Kalkputz im KG, Lehm im EG/OG

01.12.2005



Hallo an alle,

wir wollen in unserem Neubau im Keller ausschliesslich reinen Kalkputz aufbringen. Ist das OK? So viel wie ich weiss, ist der Kalkputz von naturaus sehr alkalisch (PH-Wert) und wirkt so schon fungizit (pilzhemmend).
Dann noch etwas: in den oberen Stockwerken haben wir Lehmputz aufgebracht, gibt es ein Mittel (möglichst farblos) welches man(n) auftragen kann um die Oberfläche nachträglich zu verhärten (das "abrieseln" der Wände...)??
Danke im Voraus



Kalkputz "rein - oder nicht?"



Hallo
die Kalkputze unterscheiden sich auch noch in der "Beimengungsvielfalt"!
Worauf Sie hier achten sollten, wäre die "Zementfreiheit"!
Schauen Sie da mal bei www.solubel.de nach.
Die Kalkputze haben sehr gute Eigenschaften, die Sie sich nicht mit den gerne genommenen "weniger als 5% Zementanteil" kaputt machen lassen sollen.

Bei dem Lehm ist das so: ein guter und richtig verarbeiteter Lehmputz "sandet" nicht - und es rieselt auch nichts runter - wenn man den einmal abgekehrt hat sollte das vorbei sein - allerdings habe ich schon von Herstellern gehört, die das nicht so im Griff haben und erzählen dann, dass das eben so ist, dass der Lehm eben "rieselt" .... das sind aber eher Geschichtenerzähler als .....
Was man da als "Festiger" drauf machen kann, weiss ich nicht .. sorry!

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Ich habe gerade gehört...



...das evtl. Kasein-Grundierung gut sein soll. Wie wär's damit? Erfahrung?



Mist, was vergessen...



...kann ich evtl. Tapetenkleister, welcher ja auch diffusionsoffen ist, unterden Lehm mischen? Gehört habe ich auch schon von einfacher Speisestärke!?!



tja...



unser Lehmputz rieselt auch nicht. Und er kreidet auch nicht und er geht noch nichtmal ab, wenn Hund mit Pfote drankratzt weil er raus will... Der hält bombenfest!

Was sagt denn der Hersteller dazu???

Ich vermute mal, dass man mit einem Tapetenkleisterauftrag die Eigenschaften vom Lehm "zunichte" macht.

Boah, ist das blöde :o(. Ich weiß, wie es ist, wenn man sich für "das falsche" Produkt entschieden hat und dann nur Mehrarbeit und Ärger dadurch hat...

Können Sie den Rest zumindest wieder umtauschen und sich "nen gscheiten" dafür holen???

Grüße Annette

PS: Da gibts ein "Mittel", ziemlich teuer, aber vielleicht hilft das. Hersteller fällt mir bestimmt wieder ein. Das ist farblos und man kann es auf den Lehmputz sprühen oder auftragen (gibts 2 Varianten) und er ist somit erstmal "abwaschbar". Wenn man also ne Tasse Kaffee draufschmeißt, dann kann man den Kaffee sofort fleckenlos wieder vom Lehmputz abwischen. War das von Lesandro??? (ich glaub). Fragen Sie dochmal nach!



Lehm



Schaun Sie mal bei Lesando nach-bin mir aber nicht sicher ob es da war wo ich mal was von einem Überzug gelesen hab!



Fixiermittel



Kaseingrundierung geht, macht den Putz aber etwas dunkler.
Zusatz von ca. 50g Methylzellulose auf einen 25kg Sack geht auch. Trocken untermischen und dann erst Wasser dazu. Aber dann auch 20min. bis zum Auftrag warten, nochmal durchrühren. Übrigends mischen so manche Lehmputzhersteller Zellulose unter Ihre Putze, vor allem in die farbigen, ohne daß sie es in Ihren techn. Merkblättern angeben. Auch die Streich und Rollputze sowie Lehmfarben enthalten Hilfsstoffe dieser Art. Es gibt außerdem Fixiermittel für Lehmputze zum Aufsprühen als schwache Wasserglaslösung, z.B. Marofix von Maroton (wenn die`s noch im Angebot haben). Das bekommen Sie schon noch korrigiert. Viel Erfolg, Johannes Prickarz



HAGA hilft fast immer



Zum Verfestigen von Lehmputzen empfehlen wir die HAGA Lehmfixierung. Sie ist eine transparente natürliche Fixieremulsion auf Wasserglas-Silikatbasis mit Zusätzen von Leinöl, Pflanzenharzen, Zellulose und Wasser. Die Oberfläche bleibt trotz Fixierung atmungsaktiv.
Probleme beim Kauf? - wir helfen gerne weiter!

Grüße aus dem Spessart

Roger Kaufmann



Lehmputz-Fixierung farblos



Seit 10 Jahren fixieren unsere Kunden farbige TEX-BIS Lehmedelputze mit SILFIX, ein Lehmputzfixiermittel auf Basis von chemisch reinem Kaliwasserglas.Bei richtiger Anwendung bleibt der Lehmputzfarbton voll erhalten. Infos finden Sie unter www.texbis.de Rubrik Lehmedelputze.
Übrigens sind wir nicht weit weg von Ihnen. Sie finden uns in 61130 Nidderau.



... ich finde, ...



