Kalkputz/Lehmputz

23.04.2007



Wir möchten unser Fachwerkhaus innen Verputzen und haben vor einen Kalk oder Lehmputz zu verwenden. Welcher Putz wäre denn besser? Kann ich die fertigen Putze z.B. von Mamorit nehmen? Den Aufbau haben wir uns so gedacht: Auf die Lehmgefache Strohmatten oder Streckmetall(?), auf die Holzbalken Ölpapier (hat ein alter Putzer gesagt, das es früher so gemacht wurde), dann einen Kalkgrundputz, obendrüber dann einen Kalkfeinputz(Filz1). Bei den bereits verputzen Wänden sind wir noch ratlos, ob wir einfach einen Feinputz draufmachen können. Sind halt viele Risse und unebenheiten. Sogar manchmal Löcher an denen Putz rausgebrochen ist.
Spricht eigentlich was dagegen in manchen Zimmern Tapeten anzubringen? Als wir das Haus kauften, waren überall Tapeten über dem alten Kalkputz. Wir überlegen, die unwichtigen Zimmer wie Büro und Gästezimmer zu tapezieren!?



Hallo Sabine



Ölpapier gehört hier denfintiv nicht rein!

Im Bestand zeichnen die Holzbalken die mit Lehm umschlossen sind einer besonderen Langlebigkeit aus. Das liegt an den bauphysikalischen Eigenschaften von Lehmbaustoffen.

Auf Holzbauteile sollte eine Putzträger aufgebracht werden z.B. Schilfrohrgewebe.

Prüft doch mal wenn eh schon verpuztz werden soll, ob eine zusätzliche Wärmedämmung in Frage kommt, die auch von Innen aufgebracht werden kann.

Viele Grüße Gerd





Hallöle :o),

direkt auf Lehm oder Kalk kann man gut drauf putzen. Vorher den Untergrund bearbeiten:
- Bei Lehm vorher gut einnässen und ggf. lose Teilchen wieder mit einreiben.
- Bei Kalk erst die losen Teilchen abklopfen (mit so nem Beil) und dann mit Kalkmilch vorstreichen. Kalk braucht diesen PH-Minus-Wert, um zu haften (auch, wenn Lehm als Untergrund ist und Kalk geputzt werden soll).

Dann kann direkt mit Kalk oder Lehm verputzt werden.

Bei Lehmputz hab ich leider schon eine negative Erfahrung machen müssen. Das Fenster war nicht richtig zu und es hat etwas reingeregnet - Fazit: Der Putz wurde wieder weich und hat sich verformt. *grrr*.

Grüße Annette



Kalkputz/Lehmputz



Liebe Anette,
was ist ein PH- Minus- Wert?

Viele Grüße

Georg



Hallo Anette,



übrigens ist es dem Kalk egal ob der Untergrund einen PH-Minus Wert hat oder nicht. Wichtig ist die mechanische Haftung auf dem Untergrund.

Grüße Gerd





Hi,

das hab ich aus meinem Buch. Es wird ja ein paar cm dick Kalk aufgetragen. Oft ist der Untergrund ja nicht "rubbelig" und Kalk kann dann haften, wenn der Untergrund alkalisch ist (ph minus, wenn mich net alles täuscht - oder ist das mit dem PH-Wert andersrum??). Also streicht man den Lehmuntergrund gut mit Kalkwasser vor, der Lehm saugt das Kalkwasser auf und der Kalk kann besser auf dem Lehm haften.

Grüße Annette (der ihr Kalk super haften bleibt - am besten aber auf dem Spülbecken ;o)

PS: das mit der Silikatfarbe hatte ich so auch einem (dem?) Buch. In einem vollflächig verputzten Haus ist in der Regel nicht so viel "Bewegung", da ja ein Putzträger oder Armierungsgewebe drunter ist. Bei Gefachen hat man das nicht und durch die Silikatfarbe kann es dann - vor allem an den Rändern der Gefache zu Farbabplatzungen kommen. - Erfahrung hab ich mit Silikatfarbe keine. Ich bin brav und arbeite mit Lehm und Kalk :o)...



