Feuchtigkeit mit im Spiel ist ist das ehr kontrproduktiv. Zum einen verwende ich ein Material dass Wasser gut abführen kann, das haushaltet, zum anderen bringe ich ein zweites Material ein, welches das Wasser gut aufnehmen kann.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



grossfflaechig



Danke fuer die Tipps.

Ich wollte erst mal in der Nische ausprobieren, wie es sich Verarbeiten laesst. Wenn's klappt, moechte ich den ganzen Raum so machen.



Kalkmörtel



Das Kalk überlagern kann, wurde schon gesagt. Dazu ist allerdings ein "Feuchtefenster" von 0,8 - 8 Masse % des Kalkes erforderlich.
Wenn er zu trocken oder zu nass ist, bleibt er reaaktionsfähig.
Zum eigentlichen Problem:
Mauern Sie die Nischen doch einfach mit einem dämmenden Stein zu. Dann ersparen Sie sich die wochenlangen Eiereien mit dem dicken Kalkputz.

Viele Grüße



10 cm Löcher



Und die Löcher im Putz belasse ich einfach? Die ganz großen Löcher kann ich natürlich mit Steinen zumauern. Teils gibt es aber schmale, tiefe Schlitze mit bis zu 5 cm Tiefe und eine Oberflächenrauhigkeit von min. 3 cm. Sollen diese Luft- und Moderkammern einfach bleiben?

Im Kniestock werde ich wohl eher flächig Holzweichfaser verarbeiten - aber auch die wohl im Kalkputz aufkleben. Für die gemauerten Heizkörpernischen hatte ich mal eine Calcilumsilikatplatte angedacht.

Sollte es tatsächlich reichen, die Nische mit Ytong oder ähnlichem vorzumauern? Eigentlich wird mir das schon zu dick. Alle mir bekannten Vorschläge gehen davon aus, die alten Lufträume zu füllen.

Original sind übrigens wohl Holzrahmen mit Füllung: zwei Bretter horizontal, dazwischen drei vertikal, darin zwei Füllungen. Zuerst hatte ich gedacht, jemand hätte dort alte Holztüren recyclet. Die Teile scheinen aber gezielt dafür gebaut worden zu sein. Hinter den Verkleidungen waren Hobelspäne als Dämmung eingefüllt - die sahen sogar noch recht ok aus. Es roch aber ziemlich vergammelt und war im OG bereits morsch. Im EG waren sie wohl schon früher verfault und rausgenommen worden. Dort wurde wohl dann mit Matten und Putz herumexperimentiert.



Luftkalk



Also was denn nun,
zuerst ging es um Lagerfähigkeit von Kalk und um das Zumauern einer Heizkörpernische.
Jetzt plötzlich um tiefe Löcher, irgendwelche Holzrahmen, Kniestöcke usw.
Sie sollten schon vorher eine weitere Frage stellen, bevor Sie sich über nicht gegebene Antworten aufregen!

Viele Grüße



Unterschied Profi und Laien



Hallo Herr Boettcher,

vielleicht ist das der Unterschied zwischen Laien und Profis:

Der Profi macht nur das, womit er beauftragt wurde und wofuer er auch bezahlt wird.

Der Laie, wie auch der interessierte Fachmann hier kommt in der Diskussion manchmal auf Gott auf die Welt. Dennoch hatte ich den Eindruck, die Diskussion hier laeuft recht geradlinig.

Der Vorschlag, einfach Steine hineinzusetzen, kam von Ihnen. Haette ich darauf nicht eingehen duerfen?

Im Unterschied zu allen mir gelaeufigen Tipps konkretisieren Sie nicht, ob dazu die Wand dahinter einfach als Hohlraum verbleibt. Welche Steinart, wie dick, das waeren weitere Folgefragen.



Bitte erklaeren Sie Ihren Kommentar "Sie sollten schon vorher eine weitere Frage stellen, bevor Sie sich über nicht gegebene Antworten aufregen!" - ich weiss nicht, was Sie damit tatsaechlich meinen.

Habe ich mich denn schon irgendwo ueber nicht gegebene Antwort aufgeregt? Ich habe hier ohnehin kleinerlei Anrecht auf Antworten und bin daher dankbar, ueberhaupt irgendwelche Tipps zu bekommen.

Gestern habe ich uebrigens die Kalkschlaemme aufgebracht. Leider weiss ich noch nicht, welche Konsistenz die haben soll - ich habe sie mal dicker als Dispersionsfarbe angeruehrt, also etwas pampig, aber noch nicht breiig. Ausserdem bin ich eher kosmetisch mit recht kleinem Pinsel vorgegangen. Der Profi nimmt hier wohl den dicken Kleisterpinsel und wirft das mit Schwung an.

Nachtrag: Hm, laut http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/listForumSplitt/0,24205$.cfm habe ich das viel zu dick angeruehrt. Sie haette wohl eher recht duenn und milchig werden sollen?