... dass ein Lehmputz auch ohne "Fixierung" an der Wand bleiben sollte.
Wenn er das nicht schafft, soll er im Wald oder im Boden bleiben ...
und die Fixierungen, Wassergläser, Überstreicher und sonstige Zaubermittel sind doch mal wieder ein Armutszeugnis, die dem Lehm den Garaus machen werden, weil die Leute sagen: "So ein Glump!"

ich hoffe trotzdem, dass es in Ihrem Fall nicht so dramatisch ist wie es den Anschein hat!

Glück auf!

Florian Kurz



Zu meinem Problem...



...richtig, es solte auch so halten. Auf die technik und die gewünschte Optik kommt es an. In meinem Fall ist es so das ich den putz erst aufbringe, nach einer gewissen Trocknungszeit mit dem Schwammbrett abreibe und dann wieder warte bis er etwas angetrocknet ist um dann mit LEICHTEM Druck und im "richtigen" Winkel mit der Stahl-Glättkelle noch mals über den Putz gehe. Der Effekt (ist natürlich rein subjektiver Eindruck...): ich habe immer noch die etwas 'rauhe' optik und die oberflächliche Körnung des vorherigen Abreibens m. d. Schwammbrett ist weg und somit die Oberfläche schon sehr fest. Nur nicht zu viel Druck in noch zu feuchten Bereichen ausüben, sonst glättet man(n) den L.-Putz ungewollt.
Nur; denke ich nicht das verfestigende Mittel unbedingt dem Lehm den Garaus machen die molekulare Struktur des Lehms und die hieraus result. typischen Eigenschaften d. Lehms bleiben doch durch die diffusionsoffenheit der 'richtigen' Mittelchen erhalten...



an der Wand halten...



- darum geht es doch gar nicht. Wenn man den Putz z.B. mit einem Schwamm abreibt, weil man aus optischen Gründen eine etwas gröbere Oberflächenstruktur herstellen möchte, dann kann man natürlich die auf der Oberfläche freigewaschenen Sandkörner abreiben, das ist doch logisch. Wird er geglättet, ist es natürlich anders. Ein Anstrich mit einer Kalkkaseinfarbe fixiert doch auch die Oberfläche, da spricht dann auch keiner von lumpigen Mittelchen, oder doch? Viele Grüße, Johannes Prickarz



Oberflächenfestigkeiten



Hat man sich für entsprechend gute Lehmputzmaterialien entschieden und dies dann auch noch mit einer guten handwerklichen Anleitung verarbeitet und bearbeitet, dann ist eine Oberflächenfixierung nicht notwendig.
Hängt aber vom Verarbeiter und auch vom Einsatz der verschiedensten Werkzeuge ab. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir in keinster Weise Abrieselungen zu verzeichnen und dies ohne jeglicher Nachbeschichtungen.
Die Oberflächen werden meistens nachher mittels lehmfarben Loder Farbfinishen endbehandelt. uch Wachsen ist ein interessantes Thema geworden.

Wer derartige Fixierungen grundsätzlich berät, möchte nach unseren Auffassungen nur Geld verdienen und kennt sich handwerklich nicht tiefgründig genug mit Lehmbaustoffen aus.
Wir belassen mittlerweile auch historische Lehmdecken wieder ohne jegliche Nachbeschichtung und erreichen auch hier mit geringstem Aufwand eine enorme Oberflächenfestigkeit ohne jegliche Zusatzstoffe (chemische).

Fachgrüße aus der Lausitz
Udo



Sehe ich alles ein und verstehe auch,...



...aber bei uns stellte sich von vornherein nicht die Frage ob wir den Lehmputz aufbringen lassen oder diesen selbst aufbringen. Wir haben unser Haus knapp kalkuliert, so wie viele Bauherren hierzulande, so haben wir natürlich selbstgemacht wa nur geht und wo man nur Geld sparen kann. ich habe lange nach einem guten und günstigen Lehmhändler gesucht und selbigen, so scheint's jedenfalls bis heute, gefunden zu haben. Unser Lehmputz sieht -auch für das erstemal selbstgeputzt- gut aus und es gefällt uns auch sehr gut. Alle Flächen rieseln ja auch nicht, jedoch dort wo's rieselt möchte ich es jedoch verfestigen. Wenn ich Profimässig, selbständig in dieser Branche arbeiten würde, würde ich mich wahrscheinlich auch gegen evtl. Lehmputzbeeinflussende "Mittelchen" aussprechen, kann ich aber jetzt nicht sondern ich muss jetzt versuchen das optimalste aus der momentanen Situation zu machen.

Im Keller soll wie oben schon erwähnt Kalkmörtel an die Wände; ist dies nun 'ne gute Idee oder nicht? Und wo in meiner Nähe bekomme ich GUTES Material?
Danke und Gruß an alle.



Kalkputz flaemischer Art



originelle erfahrungen machte ich mit einem sogenannten "Kalei"-putz aus dem schoenen Flandern (naehe Antwerpen). Sie wird mit einem kalk-caseine Farbe am besten "al fresco" kombiniert zu einer klassischen, atmenden wandbekleidung. Einfach zu verarbeiten, superschoen. Wo sie diese Kalei bekommen? Bei mir! Aber schauen Sie zuerst mal auf www.wolfjordan.be fuer weitere infos.