Erfahrungen mit Bayosan-Lehmputz

08.09.2007



Wir haben in unserem Haus (Holzständerbau) Bayosan Viton-Lehmputz verwendet und sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht. Der Putz haftet nicht auf dem Untergrund (Heraklit), die Wände sind teils hohl, außerdem ist er sehr sandig. Hat jemand ähnliche Erfahrungen?



Fast täglich solche Info's



Leider sind Sie kein Einzelfall, wo derartige Situationen auftreten.
Doch hier stellt sich aber auch die Frage:
Warum fiel Ihre Entscheidung gerade auf den "Lehm"putz von Bayosan?
Ist fast kein Lehm im Material!!!
Preis, Verfügbarkeit, Beratung durch Baufirma, weil Sie eben Lehm haben wollten oder warum?
Absanden, Haftungsprobleme und generelle Putzfestigkeit ist ein riesiges Thema bei den VITON-Produkten:
Dazu jetzt noch die Frage: Welche Heraklithplatten wurden verwendet?
Der nachfolgende Fotobeweis belegt ähnliches.
Unsere Recherchen ergaben, daß es sich hierbei auch um Baysan-Material handelte.
Sollten Sie dazu jetzt noch tiefgründigere Informationen benötigen, so können wir Ihnen einen ehemaligen Mitarbeiter dieser Unternehmung benennen, was somit jetzt zu tun wäre.
http://www.made-in-clay.de/
Hier findest weitere Ansprechmöglickeiten und Herangehensweisen. Nach Herrn Hubrich auch mit fragen!!
Ansonsten stehen wir als Fachbetrieb Ihnen jederzeit gern mit zur Verfügung und helfen Ihnen weiter.
Etwas am Rande:
Haben Sie etwas mit "Skynet" in Bautzen zu tun?

Grüße zum Wochenende

Udo Mühle



Herrn Mühle kann ich hier voll zustimmen.



Mir sind einige Lehmputzhersteller bekannt, deren Putzqualitäten höchst mangelhaft sind. Von einer evtl. angedachten Reparatur mit dem gleichen Lehmputzfabrikat muß ich abraten!!



Wer



einen Lehm herstellt der aus Lehmpulver besteht in den Sand gemischt wird muss sich übger eine mangelnde Haftung nicht wundern.

Hier wird ein Lehmpulver verwendet das zuvor vom Sand getrennt. Damit wird dem Material die schöne Sieblinie entzogen und damit auch Haftung und die Druckfestigkeit reduziert.

Ahnschließend wird Sand zugesetzt der niemals die Sieblinie des Ursprungsprodukt erreichen kann.

Herr Schillberg möchte ich doch bitte nicht mit Steinen schmeißen wenn man...

Viele Grüße



@Frage an Herrn Meurer: woher wissen Sie, mit welchem



Lehmpulver Bayosan seine Lehmputze herstellt? Nach meiner Materialkenntnis wird dort ein im "mü-Bereich" hochfein gemahlenes, reines Lehmpulver mit ca 18-19% Tongehalt verwendet und zwar ohne Sandtrennung. Das Hauptproblem bei Bayosan-Lehmputzen ist, daß die Handwerker das Produkt hauptsächlich mit der G4-Putzmaschine verarbeiten. So hat der Lehmputz in der Maschine leider keine Zeit zum Quellen. Unsere TEX-BIS Lehmfertigputze bestehen aus reinen Lößlehm ,nicht gemahlen, nur abgesiebt in Körnungen von 0-1,3mm. Unsere gut geschulten Handwerker arbeiten mit speziellen Putzmaschinen mit vorgeschaltetem Zwangsmischer.



@ Herr Schillberg



ich weiß wo bayson einkauft.

Übringens glauben Sie wirklich das der Lehmputz quellen muss um gut zu sein?



