Kalkputz

21.02.2008


Hallo, Fachwerker !

Heute beschäftigt mich eine Putzfrage, denn an Montag geht es mit der Putzerei los !

Nachdem ich in der Küche des Gartenhäuschens die Fliessen abgeklopft habe, darunter 2-3 cm Putz, - vermutlich Kalk/Sand - teils hart, teils sehr bröselig, will ich einen rustikalen sog. "Pinselputz" auftragen.

Ich bin bis auf die Ziegel - sie gucken mich nackt an - runtergegangen , auch Teile der Fugen, aber nur da wo sie bröselig waren, das bis zur Tiefe von bis zu 3 cm,

Nun will ich die ausgekratzrn Fugen und einige Unebenheiten zwischen benachbarte Ziegel mit Zementmörtel auffüllen, um danach einen Kalkputz, - sehr dünn - auftragen.

Den Kalkpuz werde ich im Verhältnis 1 zu 2,5 erstellen, Kalkhydrat und Quarzsand, feine Körnung.

Die Fliessen waren eine einzige Kondenswasserquelle, ausserdem sah es aus wie in einer Fleischerei...
Ich erhoffe damit einen besseren Feuchtigkeitsaustausch.
Streichen werde ich ebenfalls mit Kalkfarbe,

Jetzt kommen die Fragen :

1) Ist es richtig, dass vor den Auffüllen mit Zementmörtel die Stelle benetzt, also mit Wasser bespritz wird, um die Haftung zu verbessern ?

2) Habe ich es gelesen oder geträumt, dass Kalkputz auf trockenem Zementmörtel nicht oder schwach haftet, und dass deswegen der Kalkputz aufgetragen werden soll, wenn der Zementmörtet noch härtet ?

3 ) Wenn ja, wann genau ??

4) Müssen die Ziegel von dem Putzen ebenso benetzt werden??

Mit Dank im voraus

Villa Elisa



Wandbehandlung



Es ist richtig, daß Sie vor dem Verputzen eine Fugenbehandlung durchführen. Zwar geht es auch ohne, nämlich durch "Schlämmen", aber das ist eine Ruck-Zuck-Methode, von der ich nicht viel halte.
Zementmörtel ist allerdings kontraproduktiv: die Fuge sollte nämlich immer etwas weicher sein als der Stein. Es spricht nichts dagegen, einen Fugmörtel der Gruppe I zu verwenden (zementfrei), wenn Sie einen sehr weichen Stein haben. Bei harten Steinen kann man MG II nehmen. Rezepte gibt es verschiedene.
Gruppe III könnte zu Schäden führen.

Zu Ihren Fragen:
1)Anfeuchten ist richtig, damit der Mörtel nicht "verbrennt".
2) hat sich hoffentlich erledigt
3) naß in naß können Sie arbeiten, da ohnehin später vorgespritzt wird, ist es aber eher egal
4) ja, Sie sollten aber eine Haftbrücke aufbringen, z.B. aus Kalkpulver; lesen Sie auch die Verarbeitungshinweise beispielsweise zu SOLUBEL-Innenputzen > www.solubel.de

Grüße vom Niederrhein



Ohne Zemente geht auch!


Kalkaußenputz ohne Zement und mit Molke gemischt (2)

Und wenn die Fugen gut ausgekratzt sind, kann man im Wurfverfahren auftragen.
Vorheriges Annässen der Steine ist ratsam und minimiert das Aufbrennverhalten und bindet den restlichen Staub.

Guter Hilfestellung kannst Du bei folgendem Communarden auch telefonisch noch erhalten:

Restaurierungswerkstatt für Putz und Stuck
Wolfgang Kenter
Am Weihergraben 21
74363 Frauenzimmern
Tel.: 07135/16076
Fax : 07135/16072
eMail: wkenter@stuck-kalk.de
WWW: Homepage

Handwerklicher Gruß

Udo