Bruchsteinmauer, mit Erde gemauert, verputzen?

15.07.2012 Solideogloria



Hallo geschätzte Community, ich lese hier schon eine ganze Weile mit, ich habe eine kleine Hofreite in Mittelhesse und mir wurde hier schon in manchen Fragen weitergeholfen, ohne dass ichfragen musste.

Nun bin ich auf ein Problem gestoßen, bei dem ich nicht mehr wirklich weiterkomme.
Teil der Hofreite ist ein alter Stall. Durch Bausünden der Vorbesitzer war Putz komplett marode, mindesten vier Materialien wurden bunt gemischt, Kalkputz, Gipsputz, Zementputz und ein sehr alter Schlacksandputz. Der Raum wurde vom Vorbesitzer als Werkstatt genutzt und nahezu hermetisch abgedichtet. Er hat sogar die Fenster mit Fermacellplatten ausgestellt undden Zwischenraum mit Bausvhaum ausgeschäumt. Nun hat die Feuchtigkeit dem Raum den Rest gegeben. Ich habe die gemauerte Gewölbedecke und die Wände komplett vom Putz befreit und bin an einer Seite auf Ziegelmauerwerk (alter Feldbrand) und an drei Seiten auf eine wunderschöne Bruchsteinmauer gestoßen.

Die Backsteinmauer ist kein Problem, die Bruchsteinmauern dagen umso mehr. Die Steine liegen nur in Erde, nichtmal richtiger Lehm ist es. Die lange Wand komplett säubern schaffe ich nicht, also stellt sich die Frage, womit verputze ich sie?

Die beiden kurzen Wände will ich nur verfugen., aber ich weiß nicht womit. Es steht zu erwarten, dass alle Wände zumindest gelegentlich mit aufsteigender Feuchtigkeit zu tun haben.

Der Raum soll in Zukunft frostfrei bleiben.

Vielen Dank für eure Ratschläge.

Vielleicht bekomme ich ein paar Bilder eingestellt.



Wenns



feucht ist, wäre jeder Putz kontaproduktiv, ansonst kalkputz auf Zementvorspritz.

Frostfrei ist eine Frage der Bedingungen: Ofen / Wandstärke / Luftdichtheit / Nutzung





Hallo,

ich halte es für sinnlos, eine in Erde gesetzte Mauer mit einer Putzschicht überziehen zu wollen. Die Mauer hat einen natürlichen Feuchtehaushalt, will heißen, sie nimmt Feuchte auf und muss sie auch wieder abgeben.
Und wenn sie schön ist, wozu soll sie verputzt werden ?
Etwas anderes ist die Festigkeit. Wenn die Erde zwischen den Fugen zu weich ist, ist ein Mauerwerksverbund eigentlich nicht mehr gegeben. Dann hilft nur noch beidseitiges tiefes Auskratzen und verfugen. Verputzen würde ich dann erst nach einem Jahr. Der Fugmörtel sollte zementfrei sein. Ich hab gute Erfahrungen gemacht mit einem Weber 162 WTA als Werktrockenmörtel. Billiger ist die Bausellenmischung: 2 Raumteile (RT) Weißfeinkalkhydrat, 1 RT hydraulischer kalk, 10 RT Estrichsand (Körnung 0/8), Zusatz von bis zu 5% gemahlener Holzkohle.

Grüße vom Niederrhein





Vielen Dank für die Antworten. Die lange Wand (ca. 6mx2,20) muss verputzt werden, da hier unsachgemäß repariert wurde. Fehlstellen in der Mauer wurden einfach mit Backstein aufgemauert. Zudem möchte ich diese Fläche ungern versäubern. Insgesamt sind die Mauern jedoch fest, die Steine liegen gut, lediglich kleines Gesteck, welches zum Verkleinern von Fugenlücken genutzt wurde ist hier und da lose. Bei den kurzen Wänden, jeweils ca. 4m würde ich mir die Arbeit schon machen. Die Erde trocknet jedoch aus und rieselt dann auch gerne mal aus den Fucgen raus.

Wäre es eine Option die Fugen mit Lehm zu verfugen? Die Decke wird mit Carema OP 26 neu verputzt.

Einen großen Anteil an der Feuchtigkeit im Raum dürfte das seinerzeit leicht undichte Dach gehabt haben, die Wände stehen jedoch auch im Boden.

Ausreichende Belüftung ist in der frostfreien Jahreszeit gewährleistet. Seit der Putz runter ist wird der Raum (auch bei dem derzeitigen Wetter) jeden Tag trockener.



Lehm



der Feucht in Fugen eingebracht wird, kann nach dem austrocknen ebenso ausbröckeln.
Zum verputzen mußt Du die Wand aber schon säubern und die Fugen mit Mörtel auswerfen. 4 cm Putz auf Bruchsteinwand hält sowieso nicht, da muß mehrlagig gearbeitet werden.
Gutes Handwerk braucht nun mal Zeit !
Aus was besteht denn die Decke - die neu Verputz werden soll
und wie soll der Raum später genutzt werden ?