Je nach geologischer Beschaffenheit des Tons im Lehm



ist eine angemessene Vorquellzeit sehr wichtig. Z.B haben Illit-Tone im Vergleich zu "Monmolleromit"-Tonen ein völlig unterschiedliches Quellverhalten.



Ich



muss leider gestehen das mir weder ein Illit-Ton, noch ein Monmolleromit Ton bekannt ist.

Nur am Rand sei bemerkt das ich auch eine erdeuchts Material das nur mit eier Maschine mit vorgeschaltetem Zwangsmischer verarbeitet werden kann den Vorzug gebe.

Nur hat halt nicht jeder Handwerker so ein Ding.

Mir ist ehrlich gesagt auch kein bisher noch kein Zusammenhang zwischen der Putzmaschine und der Putzqualität aufgefallen.



wenn der nur kurz gemischte Lehmfertigputz



mit der G-4 an die Dcke oder Wand gespritzt wird, muß der Lehmputz an der Wand zwangsweise nachquellen. Dazu verbraucht er Putz sein eigenes Anmachwasser zu schnell.Schlimm wird es, wenn die Oberfläche nicht richtig vorbehandelt wurde: z.B. zu schwach oder gar nicht vorgenäßt, evtl. die Lehmgrundierung zu fett aufgespritzt. Das führt zunächst zur Rißbildungen und kurze Zeit später zum klein-oder großflächigen Abscheren (Abplatzen).



Und so weiter



und so fort.

Ein gleichmäßig gemischter, getrockneter, homogener und abgemagerter Grubenlehm der durch die Schnecke gepresst wird und dort mit Wasser vermischt wird, durchläuft das Quellen in sehr kurzer Zeit.

Darüber, das ich ein Vornässen und das Auftragen einer Lehmschlämme im Zweifelsfall für nachteilig halte möchte ich gar nicht mit Ihnen diskutieren.



dann lassen Sie`s halt zukünftig mit dem Diskutieren.





HALLOOOO



denkt auch noch jemand an die Ursprungsfrage oder wird das jetzt ne "Lehmschlacht" die ein Unwissender wie ich weder verstehen will/kann und der Themenstarter wohl auch nicht.

Sorry ... meine bescheidene Meinung, die ich in anderen Themen mit anderen Kontrahenten gelesen habe. Schade, es verleidet einem ein wenig eine objektive Meinungsbildung.



Mischtechniken und Ausgangsmaterial



Um auf den Ausgangspunkt der eigentlichen Anfrage wieder zurückzukehren, möchte ich hier abschließend noch ein paar kleine Bemerkungen nachsetzen.
Ein wesentlicher Vorteil für eine gute Lehmputzqualität und dessen Festigkeitsverhalten auf den verschiedensten putzfähigen Untergründen, ist wirklich der Ausgangsstoff "Lehm" und dessen Mischungsverhältnis mit den verschiedensten Brechsanden und anderweitigen Zuschlagstoffen (Strohhäcksel, Hanffasern, Sägemehl etc.).
Die Mischtechnik ist ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, was die spätere Festigkeit des Materials auf dem Untergrund (Haftung!) und die daraus folgende Oberflächenfestigkeit betrifft.
Mischtechniken mit vorgeschaltetem Naßmischverfahren sind stets favorisiert, da das Tonmineral (lehmgrundstoff) wesentlich mehr Wasser in sich aufnehmen kann (Quellen), als beim sogenannten Durchlaufmischverfahren.
Dieser oben abgegebene Gesprächs-Hick-Hack ist für den Fragesteller hier eigentlich eher schädlich, als dienlich. Im wesentlichen möchte ich nochmals auf die Grundbestandteilsituation der jeweiligen Lehmputze, Mischtechniken und auch die Ver- und Bearbeitung des Materials durch langjährige eigene Anwendungserfahrungen hinweisen.
Damit erklärt es sich nun, daß der Lehmanteil, der Sieblienienanteil und auch die Mischtechnik bei Bayosanmetrial nicht optimal auf einander abgestimmt sind, sondern scheinbar nur für die bestehenden Trockenputzmischtechnik entwickelt wurde.
Die Problematik hinsichtlich Anmachwassermenge zu Mischdauer und Fördertechnik läßt bei dicklagigen Lehmputztechniken wirklich komplett zu wünschen übrig.