Kalkputz/Lehmputz



Liebe Anette,
da hast Du wohl in Deinen Büchern etwas falsch verstanden.
Wenn Du schreibst..." Kalkputz braucht diesen PH- Minus- Wert, um zu haften...", stimmt da Einiges nicht.
1. Der ph- Wert wird in der Praxis von 0 (stinksauer) bis 13,5 (stark basisch, Ätznatron) gemessen. Der Übergang zwischen basisch und sauer liegt so bei 7 (neutrales Wasser)
2. Ph- Werte unter 0 treffen für starke, konzentrierte Säuren zu. Der Wanduntergrund müsste dann einen ph- Wert wie Schwefelsäure haben; das dürfte wohl im Wohnbereich nicht auftreten. Das Neutralisieren von stark sauren Untergründen im Innenbereich ist deshalb nicht erforderlich, da diese praktisch nicht vorhanden sind.
Die fertige Oberfläche eines frischen, angezogenen Kalkputzes mit Kalkschlämme zu Streichen war früher üblich, so wurde die Oberfläche glatter und fester.
Ob der Untergrund "rubbelig" oder nicht ist, kannst Du nicht einschätzen, denn wir kennen ihn nur zum Teil (außerdem: was ist eigentlich"rubbelig"?).
Ich würde übrigens auch wie Gerd Meurer Lehmputz empfehlen, nicht weil Kalkputz schlechter wäre, aber Lehmputz ist für Laien besser verarbeitbar.
Wenn etwas runterfällt, reißt oder schief wird, kann man problemlos nacharbeiten.
Wichtiger ist m.E. nach die Beschaffenheit des Altputzes bzw. des Untergrundes, auf dem geputzt werden soll. Er sollte fest genug sein, zumindest genau so fest wie der Oberputz, der neu draufkommt. Kalkmilch kann helfen, lose Strukturen zu verfestigen, aber besser ist es, alles Lose abzukehren und vor allem alte Farb- und Leimreste zu entfernen. Materialübergänge sollten bewehrt werden (siehe Gerd Meurer).
Das Ausbessern eines alten Kalkputzes kann man alternativ auch durch Überspachteln mit einem Gipsspachtel ausführen, wenn keine allzu großen Schäden da sind.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Gipsspachtel?



Hallo! Mit dem Begriff Gipsspachtel kann ich leider nichts anfangen!?
Also könnte ich auch auf dem bereits angebrachten Kalkputz(alt) einen Lehmputz anbringen? Er ist leider nirgends in gutem Zustand. Denn es war jahrelang drübertapiziert. Leider weiß ich auch nicht wie ich die Farbe/Leim?! oder was sonst noch alles drauf ist runter bekommen soll. Haben es schon mit verschiedenen Schleifmaschinen, Spachtel usw. versucht, aber außer rote Augen usw. sind wir nicht weit gekommen. Möchte aber nicht alles bis aufs Fachwerk runterklopfen!!! Die Decken sind fast am schlimmsten.
Es ist fast überall eine feine Schicht, zum Teil mit Bemalungen und drunter ein paar Zentimeter Putz(sieht eigentlich fast nur aus wie Sand)an den Wänden. Ist auch noch recht fest, nur an manchen Stellen bröckelt es weg. Die Decken sind am schlimmsten. Wissen nicht was davon alles runter muß!
Was empfehlen Sie im Badezimmer? Wir haben zwei Fachwerkwände und eine OSB-Wand, auf die wir noch irgendwas draufschrauben möchten. Kalk oder Lehmputz? Das Bad ist bis zur Hälfte gefliest und wir haben vor, evtl. zu überliesen!?



Hallo Sabine,



um den Putz aufzutragen benötigst Du einen tragfähigen Untergrung. Ist dieser vorhanden und auch nicht locker musst der Putz nicht abschlagen werden.

Hier läßt sich sehr einfach wie auch Georg Böttcher empfiehlt ein neuer Lehmputz auftragen. Ggf. sollte diser bei Mischuntergründen armiert werden.

Viele Grüße aus Koblenz



Fachmann!?



Hallo! Hatten jetzt einen Vertreter von Marmorit und einen Maler/Putzer/Stuckateur in unserem Haus. Wollen aber keine Gewährleistung übernehmen, wenn wir auf den alten Putz draufputzen. In manchen Zimmern ist er ja schon unten, da können wir ohne Probleme wieder Schilfmatten draufmachen und dann Grundputz und dann Feinputz(Kalk) draufmachen. Bei den bereits verputzten Wänden, entweder alles runter oder auf die bereits verputzte Wand wieder einen Putzträger(Schilf) draufmachen(nageln, dübeln,...) und dann auch wieder mit Grundputz und Feinputz drüber.
Im Bad, wegen Platzmangel mit Streckmetall über die Wände.
Bei den Decken auch mit Streckmetall und nur Feinputz.
Ob das wirklich fuktioniert?



Hab noch was vergessen!



Kann man Heizungsrohre einputzen. Sie sind bereits verlegt und wenn ich jetzt einen neuen Putz draufmache wirds Schwierigkeiten geben, weil sie ziemlich nah an der Wand laufen!