In ein paar Stunden kommt die erste Putz-Lage drauf - hoffentlich mit dem richtigen Anwurf-Schwung.

Hat eigentlich schon mal jemand auf youtube o.ae. Videos hochgeladen, wie das in der Praxis aussieht?



Weißkalkhydrat



Hallo Traut,
Ich bitte um Entschuldigung, das ich Ihre Fragen nicht genau vorausahnen konnte.
Ich bin davon ausgegangen, das eine Heizkörpernische zumauern bedeutet, SIE MAUERN DIE NISCHE MIT EINEM STEIN PASSENDER STÄRKE AUS, und zwar ohne Luftspalt.
Füllen Sie die Fuge zwischen altem und neuem Mauerwerk einfach mit Mörtel aus, größere Hohlstellen können Sie mit Steinresten o.ä. auszwicken.
Dafür, das ich leider die Tiefe Ihrer Heizkörpernische nicht weiß und demgemäß keinen entsprechende Steindicke nennen kann, bitte ich zusätzlich um Nachsicht.
Auch dafür, das ich in meinem Beitrag nicht wußte, das es tiefe Schlitze im Putz gibt.
Ich bin dummerweise davon ausgegangen, Sie könnten die passende Stärke (alles, was dünner als die Tiefe der Nische ist) selber feststellen.
Das ich auf die "Holzrahmen mit Füllung" nicht eingegangen bin, lag auch an meinem Unwissen.
Übrigens hat sich diese Wissenslücke nach Ihrem Beitrag immer noch nicht gefüllt, ich kann damit nichts anfangen. Ich weiß nicht, wo diese Teile bei Ihnen verbaut sind und welche Frage Sie dazu gedenken zu stellen.
Auf was Sie die Kalkschlämme und warum aufgebracht haben kann ich auch nicht wissen, ich versuche mich zur Abwechslung aber mal im Raten:
1. Sie wollten irgend eine Wand putzen
2. Sie haben zuerst den losen Altputz abgeschlagen.
3. Sie wollen eine Haftbrücke zum Auftragen des neuen Mörtels aufbringen.
4. Der neue Verputz soll ein Kalkputz sein.

Falls meine Vermutungen alle stimmen, ist das Aufbringen einer Kalkschlämme falsch.

Wie Sie sehen, bin ich für Sie keine Hilfe.
Daher werde ich Sie mit meiner Unwissenheit nicht länger belästigen und steige hiermit aus.

Viel Spaß noch bei der Sanierung

p.s. Statt der Kalkschlämme wird üblicherweise ein dünnflüssiger Vorspritzmörtel als Haftbrücke aufgebracht, falls das vom Untergrund her erforderlich sein sollte. Dieser Mörtel sollte eine höhere Festigkeit aufweisen als Unter- und Oberputz, also Mörtel der Gruppen PII oder P III
(Kalkzement- bzw. Zementmörtel).



da kann man nur den Kopf schütteln



...was fürn Klugscheißer, der Herr Böttcher...



Lesen hilft



Hallo Herr Böttcher,

anstatt beleidigend zu werden, wäre das schlichte Lesen hilfreich. Irgendwie sind Sie selbst auf den Trichter gekommen, ich wollte eine Heizkörpernische zumauern. Wo hätte ich das geschrieben?

Fakt ist: Ich will im EG Kalkputz verwenden, weil dort Feuchteprobleme bekannt sind. Über die Ursache hatten die Sachverständigen bereits vor Gericht gestritten - der eine meint, falsches Lüftungs- und Heizverhalten, der andere meint Bauschäden.

Wer von beiden nun Recht hatte, weiss ich nicht. Wir haben das Haus erst später gekauft. Da wir aber nicht jede denkbare Ursache beheben können (sprich Haus hochheben und in eine weisse Wanne setzen), wollen wir uns damit bestmöglich arrangieren und das ganze erst mal beobachten.

Nun handelt es sich hier um Natursandsteinwände, hundert Jahre alt, mit Mörtel, der wohl eher lehmiger Sand ist.

Die Putzstärke betrug durch die ungegelmässige Steinstruktur zwischen knapp zwei und sieben Zentimeter, an manchen Stellen sogar mehr.

Für meine ersten Gehversuche habe ich mir dort eine kleine Fläche ausgesucht - nämlich eine Heizkörpernische. Als ich dort in dieser Woche den Putz entfernte, war es darunter merklich feucht. Nun habe ich also versucht, das hier angelesene umzusetzen. Dass von Ihnen nun eine Empfehlung kommt, als Haftbrücke wieder auf etwas mit Zementanteil zu setzen, das überrascht mich nun doch. Eigentlich habe ich gerade deswegen den dort teilweise reingeflickten Zement- und Gipsputz entfernt, um nur noch Kalk einzusetzen.