Hier noch kurz etwas für unsere "Chemiekenner" im Lehmbausektor.
Quelle: WIKIPEDIA:
Illit ist die Bezeichnung für eine Serie von Tonmineralen. Es sind dreischichtige Schichtsilikate, bestehend aus einer Aluminium (Al)-Oktaeder-Schicht und zwei umgebende Silikat (Si)-Tetraederschichten. Sie sind den Glimmern strukturell sehr ähnlich und entstehen auch aus diesen, sowie anderen Silikaten (Feldspat, Foide und anderen).

Die allgemeine Summenformel lautet: K0,65 Al2,0 Al0,65 Si3,35 O10(OH)2.

Bei den Montmorilloniten (Al2[(OH)2/Si4O10]•nH2O) handelt es sich um sog. Schichtsilikate, die eine Dreischicht-Struktur besitzen und zu den Tonmineralien gehören. Die Dreischicht-Struktur besteht aus zwei Tetraeder-Schichten, die über die Kationen einer Oktaeder-Zwischenschicht elektrostatisch vernetzt sind. Die Schichten sind nicht starr miteinander verbunden, sondern können durch reversible Einlagerung von Wasser und anderen Substanzen aufquellen.

Montmorillonite (umgangssprachlich:3-blättrige Tone)werden größtenteils und hauptsächlich als Hauptbestandteil von guten und hochwertigen Lehmbaustoffen eingesetzt.
Lößlehme bedürfen auch einer sehr guten handwerklichen Geschicklichkeit, sonst erreicht man auch keine guten Ergebnisse.
In unserer Region ist auch ein Hersteller, welcher Lößlehmprodukte herstellt, doch diese sind sehr schlecht pumpfähig und auch in der Standfestigkeit und Bewitterung und Oberflächenfestigkeit lassen sie sehr zu wünschen übrig.
Nachfolgendes Foto soll dies mit belegen!!

Grüße Udo



also



das ist doch mal ein gute Erklärung (wobei ich bei Chemie leider abschalten muß).

Da ich mich bzgl. Innenausbau auch gerade etwas mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftige, hatte ich auch schon an eine Fertig-Trockenlehmmischung gedacht. Nach den Ausführungen hier werde ich das wohl mal von der Liste Streichen und wenn dann wohl Lehmbauplatten oder ein anderes Material einsetzen. Will ja nicht, daß uns die Decke auf den Kopf fällt ! ;)



Dankeschön, Herr Mühle für Ihren Beitrag.



Vor allem für die chemischen Ton-Infos. Ergänzen muß ich noch die Tatsache, daß wir seit über 25 Jahren sehr erfolgreich Lehmfertigputze im Innenbereich mit guten Lößlehmen verarbeiten. Und zzar als Hand-und als Maschinenputze: immer mit Putzmaschinen mit vorgeschaltetem Zwangsmischsystemen.



Auch auf die Gefahr da ich wieder haue kriege



Hallo Herr Trachsel,

eigendlich ware die Frage des fragenden schon beantwortet, leider ohne Reaktion.

Das der Putz, und ich glaube da waren wir uns einig bescheidenen Eigenschaften hat ist auch klar.

Zum Glück haben wir hier ein offenes Forum, bei dem sich die Teilnehmer an gewisse Regeln halten müssen.

Leider kann ich diese Selbstbeweihräucherung manchmal nur schwer ertragen. Auch vermisse ich manchmal der Blick über den Tellerrand.



