Erneuerung des Deckenputzes (Schifrohr mit Kalkputz)

18.01.2005



Hallo.
Bei der Sanierung meines Gebäudes sind leider große Teile (ca. 130m²) des Deckenputzes nicht mehr zu erhalten. Durch ständige durchfeuchtung sind die Drähte mit denen die Schilfrohrmatten befestigt sind durchgerostet. Die Unterkonstruktion sind Deckenbalken im Abstand von bis zu 1.80m und eine daruntergenagelte Schalung.
Die Frage die sich nun stellt ist, ob es Sinnvoll ist die gleiche Konstrukion wieder zu verwenden. Oder vereinfacht ein anderer Putzträger (z.B. Heraklith) die Arbeit erheblich? Ich wurde bereits gewarnt, daß das Aufbringen des Putzes mit zunächst großflächigem anwerfen bei Verwednung der Schrilfrohrmatten extrem aufwendig sei.
Hat jemand erfahrungen oder Tipps für mich? Um eins vorweg zu nehmen: Rigips oder Fermacell kommen nicht in Frage, würde ich auch nicht beim Denkmalschutz durch bekommen.

Mal wieder vielen Dank im Voraus,

arne luetkens



Rippenstreckmetall



Hallo ,
habe in meiner ganzen beruflichen Laufbahn einige Rohmattendecken vor mir gehabt und immer Rippenstreckmetall als Putzträger montieren müssen .Rohmatten sind sehr teuer und auch gar nicht so einfach aufzutreiben. Das Rippenstreckmetall bekommt
dann einen Ausdruck mit Kälberhaaren und wird normal geputzt.
Du kannst alle arten von Putz verwenden. Habe es jedenfalls nie anders gesehen und lasse gerne eines besseren belehren.

Gruß Dennis





Der Preis für die Matten ist gar nicht weiter schlimm. Mit ca. 2,50 Euro/m² durchaus erschwinglich, und für mich ganz leicht zu bekommen, da die hier in Hamburg in einem Geschäft lagermäßig vorrätig sind. Als Putz werde ich wieder Kalkputz verwenden, da er die größte Elastizität hat. Bei den Großen Spannweiten ist einfach mit relativ großen Verformungen zu rechen. (Habe momentan an einen Kalkputz- Mörtel von Sakrtet gedacht. Der hat mur einen minimalen Anteil an Zement.)



Fertigputz



Das hört sich billig an
kann ja mal sein das ein Auftraggeber das wünscht dann werde
ich mich melden wenn ich darf? Das ausdrücken von Rohrmatten ist eine knifflige Angelegenheit.1 Kelle dran 5 runter . Mit dem Sakret Material habe ich schon gearbeitet KAB oder KIB ? Ist ein menge Chemie drin. Rippenstreckmetall ist einfacher zu verarbeiten. Mit Rohrmatten bist du natürlich aus Denkmalpflegerischen Aspekten auf der richtigen Seite nur das Material passt nicht dazu wird aber gehen. Ich würde mir innen lieber ein Kalkputz
selber mischen mit ein leichten Gipsanteil. Den meines Wissens war im Sakret ganz schön viel weißer Zement drin was man dann so nicht sehen kann. Sonst würde das Material zu
langsam Abbinden und die Putzer würden sich beschweren weil sie nicht fertig werden.

Gruß Dennis



Mörtel



KAB und KIB sind reine Putzmörtel. Ich hatte hingegen an den Mauer- und Putzmörtel KM gedacht. Da ich keine so "arschglatte" Oberfläche haben möchte, also keinen Feinputz aufbringen möchte, ist dieser Putz in einer Schicht für mich geeigneter. KAB un KIB sollen für einen einschichtigen Putz zu grob sein. Wie er zu verarbeiten ist weiß ich leider nicht.
Wegen der Matten kannst Du Dich jederzeit melden. In einem Raum habe ich die etwas blauäugig schon an der Decke befestigt. Mit ´nem Preßlufttacker lassen die sich ganz gut und schnell befestigen.

Gruß, Arne

Gruß Arne



Putzen



Wen du das auf Rohr in einer Schicht hin bekommst Hut ab. Putzen mit Kalk-Zement sollte immer zwei lagig sein und wenn man schon einlagig Putz kann man auch gröberen Mörtel nehmen weil bei reiben die gröberen Körner ins Putzinnere gedrückt werden . Ich bin aber der Meinung das der KIB feiner ist . Mit dem KM habe ich noch nicht gearbeitet aber Maurermörtel ist immer gröber wie Putzmörtel.
Gutes gelingen



Putz



Aus der Produktbeschreibung von KB-Mörtel:

- zum Herstellen von Unter- und Oberputzen wie Außenputz, Außendeckenputz, Innenwandputz sowie Innendeckenputz auch in Feuchträumen und Unterputz für die SAKRET Dichtungsschlämme.

leider habe ich darin auch noch folgendes gefunden:
- enthält Calciumhydroxid und Zement

Ob sich das mit dem Denkmalschutz verträgt muß ich mir mal überlegen.

Gruß
Arne





Hört sich immer gut an auf den Säcken.
Die Erfahrung macht es. Die musst du alleine Sammeln
Aber über das einlagige Putzen an der Decke musst du mir berichten.

Gruß Dennis





beim anbringen des Streckmetalls sollte man allerdings darauf achten das dieses fest an der Schalung anliegt,also nicht flattert.sollte das der fall sein unbedingt nachtackern oder nagel. gruss vom maurer





Erstmal vielen Dank für die bisherigen Antworten.

Hat denn jemand Erfahrung mit Schilfrohrmatten als Putzträger? Ich gehe davon aus, daß das Streckmetall bei den Denkmalschützern auf Wiederstand stoßen würde.

Gruß,
Arne





Schilfrohr sollte immer mit einem Kalkputz versehen werden,der zusätzlich mit einem Gipsanteil versehen wird.(nicht für Feuchträume)Gipsanteil wird vom Putzer beigefügt da dies Erfahrungswerte b.z.w. Berufserfahrung mit sich bringt,also nichts für ungeübte.Hinzu kommt das der Bewurf in 2 Lagen anzuwerfen ist.1xGrund und dann am nächsten Tag
dünn glattputzen. Das grösste Risiko für Laien stellt eine Durchfeuchtung der Schilfrohrmatten dar.



Streckmetall und Zementputz



Also ich finde es schon sehr verwunderlich wenn hier in dem Forum einige "Experten" von Altbausanierung und Streckmetall + Kalk-Zementputz reden.
Was ist gegen Schilfmatten zu sagen (Preise übrigens nur so um die 1,80-2,00 Euro). Hat sich schon mal einer der Herren überlegt was Zement in dem Kalkputz bedeutet (zumindest bei manchen Herstellern). Was heut zu Tage alles von den Herstellern in den Putz gekimmt wird um die Verarbeitung leichter zu machen ist ja wirklich nicht mehr schön. Warum haben die Hausbauer selbst noch zu Zeiten wo es schon den Zement gab diesen nicht in die Putze in den Häusern eingebracht? Warscheinlich wollten sie länger als die heute vorgeschriebenen 5 Jahre Gewährleistung Spaß an dem Haus haben. Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen weitere Zumischungen in die heute verwendeten Putze aber ich finde man sollte schon ein wenig auf die diffusionsoffenheit und die Härte des Putzes in Bezug auf einen Altbau in dem Oft einiges an Holz verarbeitet ist achten. Wer schon mal verfaulte Balken hinter einer Putzschicht gefunden hat weiß was für eine Arbeit die Sanierung der "fachmännischen Sanierung" ist.

Also nichts für ungut.