Warum ich etwas von Holzfüllungen erzählte: Diese Nischen sind grundsätzlich Kältebrücken. Früher ging man das Problem mit Holzfüllungen an, nicht wirklich erfolgreich. Heute könnte ich natürlich eine massive Innendämmung aufbringen - oder die Nische zumauern, was wohl auch einer Innendämmung entspricht. An der Stelle dort wäre das kaum tragisch, weil ausnahmsweise Stampfbetonboden. In den anderen Nischen liegt darunter aber überall eine Holzbalendecke - und da klingt eine Innendämmung höchst gefährlich.

Inzwischenkam ja von Ihnen die Bestätigung, dass die Vormauerung auch ohne Luftspalt erfolgen müsste. Abgesehen davon, dass ich keine Vormauerung dort vorhatte und auch nie verlangte, ändert das nichts an der Problematik, dass der Luftspalt bis zur Vorsatzwand eine Dicke von mehreren Zentimetern haben würde. Nach Ihrem Rat müsste ich das also in z.B. bis zu 5 cm Stärke einfach mit Mörtel auffüllen. Ich bezweifle, dass das so einfach geht...



so what?



... wenn sie doch alles selber wissen - so what?

Im Ernst, die Feuchte wird auch der Kalkputz nicht weg bringen. Woher kommt denn die Feuchte in der Mauer? Kondensation scheidet ja wohl aus, wenn die Feuchte hinter dem Putz, also in der Mauer, war, bzw. ist.

Im übrigen bestätigt sich hier mal wieder: wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.



schön wär's,



wenn jeder alles selber wüsste.

Bei mir ist das nicht so. Deswegen fragte ich hier nach. Was habe ich im Tonfall falsch gemacht, um so von Herrn Ingenieur Böttcher angegangen zu werden?

Es gibt hier fantastische Hilfestellungen - aber manche Sachen sind wohl nicht nur kontrovers, sondern auch für den einen selbstverständlich und für den anderen Neuland.

Glücklich ist, wer den Fachmann zur Hand hat, der's einem beibringen kann.

Meine ersten Gehversuche habe ich jetzt hinter mir - mal sehen, ob's halten wird (das mit dem Anwerfen will geübt sein), ob's reissen wird (zu viel Kalk?), zu feucht (zu viel Wasser?), ob der Schichtenaufbau funktioniert, die Schichtdicke klappt und ob es irgendwann fest wird (wie lange brauchen sechs Zentimeter?)

Der Zeitaufwand dafür spottet jeder Beschreibung, aber das Resultat sieht erst mal zufriedenstellend aus.

Wo die Feuchtigkeit herkommt, ist noch unklar - an jener Stelle aber vielleicht aufsteigende Feuchtigkeit oder Regenwasser. Für eine Drainage wird man dort die Aussentreppe wegreissen müssen. Daher wollen wir das ganze erst mal beobachten.

Bisher gab es keine Salzausblühungen, aber an anderen Stellen Schimmelbildung. Daher die Hoffnung, mit Kalkputz eine Verbesserung zu erreichen...



war der Putz...



..den sie weggehauen haben, denn auch feucht?

Verputzen zum Üben ist sicher sinnvoll, aber auf der anderen Seite ist die feute Stelle jetzt wieder verborgen und ... naja, die im dunklen sieht man nicht.

Unbedingt müssen Sie klären, woher diese Feuchte ist:
Bei Kondensation müssen sie sehen, wie sie die Wand(oberfläche) wärmer bekommen, bei allen anderen Fällen müssen Sie je nach Ursache schauen, wenn sie sogar Regenwasser nich ausschliessen?



Feuchter Altputz



Die Lichtverhältnisse waren in dem Moment nicht optimal. Den Putz In den Flanken der Heizkörpernische hatte ich schonj vor Monaten abgeklopft. Die Nische selbst war mit einer Dämmmatte verkleidet - ca. 5 mm, weiches Kunststoffmaterial. Darunter alter Sandputz. Ich hatte den Eindruck, die Wand sah dort dunkler aus, wo ich den Putz wegklopfte. Es roch auch etwas muffig feucht.

Lese ich z.B. "Kelleraussenisolierung Haus Bj.1920 alles für die Katz?" http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/93553$.cfm , so kann bei der Ursachensuche und dem Versuch der Behebung wohl beliebig viel falsch gemacht werden - und ich glaube nicht, dass die Ursachen selbst überhaupt behebbar wäre. Wir könnten beispielsweise Trennbleche in die 60 cm dicken Natursandsteinwände einbringen. Zumindest nach oben käme dann nichts mehr - aber die Kellerwand bliebe feucht.

Für jede Massnahme der Ursachenbekämpfung gibt es Vor- und Nachteile. Im Moment möchten wir uns mir der Feuchtigkeit erst mal bestmöglich arrangieren (z.B. Lüftungsanlage). Weitere Massnahmen warten wir erst mal ab, ob wir sie brauchen (und bezahlen können)