Herr Meurer, ich habe nicht gehauen und werde das auch nicht tun



ansonsten kann ich Ihre Aussage so unterschreiben. Ist halt nur schwer für nicht-Fachleute solche Schlagabtausche einzuordnen. Toleranz und Über-den-Tellerrand-schauen kann eben manchmal nicht schaden.



Leider



verläuft dieser "Schlagabtausch", wie auch einige andere dogmatisch.

Bei wem darf ich mich denn für die Bewertung bedanken?



Lehmputz - ein emotionaler Expertenstreit?



Leider bin ich erst heute auf Ihr Diskussionsforum aufmerksam gemacht worden und schon etwas verwundert, über die Art und Weise, der teilweise sehr emotional und unsachlich geführten Diskussion.
Ich schalte mich in meiner Funktion als anwendungs-technischer Leiter der Fa. BaumitBayosan in Ihre Diskussion ein und hoffe, doch etwas zur Aufklärung beitragen zu können. Zunächst einmal zur Historie der genannten "Fachpersonen": Herr Schillberg hat als freier Projektleiter die erste Generation der Bayosan Viton-Lehmputze entwickelt, die aber im Laufe der jahre weiter entwickelt wurden (daher weiß er schon lange nicht mehr, wo Bayosan einkauft). Herr Hubrich war unser sehr geschätzter und erfolgreicher Vertriebsleiter für die Neuen Bundesländer und befindet sich seit vielen Jahren im verdienten Pensions-Ruhestand - hat aber in seiner aktiven Phase bei Bayosan die erfolgreiche Markteinführung der Viton-Lehmputze mit begleitet und forciert.

Zum konkreten Schadensfall "Lehmputz auf Heraklith-Platten": dieser Schadensfall ist meiner Mitarbeiterin bekannt und wurde von ihr persönlich vor Ort begutachtet. Die Ursachen der Putzablösung liegen in einer falschen und unzureichenden Befestigung der Heraklith-Platten und in einer während der Bauphase sehr hohen eingetragenen Feuchte begründet, die die Platten schieben und sich bewegen lassen. Auf diesem (vorgeschädigten) Untegrund hätte ohne einen separat angebrachten Putzträger kein Putz halten können. Den Schaden einer mangelhaften Qualität des Lehmputzes anzulasten, ist schon mehr als gewagt und unseriös zu bezeichnen! Schön wäre es, Sie hätten uns als Hersteller (und Fachmann) befragt....
Noch ein Wort zum "notwendigen" Nachquellen der Viton-Lehmputze in der Verarbeitungsmaschine oder an der Wand!
Einer unserer Mit-Diskutanten hat es völlig richtig dargestellt: durch die korrekte Auswahl des Lehmbindemittels hinsichtlich der Feinteiligkeit und der Begrenzung der quellfähigen Tonkomponenten haben wir es geschafft und können es sicherstellen, dass der Viton-Llehmputz keine Mauk- oder Reifezeit benötigt und auch an der and nicht nachquillt. Ansonsten wäre eine "moderne" Verarbeitung mit Putzmaschine überhaupt nicht denkbar.
Die "Puristen" unter den Lehm-Liebhabern erreichen wir damit nicht, denn sie bevorzugen die händische Verarbeitung von Naßlehm-Baustoffen mit deutlich höheren Tonanteilen, aber auch mit dem damit untrennbar verbundenen höheren Risiko der Schwindung und Rissbildungsgefahr.

Dr.-Ing. Günter Glock
BaumitBayosan Bad Hindelang



Hallo Herr Glock,



das ist ja schön das Sie hier aus der Sicht des "betroffenen" auch mal was schreiben.

Übrigens habe ich und nicht Herr Schillberg gesagt das ich weiß wo bayson kauft, was eigendlich unrelevant ist.

Tatsache ist und die Frau Förster hat es bestätigt, dass die Eigenschaften Ihre Putze im Gegensatz zu einigen anderen sehr bescheiden ist was die Druckfestigkeit und die Abriebfestigkeit betrifft.

Können Sie uns dazu etwas sagen?